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Beier schießt Dortmund gegen Frankfurt an die Spitze
Borussia Dortmund hat Eintracht Frankfurt 1:0 geschlagen und damit die Tabellenführung in der Bundesliga übernommen. Maximilian Beier erzielte am Samstagabend in der 80. Minute das entscheidende Tor. Der BVB steht damit zumindest bis Sonntag vor dem FC Bayern, der beim SC Freiburg wieder vorbeiziehen kann. Für Dortmund endete zugleich eine kurze Phase ohne Ligasieg.
Beier entscheidet spät
Lange wirkte es so, als müsse sich Dortmund trotz klarer Vorteile erneut mit einem Remis begnügen. Die Mannschaft von Trainer Niko Kovac erspielte sich viele Abschlüsse, kam auf ein deutliches Übergewicht bei Eckbällen und traf zweimal die Latte. Erst in der Schlussphase zahlten sich die Wechsel aus.
Beier war in der 68. Minute ins Spiel gekommen. Zwölf Minuten später bekam er den Ball von Jobe Bellingham, der kurz zuvor ebenfalls eingewechselt worden war. Beier zog aus rund 17 Metern ab und traf ins lange Eck. Frankfurts Torhüter Noah Atubolu, zuvor mehrfach stark, kam an den verdeckten Schuss nicht mehr heran.
Für Dortmund war es ein wichtiger Erfolg nach zwei Bundesligaspielen ohne Sieg. Unter der Woche hatte der BVB bereits in der Champions League bei Sabah FK 2:1 gewonnen. Der Heimsieg gegen Frankfurt verschafft dem Team nun Rückenwind vor zwei anspruchsvollen Aufgaben: Am Dienstag wartet im DFB-Pokal Werder Bremen, am folgenden Wochenende steht das Ligaspiel beim FC Bayern an.
Viele Chancen, kein frühes Tor
Dortmund begann aktiv, musste aber schon früh aufpassen. Nnamdi Collins hatte in der Anfangsphase eine gute Frankfurter Möglichkeit, Ramy Bensebaini klärte jedoch rechtzeitig. Auf der anderen Seite prüfte Serhou Guirassy Frankfurts Torhüter Atubolu mit einem Schuss aus der Distanz. Kurz darauf vergab der Dortmunder Stürmer die noch größere Gelegenheit, als er frei vor dem Tor zu lässig abschloss und an Atubolu scheiterte.
Auch danach blieb der BVB gefährlich. Daniel Svensson hatte Pech, als sein abgefälschter Versuch an die Latte ging. Guirassy traf nach der Pause ebenfalls den Querbalken, diesmal per Kopf aus kurzer Distanz. Weitere Dortmunder Angriffe blieben ohne Ertrag, weil Atubolu aufmerksam blieb oder im Abschluss die Präzision fehlte.
Frankfurt war nicht nur mit Defensivarbeit beschäftigt. Jonathan Burkardt verzog in der ersten Halbzeit nach einer guten Szene knapp. Younes Ebnoutalib hatte wenig später im direkten Duell mit Gregor Kobel eine weitere Chance zur Führung. Insgesamt fand die Eintracht nach der Dortmunder Anfangsphase besser in die Partie und kam immer wieder zu Entlastung.
Ärger um Strafraumszenen
Für Gesprächsstoff sorgten mehrere Situationen im Frankfurter Strafraum. Nach einem Kontakt gegen Daniel Svensson blieb der Elfmeterpfiff aus. Kurz darauf ging Bensebaini zu Boden, nachdem Burkardt ihm auf den Fuß getreten war. Schiedsrichter Sven Jablonski ließ auch hier weiterspielen; der Videoassistent griff nicht ein.
Dortmund drängte später weiter, ging aber nicht dauerhaft volles Risiko. Das Spiel verlor zwischenzeitlich an Tempo, ehe Kovac mit mehreren Wechseln neue Impulse setzte. Neben Beier kamen Carney Chukwuemeka und Ethan Nwaneri. Nwaneri hatte direkt nach seiner Einwechslung eine Abschlusschance, doch Atubolu parierte erneut.
Sportdirektor Ole Book ordnete die Leistung nüchtern ein. „Wir waren die bessere Mannschaft – ohne das große Feuerwerk“, sagte er. In einer Phase mit vielen Reisen und Spielen sei das nicht anders zu erwarten gewesen. Dortmund hatte in den vergangenen Auswärtspartien weite Strecken zurückgelegt, unter anderem nach Norwegen, Berlin und Aserbaidschan.
Blick auf die Tabelle
Durch den Sieg zog Dortmund vorerst am FC Bayern vorbei. Die Münchner können am Sonntag um 17.30 Uhr beim SC Freiburg wieder die Spitze übernehmen. Für den BVB ist die Ausgangslage dennoch günstig: Nach dem knappen Erfolg gegen Frankfurt reist die Mannschaft mit zusätzlichem Selbstvertrauen zum direkten Duell nach München.
Gegen Frankfurt setzte Dortmund zudem eine starke Heimserie fort. Es war der 15. Heimsieg aus den vergangenen 16 Bundesliga-Heimspielen gegen die Eintracht. Frankfurt muss nach einer unruhigen Woche mit dem Rücktritt von Sportvorstand Markus Krösche nun zwei Partien gegen den Hamburger SV bestreiten: zunächst im DFB-Pokal in Hamburg, anschließend in der Bundesliga zu Hause.