Panorama · Unglück in Spanien
Mehrere Tote bei Zugkollision nahe Toledo
Bei einem schweren Zugunglück in der spanischen Provinz Toledo sind am Mittwochmorgen mehrere Menschen gestorben. Erste Angaben reichen von mindestens zehn bis zu 46 Todesopfern, zudem gibt es zahlreiche Verletzte. Zwei Hochgeschwindigkeitszüge kollidierten nahe der Orte Urda und Orgaz, südlich von Madrid. Der Bahnnetzbetreiber Adif sperrte die Verbindung zwischen Madrid und Andalusien in beiden Richtungen.
Zusammenstoß auf Strecke nach Süden
Der Unfall ereignete sich kurz vor 9 Uhr in Zentralspanien. Nach Angaben aus dem Umfeld des Bahnnetzbetreibers waren beide Züge in Richtung Andalusien unterwegs. Demnach prallte ein Hochgeschwindigkeitszug von hinten auf einen anderen Zug. Einer der beteiligten Züge gehört zum staatlichen Unternehmen Renfe, der andere zum privaten Anbieter Iryo.
Auf Aufnahmen vom Unfallort sind zwei Wagen zu sehen, die von der Strecke abgekommen und eine Böschung hinuntergerutscht sind. Einsatzkräfte kümmerten sich um Verletzte und die Bergung an der Unfallstelle. Eine Sprecherin der Regionalregierung von Kastilien-La Mancha warnte, dass die Zahl der Todesopfer noch steigen könne.
Strecke Madrid-Andalusien gesperrt
Adif stoppte den Verkehr auf der betroffenen Hochgeschwindigkeitsstrecke in beide Richtungen. Die Verbindung ist eine wichtige Achse zwischen der Hauptstadt Madrid und dem Süden des Landes. Wie lange die Sperrung dauert, war zunächst offen. Für Reisende auf der Strecke ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen.
Warum die beiden Züge kollidierten, ist noch nicht geklärt. Zunächst gab es Hinweise auf einen möglichen menschlichen Fehler, bestätigt ist das aber nicht. Ermittlungen sollen klären, wie es auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke zu dem Zusammenstoß kommen konnte.
Sánchez äußert Mitgefühl
Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez reagierte auf das Unglück mit Anteilnahme. Er schrieb auf X, er sei „bestürzt über das schwere Zugunglück in Toledo“. Den Betroffenen und den Angehörigen sprach er sein Mitgefühl aus.
Die Regionalregierung von Kastilien-La Mancha und die Bahnunternehmen standen nach dem Unfall unter Druck, rasch belastbare Angaben zur Zahl der Opfer und zum Ablauf zu machen. Die stark auseinandergehenden Zahlen zeigen, dass die Lage am Vormittag noch unübersichtlich war. Krankenhäuser in der Region bereiteten sich auf die Versorgung von Verletzten vor.
Zweiter schwerer Unfall in kurzer Zeit
Das Unglück trifft Spanien weniger als ein Jahr nach einem weiteren schweren Unfall im Hochgeschwindigkeitsnetz. Mitte Januar kam es in der Provinz Córdoba zu einem Zugunglück mit 46 Toten und 152 Verletzten. Als Auslöser wurde damals der Bruch einer Schweißnaht genannt, der eine Entgleisung verursachte.
Spanien verfügt über eines der größten Hochgeschwindigkeitsnetze Europas. Die Strecken verbinden Madrid mit mehreren Regionen, darunter Andalusien im Süden. Der erneute schwere Unfall dürfte die Debatte über Sicherheit, Kontrolle und Betrieb auf dem Netz neu anstoßen.