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Stündlich aktualisiert

Panorama · Unglück in Nairobi

Sieben Vermisste nach Hochhaus-Einsturz in Nairobi

In Kenias Hauptstadt Nairobi ist ein im Bau befindliches Hochhaus eingestürzt. Rettungskräfte suchen nach sieben Vermissten unter den Trümmern.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Rettungskräfte an einer abgesperrten Baustelle nach einem Gebäudeeinsturz in einer Großstadt.
Symbolbild: Rettungskräfte an einer abgesperrten Baustelle nach einem Gebäudeeinsturz in einer Großstadt. KI-generiert

In Nairobi suchen Einsatzkräfte nach dem Einsturz eines noch nicht fertiggestellten Hochhauses nach sieben vermissten Menschen. Das Unglück ereignete sich am Freitag im Stadtteil Eastleigh an einer stark frequentierten Straße. Nach Angaben des kenianischen Innenministers Kipchumba Murkomen konnten Rettungsteams mit einigen Verschütteten Kontakt herstellen. Die 67 Bauarbeiter, die zum Zeitpunkt des Einsturzes auf der Baustelle waren, wurden demnach erfasst; einer von ihnen wurde verletzt.

Vermisste vermutlich in Geschäften

Murkomen erklärte am Freitag über den Onlinedienst X, die Vermissten hätten sich nach bisherigen Erkenntnissen nicht auf den oberen Baustellenbereichen aufgehalten. Sie seien offenbar in den Ladenflächen im Erdgeschoss und im Untergeschoss gewesen. In dem Gebäude befanden sich demnach elf Geschäfte in diesen Bereichen.

Die Rettungskräfte arbeiteten daran, Menschen aus dem eingestürzten Bauwerk zu befreien. Videoaufnahmen vom Ort des Unglücks zeigten große Trümmermengen und erschwerte Bedingungen für die Bergung. Der genaue Zustand der Vermissten wurde zunächst nicht weiter beschrieben. Dass die Einsatzkräfte zu einigen Personen Verbindung aufnehmen konnten, deutet jedoch darauf hin, dass unter den Trümmern Überlebende lokalisiert wurden.

Der Einsturz traf ein belebtes Viertel. Auf Aufnahmen aus der Umgebung waren zahlreiche Menschen zu sehen, die sich nahe der Unglücksstelle versammelt hatten. Solche Menschenansammlungen können Rettungsarbeiten zusätzlich erschweren, weil Zufahrten für Einsatzfahrzeuge frei bleiben müssen und Absperrungen durchgesetzt werden müssen.

Polizei setzt Tränengas ein

Nach dem Einsturz kam es in der Umgebung zu Unruhe. Berichten aus Nairobi zufolge wurden benachbarte Geschäfte geplündert. Die Polizei ging mit Tränengas gegen die Lage vor. Ob es dabei weitere Verletzte gab, wurde zunächst nicht bekannt.

Innenminister Murkomen besuchte den Unglücksort am Abend gemeinsam mit weiteren Regierungsvertretern. Die Behörden machten zunächst keine Angaben dazu, wodurch das Gebäude zusammenbrach. Auch zu möglichen Verantwortlichkeiten oder Prüfungen an der Baustelle gab es vorerst keine öffentlichen Details.

Der Einsatz konzentrierte sich zunächst auf die Suche nach Verschütteten. Bei einem Einsturz eines mehrstöckigen Gebäudes unter Bauzustand ist die Lage für Rettungskräfte besonders gefährlich, weil Teile der Konstruktion instabil bleiben können. Deshalb müssen Bergungsteams häufig vorsichtig und abschnittsweise vorgehen, um weitere Einstürze zu vermeiden.

Eastleigh wächst seit Jahren stark

Eastleigh ist eines der dicht besiedelten Wohn- und Geschäftsviertel Nairobis. Viele Menschen mit somalischem Hintergrund leben und arbeiten dort. In dem Stadtteil liegen Wohnhäuser, Läden und kleinere Betriebe eng beieinander. Der Einsturz an einer viel genutzten Straße traf daher einen Bereich, in dem sich zu jeder Tageszeit zahlreiche Menschen aufhalten können.

Nairobi erlebt seit Jahren einen starken Bauboom. Die wachsende Bevölkerung erhöht den Druck auf den Wohnungsmarkt, zugleich entstehen in kurzer Zeit zahlreiche mehrstöckige Gebäude. In vielen Vierteln werden ältere Strukturen ersetzt oder Grundstücke dichter bebaut. Der Einsturz in Eastleigh macht erneut sichtbar, wie groß die Risiken auf Baustellen in schnell wachsenden Metropolen sein können, wenn sich viele Menschen in unmittelbarer Nähe von Bauprojekten aufhalten.

Für die Angehörigen der Vermissten steht nun die Rettung im Vordergrund. Die Behörden meldeten, dass die Suche weiterläuft und die Einsatzkräfte versuchen, die eingeschlossenen Menschen zu erreichen. Der Fokus liegt darauf, die Verschütteten lebend aus den Trümmern zu holen.