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Stündlich aktualisiert

Panorama · Sturmwochenende

Sturmtiefs bringen Wind und Regen nach Deutschland

In Deutschland nimmt die Sturmgefahr zum Wochenende zu. Nach Tief Luise folgt am Sonntag Manja, an den Küsten steigt das Risiko einer Sturmflut.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Stürmisches Herbstwetter an einer Küste mit dunklen Wolken und starkem Wind.
Symbolbild: Stürmisches Herbstwetter an einer Küste mit dunklen Wolken und starkem Wind. KI-generiert

Deutschland steht vor einem unruhigen Herbstwochenende mit Sturm, Regen und sinkenden Temperaturen. Das Tief Luise, international Austen genannt, hat sich am Donnerstag über dem nahen Ostatlantik entwickelt und erreicht Deutschland in der Nacht zum Freitag. Besonders im Westen und Südwesten werden kräftige Böen erwartet. In hohen Lagen können schwere Sturmböen und vereinzelt Orkanböen auftreten. Am Sonntag folgt mit Manja bereits das nächste Sturmtief, das vor allem an den Küsten für zusätzliche Gefahr sorgen kann.

Luise bringt Regen und Sturm

In der Nacht zum Freitag setzt zwischen Schwarzwald und Rheinland verbreitet Regen ein. Im Laufe des Freitags breiten sich die Niederschläge weiter ostwärts aus. Längere sonnige Abschnitte sind zunächst noch zwischen Ostsee und Bayerischem Wald möglich, bevor auch dort dichtere Wolken aufziehen können.

Die Temperaturen erreichen am Freitag nach den Prognosen 10 bis 16 Grad. Der Wind wird zum bestimmenden Wetterfaktor. Besonders Nordrhein-Westfalen muss sich nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes auf kräftige Böen einstellen. Dort sind Windgeschwindigkeiten von 80 bis 100 Kilometern pro Stunde möglich. DWD-Meteorologe Robert Hausen warnte vor Gefahren durch abbrechende Äste und lose Gegenstände, die vom Wind erfasst werden können.

Auch abseits der besonders betroffenen Regionen bleibt die Lage angespannt. Im Westen, Norden und bis in den Nordosten hinein kann es bis Montag wiederholt stürmisch werden. In den höchsten Mittelgebirgs- und Alpenlagen sind die stärksten Böen zu erwarten. Dort kann der Wind Orkanstärke erreichen.

Wechselhaftes Wetter am Samstag

Am Samstag bleibt das Wetter vielerorts herbstlich wechselhaft. Dichte Wolken und Regen ziehen über Teile des Landes, zwischendurch sind aber auch trockenere Phasen mit etwas Sonne möglich. Im Süden wird es voraussichtlich am freundlichsten, dort kann sich das Wetter zeitweise beruhigen.

Die Höchstwerte liegen am Samstag nur noch zwischen 7 und 14 Grad. Der Wind lässt nicht überall nach. An der Küste und im Umfeld der Mittelgebirge sind weiterhin stürmische Böen oder Sturmböen möglich. In höheren Lagen wird es zudem winterlich: Oberhalb von etwa 1.200 Metern kann der Regen in Schneeregen oder Schnee übergehen.

Damit verschiebt sich die Wetterlage am Wochenende nicht nur zu mehr Wind, sondern auch zu kühleren Luftmassen. Für den Straßenverkehr kann das vor allem in den Höhenlagen relevant werden, wenn nasse Fahrbahnen, schlechte Sicht und winterliche Niederschläge zusammenkommen.

Manja erhöht Sturmflutgefahr

Am Sonntag zieht mit Manja das nächste Sturmtief heran. Besonders betroffen sind nach derzeitigem Stand die Küstenregionen. Dort werden teils schwere Sturmböen erwartet. Weil der Wind zunehmend aus westlichen Richtungen weht, nimmt auch die Gefahr einer Sturmflut zu.

Im Südosten Deutschlands bleibt Regen ein Thema. In Staulagen von Eifel, Rothaargebirge und Schwarzwald können Mengen bis maximal 80 Liter je Quadratmeter zusammenkommen. Aus Nordwesten und Westen setzt zeitweise freundlicheres Wetter mit mehr Sonne ein. Dennoch bleiben Schauer möglich, vereinzelt auch Gewitter.

Die Temperaturen erreichen am Sonntag 8 bis 16 Grad. Damit bleibt es für Ende Oktober zwar nicht ungewöhnlich kalt, die Kombination aus Wind, Regen und örtlich kräftigen Böen kann den Tag aber vielerorts ungemütlich machen. Im Norden und Westen dürfte der stürmische Wettercharakter auch nach dem Wochenende noch nicht überall beendet sein.

Herbstlage mit mehreren Tiefs

Die Entwicklung passt zu einer typischen, aber kräftigen Herbstwetterlage. Tiefdruckgebiete ziehen vom Atlantik nach Mitteleuropa und bringen feuchte Luft, starke Luftdruckgegensätze und damit viel Wind. Für Deutschland bedeutet das zunächst vor allem regionale Sturmgefahr, örtlich hohe Regenmengen und an den Küsten ein erhöhtes Risiko durch auflaufendes Wasser.

Entscheidend bleibt, wie sich die Zugbahnen der Tiefs bis Sonntag weiter entwickeln. Schon geringe Verschiebungen können beeinflussen, wo die stärksten Böen auftreten und welche Regionen die größten Regenmengen abbekommen. Sicher ist: Das Wochenende wird in weiten Teilen Deutschlands deutlich unruhiger als die Tage zuvor.