Sport · Champions League
Bayern verliert Díaz nach Arsenal-Remis
Der FC Bayern München hat nach dem 2:2 gegen den FC Arsenal die nächste Personalnachricht zu verkraften: Luis Díaz fällt wegen einer Muskelverletzung vorerst aus. Der Verein teilte am Donnerstag mit, der kolumbianische Nationalspieler habe sich im Champions-League-Spiel am Mittwochabend einen „kleinen Muskelbündelriss“ an der linken Oberschenkelrückseite zugezogen. Eine genaue Dauer der Pause nannte der Klub nicht. Klar ist aber: Der Ausfall trifft die Münchner in einer Phase mit engem Spielplan und mehreren Hochkarätern.
Diagnose nach dem Arsenal-Spiel
Díaz war schon vor dem Duell mit Arsenal nicht beschwerdefrei. Nach seinem Dreierpack beim 6:1 in der Bundesliga gegen RB Leipzig hatte er muskuläre Probleme gemeldet. Trainer Vincent Kompany erklärte vor der Partie gegen die Londoner, man sei froh, dass der Flügelspieler überhaupt zum Kader gehöre.
Trotzdem kam Díaz zunächst nicht von Beginn an. Kompany brachte ihn in der 68. Minute für Ismael Saibari. Kurz vor dem Ende musste Díaz wieder ausgewechselt werden; für ihn kam Bara Sapoko Ndiaye. Aus einer erhofften zusätzlichen Option für die Schlussphase wurde damit ein weiterer Rückschlag.
Unmittelbar nach dem Spiel war die Einschätzung noch vorsichtiger ausgefallen. Sportvorstand Max Eberl sagte in der Nacht, es habe vorher schon muskuläre Anzeichen gegeben, Díaz habe erneut etwas gespürt. Man gehe davon aus, dass es „nichts Dramatisches“ sei. Die medizinische Untersuchung brachte am Donnerstag eine schwerere Diagnose.
Engpass auf mehreren Positionen
Der Ausfall von Díaz reiht sich in eine Liste von Problemen ein. Jamal Musiala steht weiterhin nicht zur Verfügung. Gegen Arsenal fehlte außerdem Michael Olise wegen einer Sperre. Joshua Kimmich war wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht im Kader. Bei Olise und Kimmich wird damit gerechnet, dass beide am Sonntag beim SC Freiburg wieder dabei sein können.
Auch in der Abwehr musste Kompany umstellen. Minjae Kim war bereits gegen Leipzig angeschlagen vom Feld gegangen. Gegen Arsenal begann der südkoreanische Innenverteidiger dennoch, blieb aber nur bis zur Pause auf dem Platz. Danach übernahm Jonathan Tah. Eberl sagte nach der Partie über Kim, es sei „nichts Schlimmes“.
Die Lage bleibt dennoch angespannt. Bayern spielte gegen Arsenal mit einem stark veränderten Team und musste in der Schlussphase nicht nur das Remis verwalten, sondern auch die erneute Verletzung von Díaz auffangen. Für Kompany war es zudem das dritte Unentschieden der Münchner in diesem Oktober.
Schwere Wochen für Kompanys Team
Am Sonntag wartet in der Bundesliga der punktgleiche SC Freiburg. Danach steht unter der Woche die zweite Runde im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg an. Es folgen der Klassiker gegen Borussia Dortmund am 31. Oktober und das Champions-League-Spiel gegen Atlético Madrid am 3. November.
Für diese Serie fällt Díaz zumindest zunächst weg. Bei Verletzungen dieser Art sind Pausen von mehreren Wochen üblich. Frühere vergleichbare Fälle im Bayern-Kader lagen zwischen vier und zehn Wochen. Damit ist ein Einsatz gegen Dortmund sehr fraglich; auch eine Rückkehr erst deutlich später ist möglich.
Sportlich verliert Bayern damit einen Spieler, der zuletzt großen Einfluss hatte. Beim klaren Sieg gegen Leipzig hatte Díaz mit drei Treffern geglänzt. Gegen Arsenal sollte er nach seiner Einwechslung noch einmal Tempo und Tiefe bringen. Stattdessen endete sein Kurzeinsatz mit der Auswechslung kurz vor Schluss.
Einordnung
Das 2:2 gegen Arsenal hatte schon vor der Diagnose gezeigt, wie schmal die Münchner Optionen derzeit sind. Kompany musste mehrere Ausfälle auffangen und zugleich Belastungen steuern. Der neue Befund bei Díaz verschiebt die Planung erneut.
Für Bayern kommt es nun darauf an, die Rückkehr von Olise und Kimmich zu nutzen und weitere Ausfälle zu vermeiden. Die nächsten Spiele entscheiden nicht nur über Punkte in Bundesliga, Pokal und Champions League. Sie werden auch zeigen, wie belastbar Kompanys Kader in einer Phase ist, in der sich die personellen Reserven spürbar verringern.