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Stündlich aktualisiert

Panorama · Unwetter in Spanien

Sturmtief Adam fordert mindestens vier Todesopfer

In Valencia und Alicante stehen Orte unter Wasser, auf den Balearen fallen Flüge aus. Behörden melden mindestens vier Tote und umfangreiche Rettungseinsätze.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Nach Starkregen stehen Straßen in einer spanischen Küstenregion unter Wasser.
Symbolbild: Nach Starkregen stehen Straßen in einer spanischen Küstenregion unter Wasser. KI-generiert

Sturmtief Adam hält den Osten Spaniens und die Balearen weiter in Atem. In den Provinzen Valencia und Alicante führten extreme Niederschläge zu Überschwemmungen, mindestens vier Menschen kamen ums Leben. Besonders betroffen ist die Küstenstadt Oliva südlich von Valencia. Dort wurden am Montag eine 79 Jahre alte Frau und ein 64-jähriger Mann tot geborgen. Zugleich mussten Tausende Menschen in Sicherheit gebracht werden, während auf Mallorca, Ibiza und weiteren Balearen-Inseln der Schulbetrieb vorsorglich ausgesetzt wurde.

Valencia und Alicante schwer getroffen

In der Autonomen Gemeinschaft Valencia rief die Regionalregierung die zweithöchste Notfallstufe aus. Zeitweise galt für 145 Gemeinden mit insgesamt mehr als 800.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine Ausgangsbeschränkung. Später wurde diese Maßnahme auf acht Gemeinden reduziert. Mehrere Orte blieben wegen überfluteter Straßen von der Umgebung abgeschnitten.

Einsatzkräfte holten den Behörden zufolge mehr als 450 Menschen aus gefährlichen Situationen. Sie waren unter anderem in Häusern, Fahrzeugen oder auf Dächern eingeschlossen. Für Rettungen kamen Boote und Hubschrauber zum Einsatz. In Gandia wurde eine 93-Jährige auf einem Surfbrett aus einer überfluteten Zone gebracht, wie aus einem Polizeivideo hervorging.

Der Katastrophenschutz in Valencia warnte die Bevölkerung vor unnötigen Wegen. Sein Leiter Juan Carlos Valterrama sagte, es sei nicht möglich, sich sicher fortzubewegen, und rief die Menschen auf, zu Hause zu bleiben. Die anhaltenden Regenfälle verursachten demnach schwere Überflutungen.

2.000 Menschen von Campingplätzen gerettet

Am stärksten traf es nach Behördenangaben die Küstenabschnitte La Safor im Süden der Provinz Valencia und Marina Alta im Norden der Provinz Alicante. In Oliva wurden aus sieben Campinganlagen etwa 2.000 Menschen weggebracht. Bürgermeisterin Yolanda Pastor erklärte, weiterhin seien Einwohnerinnen und Einwohner in Häusern eingeschlossen gewesen; einige hätten sich auf Dächer gerettet. Später teilten Einsatzkräfte mit, alle akut lebensbedrohten Personen in Oliva seien in Sicherheit.

Auch in zahlreichen anderen Gemeinden standen Straßen, Wohnhäuser und Campingplätze unter Wasser. In mehr als 40 Orten fiel der Unterricht aus. Die ersten beiden Todesfälle des Sturmtiefs waren bereits am Wochenende gemeldet worden: Eine Frau starb in Sagunto nördlich von Valencia, eine weitere im katalanischen Cabrera de Mar.

Die Regenmengen erreichten außergewöhnliche Werte. Der spanische Wetterdienst Aemet registrierte in Oliva binnen eines Tages mehr als 530 Liter je Quadratmeter. In Pego in der Provinz Alicante waren es mehr als 620 Liter. Für Teile der Region entspricht das etwa dem Doppelten dessen, was dort in einem ganzen Jahr üblich ist. Die höchste Warnstufe für die besonders betroffenen Küstengebiete wurde am frühen Nachmittag wieder aufgehoben. Die Regenfälle sollten sich im Tagesverlauf abschwächen und weiter Richtung Katalonien ziehen.

Balearen mit Warnungen und Flugproblemen

Auch auf den Balearen sorgte Adam für Einschränkungen. Für Mallorca galt in der Nacht die höchste Sturmwarnstufe. Die Lage blieb dort insgesamt ruhiger als befürchtet. Die Rettungsdienste verzeichneten zunächst wenige Zwischenfälle, darunter umgestürzte Bäume und eine zeitweise Einsturzgefahr. Im Westen der Insel, besonders im Raum Calvià, kam es dennoch zu Überschwemmungen und Sachschäden.

Auf Mallorca, Ibiza, Formentera sowie nach weiteren Angaben auch auf Menorca wurde der Unterricht am Montag vorsorglich ausgesetzt. Der Flugverkehr war ebenfalls beeinträchtigt. Die Angaben zu gestrichenen Verbindungen schwankten bis zum Nachmittag zwischen zwei und zwölf Ausfällen; zudem wurden 16 Umleitungen und zahlreiche Verspätungen gemeldet. Für einzelne Balearen-Inseln wurden darüber hinaus weitere Flugstreichungen angegeben. Auf Mallorca sollte sich das Wetter zur Wochenmitte wieder bessern.

Erinnerung an frühere Flut und Klimarisiken

Die neuen Überschwemmungen treffen eine Region, die erst vor knapp zwei Jahren eine schwere Flutkatastrophe erlebt hatte. Damals starben in der Region Valencia mehr als 220 Menschen. Die Behörden stehen deshalb erneut unter besonderem Druck, gefährdete Zonen schnell zu sperren und Menschen aus überfluteten Bereichen zu holen.

Fachleute verweisen seit längerem darauf, dass der Klimawandel Extremwetter in Spanien begünstigt. Dazu zählen häufigere und intensivere Starkregenereignisse. Nach Daten von Aemet war der September auf dem spanischen Festland der heißeste seit Beginn der Messreihen. Auch der Sommer 2026 war in Spanien der wärmste seit Aufzeichnungsbeginn.