Sport · Bundesliga
Bayern behauptet sich in Freiburg trotz Ausfällen
Der FC Bayern München hat eine belastende Woche mit einem 3:1-Auswärtssieg beim SC Freiburg abgeschlossen und die Spitze der Fußball-Bundesliga behauptet. Ohne Cheftrainer Vincent Kompany, der am Freitag zusammengebrochen war und ärztlich betreut wird, sowie ohne mehrere Stammkräfte trat der Meister in Freiburg über weite Strecken stabil auf. Erst in der Schlussphase geriet der Erfolg kurz in Gefahr, ehe Michael Olise in der Nachspielzeit die Entscheidung erzielte.
Danks übernimmt an der Seitenlinie
Kompany wurde in Freiburg von Co-Trainer Aaron Danks vertreten. Die Ausfälle reichten weit über die Trainerposition hinaus: Manuel Neuer fehlte wegen einer Reizung im Fuß, außerdem standen Aleksandar Pavlovic, Jamal Musiala, Luis Díaz und Min-jae Kim nicht zur Verfügung. Joshua Kimmich setzte wegen eines Trauerfalls im engsten Familienkreis aus.
Danks stellte dennoch eine Mannschaft auf, die früh Kontrolle gewann. Jonas Urbig stand im Tor, in der Defensive begannen unter anderem Dayot Upamecano, Jonathan Tah und Nathaniel Brown. Michael Olise kehrte nach seiner Sperre zurück. Die Münchner hielten den Ball häufig in den eigenen Reihen und ließen Freiburg zunächst kaum Zugriff auf das Spiel.
Nach 16 Minuten brachte Upamecano die Gäste in Führung. Der Innenverteidiger war zunächst am eigenen Strafraum beteiligt, rückte dann mit auf und vollendete den Angriff vor Freiburgs Tor. Kurz vor der Pause erhöhte Serge Gnabry nach einem Zusammenspiel mit Brown auf 2:0. Für Gnabry war es sein 100. Treffer in der Bundesliga.
Freiburg kommt spät zurück
Auch nach der Pause blieben die Münchner zunächst die gefährlichere Mannschaft. Harry Kane und Ismael Saibari kamen zu Abschlüssen, Freiburgs Torwart Mio Backhaus verhinderte weitere Gegentreffer. Die Gastgeber wirkten lange zu passiv, fanden aber in der Schlussphase zurück in die Partie.
In der 82. Minute fiel der Anschlusstreffer. Eine Hereingabe von Jordy Makengo wurde von Bayern-Profi Tom Bischof ins eigene Tor gelenkt. Danach drängte Freiburg auf den Ausgleich. Jonas Urbig parierte gegen Igor Matanovic und später gegen Matthias Ginter. Damit bewahrte der 23-Jährige die Münchner vor dem 2:2.
In der fünften Minute der Nachspielzeit beendete Olise die Freiburger Hoffnung. Der Ball fiel ihm weit vor dem Tor vor die Füße, Freiburgs Torwart war aufgerückt. Olise traf aus der Distanz zum 3:1-Endstand. Vor 34.700 Zuschauern blieb Freiburg damit ohne Punkt, liegt aber weiter in der Spitzengruppe. Die Münchner stehen nach dem Erfolg an der Tabellenspitze, Borussia Dortmund ist punktgleich.
Urbig spricht von Zusammenhalt
Nach dem Spiel rückte bei Bayern weniger die Tabelle als die Reaktion der Mannschaft in den Mittelpunkt. Urbig sagte, als Überschrift passe „Zusammenhalt“. Für ihn sei das Spiel das Ende einer „sehr, sehr schwierigen Woche“ gewesen, körperlich und mental. Die Mannschaft habe auch für Kompany, Kimmich und die verletzten Kollegen gespielt.
Sportvorstand Max Eberl bewertete den Sieg ebenfalls über die drei Punkte hinaus. Er verwies auf die Belastungen der vergangenen Tage und sagte, der Erfolg stehe für die Geschlossenheit, die der Verein jetzt brauche. Über Urbig sagte Eberl, der Torwart sei jemand, den man jederzeit bringen könne. Auch Danks lobte dessen Paraden.
Gnabry betonte, die Punkte seien auch für jene wichtig, denen es derzeit nicht gutgehe. Durch Dortmunds Sieg am Vortag sei der Druck zusätzlich gestiegen. Freiburgs Trainer Julian Schuster sah seine Mannschaft nah am zweiten Tor, während Philipp Treu die verpasste Chance auf einen Punkt als schmerzhaft beschrieb.
Blick auf Pokal und Topspiel
Für Bayern geht es dicht weiter. Am Mittwoch steht im DFB-Pokal das Spiel gegen den Zweitligisten 1. FC Magdeburg an. Ob Neuer bis dahin zurückkehrt, ist offen. Nach Angaben von Eberl soll der Kapitän in dieser Woche wieder ins Training einsteigen. Möglich ist auch eine Rückkehr erst zum Bundesliga-Topspiel gegen Borussia Dortmund am Samstagabend in München.
Freiburg spielt am Samstagnachmittag beim FC Augsburg. Für Bayern war der Auftritt in Freiburg dagegen ein Signal der Stabilität: Die Mannschaft musste auf zentrale Figuren verzichten, verlor nach dem späten Gegentor kurz die Ordnung, fand aber durch Urbig und Olise die passende Antwort.