Sport · Champions League
Bayern-Frauen lassen Sieg gegen Real Madrid liegen
Der FC Bayern hat in der Women’s Champions League einen wichtigen Heimsieg verpasst. Gegen Real Madrid kam die Mannschaft von Trainer José Barcala am Mittwochabend im Sportpark Unterhaching vor 6.239 Zuschauerinnen und Zuschauern zu einem 2:2. Nach einem schnellen Zwei-Tore-Rückstand glichen Edna Imade und Momoko Tanikawa aus. In der Schlussphase lagen weitere Treffer in der Luft, doch Bayern nutzte die Chancen nicht.
Real trifft früh zweimal
Vor dem Anpfiff gab es eine Schweigeminute wegen des schweren Zugunglücks in Spanien. Danach begann Real Madrid mit großer Effizienz. Bereits in der siebten Minute setzte sich Linda Caicedo auf der linken Seite durch und spielte in den Strafraum. Athenea del Castillo verwertete die Vorlage zur frühen Führung.
Bayern versuchte schnell zu antworten. Klara Bühl trieb das Spiel immer wieder über links an, fand mit ihren Hereingaben zunächst aber keine Abnehmerin. Linda Dallmann kam in der 21. Minute zu einer guten Gelegenheit, doch Maëlle Lakrar klärte für die bereits geschlagene Torhüterin Merle Frohms auf der Linie.
Fast im Gegenzug erhöhte Real. Nach einem Freistoß von Arianna Caruso, früher selbst beim FC Bayern, entstand Unordnung im Münchner Strafraum. Lineth Beerensteyn brachte den Ball schließlich zum 0:2 über die Linie. Die frühere Wolfsburgerin hatte ebenfalls eine Bayern-Vergangenheit.
Bayern dominiert nach der Pause
Die Münchnerinnen brauchten einige Minuten, kamen dann aber zurück. Nach einer Ecke von Bühl traf Imade in der 31. Minute per Kopf zum Anschluss. Giulia Gwinn, die wegen einer Sprunggelenksverletzung nicht spielen konnte, beschrieb den Beginn später als Phase, in der Bayern von Reals Angriffskraft überrascht worden sei.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte der deutsche Meister den Druck. In der 52. Minute parierte Frohms zunächst gegen Dallmann. Den Abpraller nutzte Tanikawa schnell und traf mit links zum 2:2. Von da an hatten die Gastgeberinnen mehr vom Spiel, während Real nur noch selten zu Entlastung kam.
Die beste Chance zum Sieg hatte Imade. Frei vor Frohms zielte sie in der 66. Minute zu mittig, die Real-Torhüterin wehrte mit dem Fuß ab. Auch Pernille Harder, Magdalena Eriksson und die eingewechselte Sophie Proost sorgten noch einmal für Gefahr. Proost traf in der Nachspielzeit den Außenpfosten. Zuvor war ein möglicher Handelfmeter für Bayern kurz vor der Pause ausgeblieben.
Barcala lobt die Reaktion
Trotz des verpassten Erfolgs stellte Barcala die Qualität seiner Mannschaft heraus. „Wir sind ein Weltklasse-Team“, sagte der Trainer nach der Partie. Er verwies auf die Reaktion nach dem 0:2 und auf die Mentalität seiner Spielerinnen. Viele Mannschaften hätten in einer solchen Lage wackeln können, Bayern sei aber stabil geblieben.
Klara Bühl ordnete die Entwicklung etwas vorsichtiger ein. Der Schritt zu einer Weltklasse-Mannschaft müsse gemeinsam und individuell weiter erarbeitet werden, sagte die Nationalspielerin. Zugleich betonte sie die hohen Ziele in der Königsklasse. Das 2:2 sei deshalb „schon so ein kleiner Bremser“.
Bühl gehörte erneut zu den auffälligsten Münchner Spielerinnen. Die Angreiferin, die bei der Ballon-d’Or-Wahl Platz zwölf erreicht hatte, bereitete den ersten Bayern-Treffer vor und war über links an vielen Angriffen beteiligt.
Direkter Viertelfinalplatz rückt weiter weg
Für den FC Bayern ist das Remis in der Ligaphase der Champions League ein Rückschlag. Nach drei Spielen stehen fünf Punkte zu Buche: ein 2:2 gegen Manchester City, ein 3:0 bei Benfica Lissabon und nun das Unentschieden gegen Real Madrid. Vor der Partie lagen die Münchnerinnen noch auf einem der vier Plätze, die direkt ins Viertelfinale führen. Nach dem dritten Spieltag befinden sie sich außerhalb dieser Zone.
In der neuen Ligaphase erreichen nur die ersten vier Teams der 18er-Tabelle unmittelbar die Runde der besten acht. Die Mannschaften auf den Plätzen fünf bis zwölf müssen in die Playoffs. Bayern hat noch Auswärtsspiele bei Paris Saint-Germain und Austria Wien vor sich. Außerdem kommt der FC Barcelona nach München.
Das Duell mit Real Madrid war das erste Pflichtspiel zwischen beiden Vereinen im Frauenfußball. Real ist erst seit 2020 offiziell in diesem Bereich vertreten, nachdem der Klub das Team von CD Tacón übernommen hatte.