Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Sport · Bundesliga

Dortmund bleibt bei Union ohne Tor und Sieg

Borussia Dortmund kommt beim 1. FC Union Berlin nicht über ein 0:0 hinaus. Nach dem dritten sieglosen Spiel nacheinander bereitet auch die Verletzung von Konstantinos Karetsas Sorgen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Borussia Dortmund lässt in Berlin Punkte liegen und bleibt erneut ohne Sieg.
Symbolbild: Borussia Dortmund lässt in Berlin Punkte liegen und bleibt erneut ohne Sieg. KI-generiert

Borussia Dortmund findet weiter nicht in die Erfolgsspur. Der BVB spielte am Samstag beim 1. FC Union Berlin 0:0 und blieb damit zum dritten Mal nacheinander ohne Sieg. Nach dem 0:1 in der Champions League bei Bodö/Glimt und dem 2:2 gegen Werder Bremen verschärft das torlose Remis die Diskussion über die Dortmunder Form. Zusätzlich bangt der Klub um Konstantinos Karetsas, der kurz nach seiner Einwechslung am Sprunggelenk verletzt ausschied.

Früher Karten-Schreck in Berlin

Die Partie begann mit einer kuriosen Szene. Nach rund 20 Sekunden foulte Ethan Nwaneri den Berliner Tom Rothe. Schiedsrichter Daniel Schlager zog zunächst die Rote Karte, korrigierte seine Entscheidung aber umgehend und zeigte dem Dortmunder Gelb. Der mögliche Bundesliga-Rekord für den schnellsten Platzverweis blieb damit aus.

Viel Spielfluss entwickelte sich danach nicht. Dortmund hatte über weite Strecken mehr Ballbesitz und gewann viele Zweikämpfe, doch Union verteidigte kompakt und ließ kaum Räume zu. Die Berliner kamen ebenfalls selten gefährlich nach vorn. Zur Pause stand eine extrem chancenarme Begegnung, in der keine Mannschaft klare Vorteile im Strafraum hatte.

Die beste Dortmunder Gelegenheit vor der Pause bot sich Nwaneri in der Nachspielzeit. Der Offensivspieler stand frei, traf den Ball aber nicht sauber, sodass Union-Torwart Frederik Rönnow ohne Mühe aufnehmen konnte. Auf der Gegenseite musste Gregor Kobel reagieren, als eine Berliner Freistoßflanke gefährlich durch den Strafraum rutschte.

BVB bleibt offensiv harmlos

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Dortmund das Tempo zumindest phasenweise. Maximilian Beier hatte in der 56. Minute die bis dahin klarste Chance, setzte eine Direktabnahme nach einer Flanke von Julian Ryerson aber knapp vorbei. Auch Serhou Guirassy kam später per Kopf zu einem Abschluss, verfehlte jedoch das Tor.

Trainer Niko Kovac lobte nach der Partie zwar die Einstellung seines Teams, sah aber deutliche Mängel im Angriffsspiel. Bei „Leidenschaft, Intensität und Aggressivität“ habe die Mannschaft gezeigt, was in Berlin nötig sei, sagte Kovac. Die Kontrolle über das Spiel sei jedoch nicht ausreichend in klare Chancen und Tore umgesetzt worden.

Sportchef Lars Ricken bewertete die jüngste Ausbeute nüchtern. „Zwei Punkte von sechs sind sicherlich nicht das, was wir uns vorstellen“, sagte er mit Blick auf die beiden Bundesligapartien gegen Bremen und Union. Dortmund blieb damit zwar in der Liga ungeschlagen und rückte vorübergehend an die Tabellenspitze, doch die jüngsten Auftritte liefern wenig Anlass zur Zufriedenheit.

Sorge um Karetsas

Besonders bitter verlief der Nachmittag für Konstantinos Karetsas. Der Grieche kam in der zweiten Hälfte ins Spiel, musste aber nach wenigen Minuten wieder ausgewechselt werden. Nach einem Zweikampf mit Rani Khedira knickte er um, blieb liegen und hielt sich das Sprunggelenk. Zwei Betreuer stützten ihn beim Gang vom Feld.

Eine genaue Diagnose stand zunächst aus. Sportdirektor Ole Book äußerte die Hoffnung, dass die Verletzung weniger schwer ausfällt, verwies aber auf den schlechten unmittelbaren Eindruck. Kovac sprach ebenfalls von einer unglücklichen Situation für den jungen Spieler.

Für Dortmund kommt der mögliche Ausfall zur Unzeit. Schon am Dienstag steht in der Champions League die Auswärtspartie bei Sabah FK in Aserbaidschan an. In der Bundesliga folgt am kommenden Samstag das Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt. Viel Trainingszeit zur Korrektur der offensiven Probleme bleibt dem Trainerteam kaum.

Union stabilisiert die Defensive

Union nahm den Punkt dagegen als weiteres Zeichen einer Stabilisierung mit. Nach dem 1:0 gegen Elversberg blieb die Mannschaft von Mauro Lustrinelli zum zweiten Mal nacheinander ohne Gegentor. Gegen Dortmund überzeugten die Berliner vor allem mit Laufarbeit, enger Raumaufteilung und konsequenter Zweikampfführung.

Lustrinelli sah seine Mannschaft bestätigt. Union bringe mehr Beständigkeit in die eigenen Leistungen, sagte der Trainer, und befinde sich „auf dem richtigen Weg“. Auch wenn die Berliner offensiv erneut nur wenige klare Chancen herausspielten, war das Remis gegen den individuell stärker besetzten Gegner ein Schritt nach vorn.

Das 0:0 war zudem das erste Unentschieden im 15. Bundesligaduell beider Vereine. Für Dortmund bleibt es ein weiterer Dämpfer in einer Phase, in der vor allem die fehlende Durchschlagskraft auffällt. Union reist am kommenden Spieltag zum FC Augsburg und kann dort an die verbesserte defensive Stabilität anknüpfen.