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Stündlich aktualisiert

Panorama · Unwetter in Deutschland

Herbststurm verletzt Menschen und bremst Bahnverkehr

Ein Herbststurm hat in mehreren Bundesländern Schäden verursacht. In Rheinland-Pfalz stürzte ein Baugerüst ein, auch Bahnstrecken und Fährverbindungen sind betroffen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Herbststurm kann Bäume, Gerüste und Verkehrswege beschädigen.
Symbolbild: Ein Herbststurm kann Bäume, Gerüste und Verkehrswege beschädigen. KI-generiert

Ein Herbststurm hat am Freitag in mehreren Teilen Deutschlands zu Verletzten, gesperrten Bahnstrecken und zahlreichen Einsätzen geführt. Besonders schwer war ein Vorfall in Nastätten in Rheinland-Pfalz: Dort stürzte am Nachmittag ein Baugerüst um. Zwei Menschen wurden schwer verletzt, eine Person kam mit lebensgefährlichen Verletzungen per Hubschrauber in ein Krankenhaus.

Baugerüst stürzt bei Veranstaltung um

Nach Angaben der Polizei ereignete sich der Einsturz in der Gemeinde Nastätten im Rhein-Lahn-Kreis, nahe der Grenze zu Hessen. In dem betroffenen Bereich lief zu dieser Zeit der „Oktobermarkt“. Die Polizei geht nach ersten Einschätzungen davon aus, dass eine kräftige Windböe das Gerüst erfasst haben könnte. In der Region wurden zu diesem Zeitpunkt Sturmböen registriert.

Ob die Verletzten zu den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung gehörten, war zunächst nicht abschließend geklärt. Auch ob sich Menschen auf dem Gerüst befanden, blieb offen. Rettungskräfte waren im Einsatz, der Bereich wurde abgesperrt.

Auch in Hessen verletzte der Sturm einen Menschen. Im Kreis Offenbach wurde ein Radfahrer auf einem Waldweg zwischen Klein-Welzheim und Froschhausen von einem abgerissenen Ast getroffen. Die Feuerwehr musste den Mann befreien. Angaben zur Schwere seiner Verletzungen wurden zunächst nicht bekannt.

Im Saarland rückten Polizei und Rettungskräfte ebenfalls vielfach aus. Seit dem Mittag wurden bis zum Abend landesweit 59 Einsätze gezählt. In 44 Fällen ging es um umgestürzte Äste oder Bäume auf Straßen sowie um Bauzäune, die auf Fahrbahnen geweht worden waren. In Lebach wurde ein Fußgänger von einem Werbeschild getroffen und leicht verletzt.

Bahn meldet mehrere Sturmschäden

Der Sturm beeinträchtigte auch den Bahnverkehr in mehreren Bundesländern. Bei Pforzheim in Baden-Württemberg prallte ein abgebrochener Ast gegen die Windschutzscheibe einer Regionalbahn. In dem Zug saßen Hunderte Fahrgäste. Die Bahn blieb auf der Strecke stehen, verletzt wurde niemand.

Am Karlsruher Hauptbahnhof wurde der Betrieb vorübergehend komplett gestoppt. Nach Angaben der Bundespolizei war am Bahnsteig 2 ein Gegenstand in die Oberleitung geraten. Reisende berichteten von starkem Funkenflug. Die Oberleitung wurde aus Sicherheitsgründen abgeschaltet und anschließend von Fachleuten überprüft. Später waren die Gleise wieder freigegeben. Verletzte gab es auch dort nicht.

In Nordrhein-Westfalen kam es ebenfalls zu mehreren wetterbedingten Störungen. Auf der Verbindung zwischen Stolberg und Aachen Rothe Erde beschädigte der Sturm die Oberleitung. Die Strecke wurde deshalb in beide Richtungen gesperrt. Zwischen Neuss Hauptbahnhof und Meerbusch-Osterath blockierte ein umgestürzter Baum die Gleise. Eine weitere Behinderung zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen, ebenfalls verursacht durch einen umgestürzten Baum, war bereits beseitigt.

Nordsee muss mit weiteren Böen rechnen

Auch an der Nordseeküste wirkt sich das stürmische Wetter aus. Zum Ende der niedersächsischen Herbstferien kann es dort zu Problemen im Fährverkehr kommen. Einige Reedereien stellten bereits Einschränkungen oder Ausfälle in Aussicht, insbesondere bei Verbindungen zu den Ostfriesischen Inseln.

Für Sonntag werden an der Nordsee schwere Sturmböen erwartet. Damit fällt das angekündigte Wetter in eine Zeit, in der viele Reisende von den Inseln zurückkehren wollen. Besonders anfällig sind bei solchen Lagen Fährverbindungen, Bahnstrecken mit Bäumen in Gleisnähe sowie Baustellenbereiche mit Gerüsten, Zäunen und leichten Aufbauten.

Der Herbststurm ist der erste größere Sturm der Saison über Teilen Deutschlands. Die bisherigen Vorfälle zeigen, wie unterschiedlich die Auswirkungen ausfallen: In Städten und Ortschaften sind vor allem Bauzäune, Schilder und Gerüste gefährdet, auf Landstraßen und Waldwegen herabfallende Äste. Im Bahnverkehr reichen einzelne Bäume oder Gegenstände in Oberleitungen aus, um Strecken zeitweise lahmzulegen.