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Sport · Champions League

Bayern sucht gegen Arsenal den Titelbeweis

Der FC Bayern trifft am Abend auf Arsenal. Ohne Michael Olise wird das Champions-League-Duell zum Härtetest für Kaderbreite, Trainerteam und Titelambitionen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Flutlichtstadion steht für das Champions-League-Duell zwischen Bayern und Arsenal.
Symbolbild: Ein Flutlichtstadion steht für das Champions-League-Duell zwischen Bayern und Arsenal. KI-generiert

Der FC Bayern geht mit mehreren offenen Personalfragen in das Champions-League-Spiel gegen den FC Arsenal. Anstoß ist heute um 21.00 Uhr. Im Mittelpunkt steht der Ausfall von Michael Olise, der gesperrt fehlt. Zugleich gilt die Partie als erster großer Maßstab dafür, ob die Münchner in dieser Saison reif für den Titelkampf in Europa sind. Trainer Vincent Kompany konnte am Vormittag wieder eine Einheit auf dem Trainingsplatz begleiten, nachdem ihn zuletzt ein Infekt gebremst hatte.

Olise fehlt nach Sperre

Olise hatte sich beim 3:3 gegen Viking Stavanger eine Gelb-Rote Karte eingehandelt. Der Auslöser war ein Ballwurf ins Gesicht eines Gegenspielers. Für Bayern ist sein Fehlen sportlich erheblich, weil der Offensivspieler in der bisherigen Saison zu den prägenden Kräften gehört.

Sportvorstand Max Eberl sprach vor dem Arsenal-Spiel von einem schmerzhaften Ausfall. Olise wäre in einer Partie dieses Formats besonders wertvoll gewesen. Zugleich machte Eberl klar, dass Bayern nun Lösungen finden müsse. Es gehe nicht darum, dem fehlenden Spieler nachzutrauern, sondern andere Profis müssten die Lücke schließen.

Harry Kane sieht das ähnlich. Der Stürmer sagte, Olises Abwesenheit werde auffallen. Gleichzeitig betonte er, nun könnten andere Spieler Verantwortung übernehmen. Für Kane ist das Duell ohnehin ein besonderer Gradmesser. „Wir testen uns selbst“, sagte er mit Blick auf Arsenal, das er als eines der stärksten Teams Europas einordnet.

Gnabry und Karl als Optionen

Serge Gnabry gehört zu den naheliegenden Kandidaten für die Offensive. Der 31-Jährige kann mehrere Positionen hinter Kane besetzen und bringt viel internationale Erfahrung mit. Zudem kennt er Arsenal aus seiner eigenen Laufbahn: Zwischen 2011 und 2015 stand er in London im Nachwuchs und später im Profikader.

Gnabry ist nach langer Verletzungspause jedoch noch nicht wieder voll im Rhythmus. Gegen RB Leipzig kam er zuletzt rund eine halbe Stunde zum Einsatz. Ob das für einen Startelfplatz in einem Spiel dieser Intensität reicht, dürfte auch von den Eindrücken im Training abhängen. Gnabry selbst legte sich nicht fest. Er verwies darauf, dass Olise gesperrt sei und Bayern nicht alle Optionen zur Verfügung habe, die Entscheidung aber offen sei.

Auch Lennart Karl kommt infrage. Der junge Offensivspieler hat gegen Arsenal bereits getroffen. Beim jüngsten Aufeinandertreffen erzielte er das einzige Bayern-Tor. Neben Karl und Gnabry werden auch Ismael Saibari und Nathaniel Brown als mögliche Lösungen für die rechte oder offensive Seite gehandelt. Jamal Musiala steht wegen eines Faserrisses nicht zur Verfügung.

Kompany wieder auf dem Platz

Kompany hatte am Dienstag das Abschlusstraining und die Pressekonferenz ausgelassen. Der Belgier wurde zuletzt von einer Virusinfektion beeinträchtigt. Am Wochenende beim 6:1 gegen RB Leipzig saß er wegen des Infekts und zusätzlicher Hüftprobleme auf der Bank, während Assistent Aaron Danks an der Seitenlinie die Anweisungen gab.

Am Mittwochvormittag stand Kompany beim Aktivierungstraining wieder mit auf dem Platz. Damit steigen die Chancen, dass er am Abend im Stadion dabei sein kann. Sollte er ausfallen, wäre erneut Danks in der Verantwortung. Auch Manuel Neuer, zuletzt angeschlagen, soll für die Partie bereitstehen. Joshua Kimmich fällt wegen eines Trauerfalls in der Familie aus.

Maßstab für Europas Spitze

Das Duell mit Arsenal hat für Bayern auch deshalb Gewicht, weil die Erinnerung an das vorige Aufeinandertreffen noch frisch ist. Vor knapp elf Monaten verloren die Münchner in London mit 1:3. Es war damals die erste Niederlage nach 17 Siegen und einem Unentschieden. Mehrere Fehler prägten die Partie: ein missglückter Einsatz von Neuer vor einem Gegentor nach einer Ecke, ein Fehlpass von Dayot Upamecano vor dem zweiten Treffer und ein riskantes Herauslaufen Neuers vor dem dritten Arsenal-Tor.

Beide Klubs blieben seither in ihren Grundstrukturen stabil. Kompany prägt Bayern weiter, Mikel Arteta steht bei Arsenal ebenfalls für Kontinuität. Auch deshalb eignet sich das Spiel als Vergleich mit der europäischen Spitze. Bayern schied 2025 im Viertelfinale und 2026 im Halbfinale der Champions League aus. Arsenal kam in den vergangenen Jahren Schritt für Schritt näher an den Titel heran und erreichte 2026 das Finale, verlor dort aber gegen Paris Saint-Germain im Elfmeterschießen. Für die Münchner soll das heutige Spiel zeigen, wie belastbar der eigene Anspruch in dieser Saison ist.