Panorama · Angriff in Polen
Fünf Tote nach Schüssen im Zentrum von Krakau
Bei einem Schussangriff auf dem Großen Ring im Zentrum von Krakau sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten lag zunächst bei mindestens zehn; teils war von mehr als zehn Verletzten die Rede. Unter den Verletzten sind auch Polizisten. Die Polizei nahm einen Verdächtigen fest und geht nach ersten Angaben von einem einzelnen Täter aus.
Schüsse auf zentralem Platz
Der Angriff ereignete sich gegen 15 Uhr auf dem Hauptplatz der Stadt, der zugleich einer der bekanntesten Orte Krakaus ist. Nach Angaben der Behörden fuhr ein Mann mit einem Auto auf den Platz und schoss von dort auf Menschen, die sich dort aufhielten. Die Polizei sprach von wahllosen Schüssen auf Passanten.
Einsatzkräfte sperrten den Bereich ab. Die Behörden riefen Menschen in der Umgebung auf, Schutz zu suchen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Auf Aufnahmen aus sozialen Netzwerken war zu sehen, dass ein Rettungshubschrauber auf dem Platz landete. Feuerwehr und Rettungsdienst waren mit einem größeren Aufgebot im Einsatz.
Der Große Ring liegt im Zentrum der Stadt und ist ein stark besuchter Ort. Krakau zieht viele Reisende an; entsprechend halten sich dort regelmäßig zahlreiche Einheimische und Besucherinnen und Besucher auf. Die Tat traf damit einen besonders belebten Bereich der Stadt.
Verdächtiger im Krankenhaus
Der mutmaßliche Schütze wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Er war angeschossen worden und kam in ein Krankenhaus. Seine Identität war zunächst nicht bekannt. Das Polizeipräsidium in Krakau gab an, der Mann habe Militärkleidung getragen und ein Gewehr bei sich gehabt.
Die Ermittlerinnen und Ermittler prüfen nun den Ablauf und das Motiv. Zu möglichen Hintergründen lagen zunächst keine gesicherten Angaben vor. Die Polizei geht nach derzeitigem Stand davon aus, dass der Verdächtige allein gehandelt hat. Ob er Verbindungen zu Gruppen hatte oder aus persönlichen Motiven handelte, blieb offen.
Unter den Verletzten befinden sich auch zwei Polizisten. Zunächst wurde nicht mitgeteilt, wie schwer die einzelnen Verletzungen sind. Die Behörden konzentrierten sich nach dem Angriff auf die Versorgung der Betroffenen, die Sicherung des Tatorts und die Befragung von Zeuginnen und Zeugen.
Regierung verfolgt Lage
Polens Regierungschef Donald Tusk erklärte, er werde fortlaufend über die Lage in Krakau informiert. Innenminister Marcin Kierwiński machte sich auf den Weg zum Tatort. Die Regierung kündigte an, die Ermittlungen der Polizei eng zu begleiten.
Für die Stadt bedeutet der Angriff einen schweren Einschnitt. Der Große Ring ist nicht nur Verkehrsknoten und Treffpunkt, sondern auch ein Symbol Krakaus. Nach den Schüssen stand zunächst die Gefahrenabwehr im Vordergrund. Danach sollten Spuren gesichert und der genaue Ablauf rekonstruiert werden.
Die Polizei dürfte neben den Aussagen von Zeuginnen und Zeugen auch Videoaufnahmen auswerten. Von Bedeutung ist dabei, wie der Verdächtige auf den Platz gelangte, wann die ersten Schüsse fielen und wie er überwältigt wurde.
Krakau als Touristenstadt
Krakau ist mit mehr als 800.000 Einwohnerinnen und Einwohnern die zweitgrößte Stadt Polens und Hauptstadt der Woiwodschaft Kleinpolen. Die Universitätsstadt gehört zu den wichtigsten touristischen Zielen des Landes.
Zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten zählen neben dem Großen Ring das Schloss auf dem Wawelhügel und die Kathedrale. Krakau steht auf der UNESCO-Welterbeliste. Der Angriff ereignete sich damit an einem Ort, der weit über Polen hinaus bekannt ist.