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Stündlich aktualisiert

Panorama · Flughafen Leipzig/Halle

Zwei Männer stellen sich nach Zaun-Durchbruch

Nach dem beschädigten Sicherheitszaun am Flughafen Leipzig/Halle haben sich zwei Männer gemeldet. Die Polizei geht von einem Unfall aus; ein Anschlag gilt als ausgeschlossen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein beschädigter Sicherheitszaun an einem Flughafen steht im Mittelpunkt von Ermittlungen.
Symbolbild: Ein beschädigter Sicherheitszaun an einem Flughafen steht im Mittelpunkt von Ermittlungen. KI-generiert

Nach dem Durchbruch eines Sicherheitszauns am Flughafen Leipzig/Halle haben sich zwei Männer den Ermittlungsbehörden gestellt. Die 20 und 32 Jahre alten Beschuldigten meldeten sich am Sonntagabend mit anwaltlicher Begleitung bei der Staatsanwaltschaft Leipzig und der Kriminalpolizei. Nach bisherigen Angaben soll der jüngere Mann ohne Fahrerlaubnis gefahren sein und die Kontrolle über das Auto verloren haben. Die Polizei bewertet den Vorfall als Unfall; Hinweise auf einen Anschlag ergaben sich nicht.

Fahrer soll keine Erlaubnis gehabt haben

Der 20-Jährige ließ über seinen Anwalt mitteilen, er sei im Bereich des Flughafens mit dem Wagen in den Zaun geraten. Danach habe er den Unfallort verlassen. Der 32-Jährige ist nach Polizeiangaben Halter des Fahrzeugs. Zu den näheren Umständen äußerte er sich demnach nicht.

Gegen den mutmaßlichen Fahrer wird wegen des Verdachts auf unerlaubtes Entfernen vom Unfallort und Fahren ohne Fahrerlaubnis ermittelt. Beim Fahrzeughalter prüfen die Ermittler, ob er zugelassen haben könnte, dass der 20-Jährige den Wagen ohne gültige Fahrerlaubnis nutzte. Die genauen Abläufe und die Beteiligung der beiden Männer sind weiter Gegenstand der Ermittlungen.

Das Auto war nach dem Vorfall nicht mehr am Flughafen. Es wurde auf private Veranlassung abgeschleppt und später auf dem Gelände eines Autohandels gefunden. Auf richterliche beziehungsweise staatsanwaltschaftliche Anordnung wurde der Wagen beschlagnahmt und durchsucht. Auch die Wohnung des mutmaßlichen Fahrers wurde durchsucht.

Sicherheitskräfte suchten Gelände ab

Entdeckt wurde die beschädigte Stelle am Sicherheitszaun am späten Samstagabend bei einer Kontrollfahrt des Flughafensicherheitsdienstes. Der Schaden lag im Bereich der Nordbahn. Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin das Gelände mehrfach. Dabei kamen auch ein Polizeihubschrauber und Drohnentechnik zum Einsatz.

Bei den Durchsuchungen fanden die Einsatzkräfte weder Unbefugte auf dem Gelände noch verdächtige Gegenstände. Dennoch wurde der Vorfall zunächst als sicherheitsrelevant behandelt. Die Nordbahn blieb gesperrt und wurde am Sonntag gegen 14 Uhr wieder freigegeben.

Der Flugverkehr wurde währenddessen über die parallel verlaufende Südbahn abgewickelt. Diese liegt mehr als einen Kilometer entfernt. Nach Angaben eines Flughafensprechers kam es dadurch nicht zu Einschränkungen bei Starts und Landungen.

Ermittlungen laufen weiter

Die Polizei geht inzwischen von einem Unfallgeschehen aus. Zugleich sind mehrere Punkte noch nicht abschließend geklärt. Dazu zählen der genaue Fahrtweg, die Geschwindigkeit, die Rolle des Halters und die Frage, wie das Fahrzeug nach dem Zusammenstoß vom Gelände entfernt wurde.

Für die Ermittlungen ist auch wichtig, ob der Halter wusste, dass der 20-Jährige keine Fahrerlaubnis hatte. Das Straßenverkehrsgesetz stellt es unter Strafe, ein Fahrzeug einer Person zu überlassen, die nicht fahren darf. Neben möglichen Verkehrsstraftaten geht es um die Folgen für die Flughafensicherheit, weil der beschädigte Zaun einen geschützten Bereich betraf.

Frühere Sicherheitslage im Blick

Der Vorfall sorgte auch deshalb für besondere Aufmerksamkeit, weil der Flughafen Leipzig/Halle bereits im Sommer im Zusammenhang mit einem Sicherheitsereignis genannt worden war. Im August war dort eine mit Sprengstoff präparierte Drohne entdeckt worden. Die Bundesregierung machte Russland für den versuchten Angriff verantwortlich; Moskau wies die Vorwürfe zurück.

Am Flughafen stehen seit 2022 außerdem drei russische Antonow-Frachtflugzeuge wegen der EU-Sanktionen gegen Russland. Sie befinden sich im Nordbereich des Flughafens. Ukrainische Antonow-Maschinen stehen nach Angaben des Flughafens im Südbereich und damit deutlich weiter entfernt. Der nun beschädigte Zaun lag zwar ebenfalls im Norden, aber nicht unmittelbar bei den russischen Flugzeugen.