Sport · DFB-Pokal
Dresden wirft Schalke raus, Freiburg dreht Spiel
Der DFB-Pokal hat am Mittwoch mehrere enge Entscheidungen und einen klaren Favoritensturz gebracht. Dynamo Dresden setzte sich zu Hause mit 2:0 gegen den FC Schalke 04 durch und erreichte erstmals nach zwölf Jahren wieder die Runde der letzten 16. Hertha BSC gewann gegen den Regionalligisten SSV Jeddeloh II mit 2:0, der SC Freiburg drehte ein 1:2 gegen den VfL Wolfsburg noch zum 3:2. Der VfB Stuttgart kam beim SC Paderborn durch ein spätes Tor zu einem 1:0.
Dynamo bestraft Schalkes Schwächen
In Dresden blieb die erste Hälfte weitgehend arm an klaren Abschlüssen. Schalke begann mit einer frühen Kopfballchance durch Edin Dzeko, fand danach aber kaum Wege in den Strafraum. Dynamo hatte mehr Spielanteile, blieb zunächst aber ebenfalls ohne die nötige Präzision in Tornähe.
Nach der Pause wurde die Partie offener. In einer Phase, in der Schalke etwas aktiver wirkte, traf Dresden zur Führung. Simon Straudi brachte den Ball von links in den Strafraum, Patrice Covic stand am zweiten Pfosten frei und schloss flach ab. Schalkes Torhüter Loris Karius konnte den Ball nicht entscheidend abwehren.
Schalke erhöhte anschließend den Aufwand, entwickelte aber weiter nur selten echte Gefahr. Kurz vor dem Ende sorgte Christoph Daferner nach einer Ecke per Kopf für die Entscheidung. Für Dresden ist der Achtelfinaleinzug ein sportlicher Befreiungsschlag in einer bislang schwierigen Saison. Schalke scheidet dagegen zum sechsten Mal nacheinander in der zweiten Pokalrunde aus. Bereits 2014 war der Klub in Dresden aus dem Wettbewerb geflogen.
Hertha bleibt geduldig
Hertha BSC erledigte die Aufgabe gegen den SSV Jeddeloh II ohne Glanz, aber kontrolliert. Der Berliner Zweitliga-Spitzenreiter hatte im Oldenburger Marschwegstadion deutlich mehr Ballbesitz und bestimmte das Spiel, musste gegen den Außenseiter aber lange auf den Durchbruch warten.
Jeddeloh, das in der ersten Runde den 1. FC Heidenheim mit 5:2 ausgeschaltet hatte, verteidigte bis weit in die zweite Halbzeit hinein aufmerksam. Erst kurz vor der Stundenmarke brachte Josip Brekalo die Hertha in Führung. Wenige Minuten später erhöhte Julian Eitschberger auf 2:0 und nahm der Partie damit die Spannung.
Für die Mannschaft von Trainer Stefan Leitl war es der zehnte Sieg aus den vergangenen elf Pflichtspielen. Jeddelohs Pokallauf endet nach zwei Heimspielen im Ausweichstadion in Oldenburg.
Freiburg dreht Rückstand spät
Der SC Freiburg musste gegen Wolfsburg deutlich mehr Widerstand überwinden. Igor Matanovic brachte die Freiburger bereits in der Anfangsphase in Führung. Wolfsburg antwortete aber fast sofort durch Kento Shiogai, der später vor der Pause erneut traf. Freiburg ging dadurch mit einem Rückstand in die Kabine.
In der Schlussphase wechselte Trainer Julian Schuster Keisuke Goto ein. Der Stürmer prägte die entscheidenden Minuten: Zunächst köpfte er zum 2:2 ein, in der Nachspielzeit erzielte er mit einem Lupfer den Siegtreffer. Damit ersparte sich Freiburg die Verlängerung und zog ebenfalls ins Achtelfinale ein.
Auch Stuttgart musste lange warten. Beim SC Paderborn spielte der VfB nach einer Roten Karte gegen Laurin Curda ab der 37. Minute in Überzahl. Der Treffer fiel dennoch erst in der 90. Minute, als Deniz Undav das 1:0 erzielte.
Pokal zeigt seine Tücken
Die Ergebnisse unterstreichen den besonderen Charakter der zweiten Pokalrunde. Dresden nutzte gegen einen höher eingeschätzten Gegner die wenigen klaren Möglichkeiten konsequent. Hertha verhinderte gegen einen Viertligisten eine Blamage, musste dafür aber Geduld aufbringen. Freiburg und Stuttgart kamen erst in der Schlussphase weiter.
Für das Achtelfinale qualifizierten sich damit an diesem Abend sowohl Favoriten als auch ein Außenseiter mit großer Pokalgeschichte. Besonders Dresden dürfte der Sieg gegen Schalke zusätzliches Selbstvertrauen geben. Für Schalke verschärft das erneute frühe Aus dagegen die sportliche Lage.