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Stündlich aktualisiert

Panorama · Unwetter auf Balearen

Mallorca wegen Starkregen auf höchster Warnstufe

Auf Mallorca gilt am Montagmorgen Warnstufe Rot. Behörden schließen Schulen, am Flughafen gibt es Ausfälle und Verspätungen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Dunkle Regenwolken und nasse Straßen stehen für die Unwetterlage auf Mallorca.
Symbolbild: Dunkle Regenwolken und nasse Straßen stehen für die Unwetterlage auf Mallorca. KI-generiert

Wegen erwarteter extremer Niederschläge gilt auf Mallorca am Montagmorgen die höchste Wetterwarnung. Der spanische Wetterdienst Aemet warnte für den Süden, Osten und die Inselmitte vor sehr starkem Regen; die Stufe Rot gilt dort in der Nacht zum Montag bis 6.00 Uhr. Die Behörden sagten vorsorglich den Unterricht ab. Am Flughafen Palma kam es bereits zu Flugausfällen und langen Verzögerungen.

Warnung erreicht Handys

Auf Mallorca erhielten Menschen am Sonntagabend eine behördliche Notfallmeldung auf ihre Mobiltelefone. Der Zivilschutz riet darin: „Vermeiden Sie Aufenthalte im Freien und in Kellern.“ Hintergrund ist das Sturmtief „Adam“, das zuvor auf dem spanischen Festland und auf den Balearen schwere Regenfälle gebracht hatte.

Aemet rechnet in besonders betroffenen Gebieten Mallorcas mit bis zu 90 Litern Regen pro Quadratmeter innerhalb einer Stunde. In einer zwölfstündigen Phase könnten insgesamt bis zu 160 Liter pro Quadratmeter zusammenkommen. Bei solchen Herbstgewittern gelten auf der Insel vor allem plötzlich anschwellende Sturzbäche als gefährlich, weil sie Straßen und tiefer gelegene Bereiche rasch überfluten können.

Auch andere Baleareninseln sind betroffen. Auf Ibiza und Formentera fällt am Montag ebenfalls der Unterricht aus. Für Ibiza und Menorca wurden weitere Unwetterwarnungen ausgegeben. Auf Ibiza waren Straßen zeitweise überschwemmt; Müllcontainer wurden von Wassermassen mitgerissen. Die wichtigste Verbindung zum Flughafen musste dort gesperrt werden.

Flugverkehr stark beeinträchtigt

Der Flughafenbetreiber Aena meldete für Mallorca dutzende gestrichene Verbindungen. Weitere Flüge verspäteten sich deutlich. Auch auf Ibiza wurden Maschinen annulliert, umgeleitet oder mit Verspätung abgefertigt. Die Unwetterlage trifft damit auch zahlreiche Reisende, denn Mallorca und die Nachbarinseln gehören zu den wichtigsten Urlaubszielen im westlichen Mittelmeer.

Die spanische Armee verlegte angesichts der angespannten Lage Soldaten vom Festland auf die Inseln. Sie sollen die Einsatzkräfte unterstützen, falls Straßen unpassierbar werden, Menschen eingeschlossen sind oder weitere Hilfe nötig wird. Bereits am Sonntag waren Rettungsdienste in mehreren Regionen Spaniens vielfach im Einsatz.

Schäden auf dem Festland

Neben den Balearen ist auch die Mittelmeerküste des spanischen Festlands betroffen. Für die Region Valencia rief Aemet wegen der erwarteten Gefahren am Montagmorgen ebenfalls die höchste Warnstufe aus. Dort wurden einzelne Zugverbindungen gestrichen. In mehreren Landesteilen meldeten Einsatzkräfte überschwemmte Straßen, beschädigte Häuser und umgestürzte Bäume.

Besonders stark traf das Unwetter zuvor Katalonien, Andalusien und die Gegend um Valencia. In Katalonien wurde eine Frau tot im Meer gefunden, nachdem sie am Samstag in Cabrera de Mar nordöstlich von Barcelona in einen Bach geraten war. In Andalusien retteten Einsatzkräfte nahe Málaga am Wochenende zehn Menschen aus einem überfluteten Tunnel an einer Strandpromenade.

Auch in Städten und Gemeinden im Süden Spaniens liefen Straßen voll. Fahrzeuge, Wohnungen und Geschäfte standen stellenweise im Wasser. In einigen Gebieten an der Mittelmeerküste wurden am Sonntag zeitweise mehr als 200 Liter Regen pro Quadratmeter gemessen.

Mittelmeer begünstigt Starkregen

Spanien erlebt immer wieder sogenannte Mittelmeer-Unwetter, bei denen warme, feuchte Luft in kurzer Zeit enorme Regenmengen auslösen kann. Fachleute weisen darauf hin, dass der Klimawandel solche Extremereignisse wahrscheinlicher und intensiver machen kann. Ein wärmeres Mittelmeer erhöht die Verdunstung und liefert damit zusätzliche Feuchtigkeit für Gewitter und Starkregen.

Aemet hatte bereits zuvor außergewöhnliche Wärme verzeichnet. Der September war auf dem spanischen Festland der heißeste seit Beginn der Messreihen. Auch der Sommer erreichte nach Angaben des Wetterdienstes einen Rekordwert. Für die betroffenen Regionen bleibt die Lage am Montag angespannt, solange Starkregen und Sturzfluten möglich sind.