Sport · Tischtennis-EM
Deutsche sichern drei EM-Medaillen im Einzel
Der Deutsche Tischtennis-Bund hat bei den Europameisterschaften in Ljubljana drei weitere Einzelmedaillen sicher. Annett Kaufmann, Nina Mittelham und Dang Qiu erreichten am Samstag ihre Halbfinals. Weil im Tischtennis bei Europa- und Weltmeisterschaften kein Spiel um Platz drei ausgetragen wird, erhalten alle Halbfinalistinnen und Halbfinalisten mindestens Bronze. Im Frauen-Einzel kommt es am Sonntag zum direkten Duell zwischen Kaufmann und Mittelham; damit steht bereits eine deutsche Spielerin im Endspiel.
Kaufmann gewinnt deutsches Viertelfinale
Kaufmann setzte sich im nationalen Viertelfinale klar gegen Han Ying durch. Die 20 Jahre alte Junioren-Weltmeisterin gewann gegen die 43-jährige Defensivspezialistin mit 4:0. Für Kaufmann ist es der erste Halbfinaleinzug im Einzel bei einer Europameisterschaft der Erwachsenen.
Der Erfolg war auch deshalb bemerkenswert, weil Han in Ljubljana bis dahin keinen Satz verloren hatte. Zudem hatte Kaufmann ihre beiden bisherigen Duelle mit der Nationalmannschaftskollegin nicht gewonnen. Diesmal entschied sie schon den ersten Satz für sich und bestimmte danach zunehmend das Spiel.
Kaufmann sprach nach dem Sieg über ihre Entwicklung. Beim Champions-Turnier in Frankfurt im vergangenen Jahr habe sie gegen Han noch eine klare Niederlage kassiert. Jetzt merke sie, „wie viel ich im letzten halben Jahr gearbeitet habe“, sagte sie. Sie sei inzwischen in der Lage, bei einem Turnier bis zum Ende auf hohem Niveau zu spielen.
Für Kaufmann ist es in Ljubljana bereits die zweite Medaille. Zuvor hatte sie im Doppel Bronze gewonnen. Ihre Halbfinalgegnerin Mittelham besiegte im Viertelfinale die Rumänin Bernadette Szöcs mit 4:1. Für Mittelham ist es die dritte Medaille dieser EM: Im Mixed holte sie Gold, im Doppel gewann sie gemeinsam mit Kaufmann Bronze.
Deutscher Finalplatz bei den Frauen sicher
Das Halbfinale zwischen Kaufmann und Mittelham ist für Sonntagmittag angesetzt; die Angaben zur Uhrzeit schwanken zwischen 12.15 Uhr und 13.00 Uhr. Die Siegerin steht im Finale und hat damit mindestens Silber sicher. Für den Deutschen Tischtennis-Bund bedeutet das Frauen-Duell unabhängig vom Ausgang eine weitere Aufwertung der ohnehin erfolgreichen EM-Bilanz.
Han verpasste durch die Niederlage gegen Kaufmann eine weitere Einzelmedaille. Für Kaufmann und Mittelham geht es nun nicht nur um den Einzug ins Endspiel, sondern auch um eine mögliche zweite Goldchance für das deutsche Team nach dem Mixed-Titel von Mittelham.
Qiu schlägt den Titelverteidiger
Auch Dang Qiu steht im Halbfinale. Der Europameister von 2022 bezwang den französischen Titelverteidiger Alexis Lebrun mit 4:1. Qiu, aktuell Weltranglisten-Elfter, kontrollierte die Partie über weite Strecken und setzte den Weltranglistenachten immer wieder unter Druck.
Nach dem Match zeigte sich Qiu zufrieden mit seiner Leistung. „Ich war taktisch, spielerisch und mental gut“, sagte er. Ein jüngster Sieg gegen Lebrun in Astana habe ihm zusätzliches Vertrauen gegeben. Zugleich verwies er darauf, dass er zuvor sehr viele Begegnungen gegen den Franzosen verloren habe.
Im Halbfinale trifft Qiu am Sonntag um 13.45 Uhr auf Anton Källberg aus Schweden. Beide spielen im Verein für Borussia Düsseldorf. Für Qiu ist Bronze bereits sicher, mit einem Sieg würde er in das Endspiel einziehen. Die Finals sind für den späten Sonntagnachmittag und frühen Abend vorgesehen.
Franziska und Duda scheiden aus
Nicht alle deutschen Viertelfinals endeten erfolgreich. Patrick Franziska unterlag Félix Lebrun deutlich mit 0:4. Der jüngere Bruder von Alexis Lebrun ist die Nummer zwei der Weltrangliste und ließ Franziska in der Runde der besten acht keine große Chance.
Benedikt Duda verlor sein Viertelfinale gegen den Franzosen Leo De Nodrest mit 3:4. Duda war kurz zuvor Mixed-Europameister geworden und hatte bei der vergangenen EM im Einzel Silber gewonnen. De Nodrest ist in der Weltrangliste deutlich niedriger eingestuft als Duda.
Die sicheren Einzelmedaillen von Kaufmann, Mittelham und Qiu bestätigen dennoch den starken Auftritt des deutschen Teams in Ljubljana. Besonders das Frauen-Halbfinale zwischen Kaufmann und Mittelham sorgt dafür, dass der Deutsche Tischtennis-Bund am Schlusstag der EM fest mit einer Finalteilnahme planen kann.