Panorama · Vorfall in Brandenburg
Wolf verletzt Mädchen in Wildpark schwer
In einem Wildpark bei Baruth/Mark in Brandenburg hat ein Wolf ein achtjähriges Mädchen schwer verletzt. Das Kind wurde am Mittwochmorgen mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen. Nach Angaben der Polizei befand es sich mit zwei weiteren Kindern und einer Mitarbeiterin des Parks in einem Tiergehege, als es zu dem Angriff kam. Die Ermittlerinnen und Ermittler klären nun den genauen Ablauf und prüfen auch, ob fahrlässiges Verhalten eine Rolle spielte.
Angriff in einem Gehege
Die Rettungsleitstelle informierte die Polizei gegen 9.30 Uhr über das verletzte Kind. Zunächst war von einem Angriff durch mindestens ein Wildtier die Rede. Später bestätigte ein Polizeisprecher, dass es sich um einen Wolf handelte. Das Mädchen war nach Angaben der Polizei als Besucherin in dem Park.
Die beiden anderen Kinder und die Mitarbeiterin blieben äußerlich unverletzt. Für die Beteiligten waren Seelsorgerinnen und Seelsorger vor Ort. Weitere Einzelheiten zum Hergang nannte die Polizei zunächst nicht. Zeuginnen und Zeugen sollen befragt werden.
Polizei prüft mögliche Fahrlässigkeit
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht unter anderem die Frage, wie die Kinder in das Gehege gelangten. Die Polizei untersucht den Ablauf des Vormittags und die Verantwortlichkeiten im Park. Dabei wird auch geprüft, ob der Vorfall durch eine Verletzung von Sorgfaltspflichten begünstigt wurde.
Die Polizei erklärte, die genauen Umstände seien weiter Gegenstand der Ermittlungen. Damit ist auch offen, welche Handlungen unmittelbar vor dem Angriff stattfanden und welche Sicherheitsvorkehrungen in dem Bereich galten. Die Ermittlungen dauern an.
Wildpark kooperiert mit Behörden
Der betroffene Wildpark Johannismühle liegt bei Baruth/Mark, etwa 45 Kilometer südlich von Berlin. Die private Einrichtung hält verschiedene Wild- und Raubtiere in Gehegen. Dazu gehören unter anderem Hirsche, Rehe, Grau- und Polarwölfe, ein Braunbär sowie ein Luchs.
Der Wildpark teilte mit: „Wir kooperieren in vollem Umfang mit allen Behörden.“ Wegen der laufenden Verfahren machte die Einrichtung zunächst keine weiteren Angaben. Zugleich erklärte der Park, man bedauere den Vorfall sehr; die Familie des Mädchens habe volle Unterstützung. Am Eingang war ein Hinweis angebracht, wonach der Park aus technischen Gründen geschlossen sei.
Einordnung des Vorfalls
Der Angriff ereignete sich während der Herbstferien in Brandenburg. In dieser Zeit besuchen viele Familien Ausflugsziele wie Tierparks und Wildgehege. Der Fall rückt deshalb auch Fragen nach Abläufen, Aufsicht und Sicherheit in Anlagen mit Raubtieren in den Fokus.
In Brandenburg leben Wölfe nicht nur in Einrichtungen wie dem Wildpark, sondern auch in freier Natur. In dem Bundesland gibt es inzwischen zahlreiche Wolfsrudel. Der aktuelle Vorfall betrifft jedoch ein Tier in einem abgegrenzten Parkgehege. Für die Bewertung des Geschehens sind daher vor allem die konkreten Umstände vor Ort und die Ergebnisse der polizeilichen Ermittlungen entscheidend.