Panorama · Vatikan
Ärzte geben Entwarnung nach Krebs-OP bei Papst Leo
Nach seiner Operation wegen Lungenkrebs benötigt Papst Leo XIV. nach Einschätzung seiner Ärzte keine weitere Therapie. Untersuchungen des entnommenen Gewebes bestätigten zwar ein Karzinom in der Lunge, ergaben aber keinen Hinweis auf Metastasen. Der Tumor sei örtlich begrenzt geblieben, teilten der Chefchirurg Stefano Margaritora und der päpstliche Leibarzt Luigi Carbone in einer vom Vatikan veröffentlichten Erklärung mit. Für den 71-jährigen Pontifex bedeutet das eine deutliche medizinische Entwarnung nach Tagen der Ungewissheit.
Tumor im rechten Lungenflügel entfernt
Papst Leo war vor gut einer Woche operiert worden. Bei dem Eingriff entfernten Ärzte den unteren Teil des rechten Lungenlappens, in dem sich der bösartige Tumor befand. Bereits nach der Operation war von einem Verdacht auf ein Adenokarzinom die Rede gewesen. Dabei handelt es sich um eine verbreitete Form von Lungenkrebs.
Die endgültige Bewertung hing von der Untersuchung des Gewebes ab. Diese Analyse bestätigte nun die Krebsdiagnose, zeigte aber zugleich, dass sich die Erkrankung nicht im Körper ausgebreitet hat. In der Erklärung der behandelnden Ärzte heißt es, eine nachfolgende onkologische Bewertung habe ergeben, dass keine weitere Behandlung nötig sei.
Damit klärt sich eine zentrale Frage, die seit Bekanntwerden des Eingriffs offen war: Ob der Tumor bereits gestreut hatte oder ob er vollständig auf den betroffenen Bereich beschränkt blieb. Für den weiteren Verlauf ist diese Unterscheidung entscheidend, weil bei Metastasen häufig zusätzliche Behandlungen wie Chemotherapie, Bestrahlung oder zielgerichtete Therapien geprüft werden.
Erstes öffentliches Auftreten nach fünf Tagen
Fünf Tage nach der Operation zeigte sich Leo wieder öffentlich. Am Sonntag wandte er sich vom Fenster seines Arbeitszimmers an Gläubige auf dem Petersplatz und sprach das traditionelle Angelus-Gebet. Auf dem Platz hatten sich zahlreiche Menschen versammelt; die Angaben reichen von Tausenden bis zu Zehntausenden Gläubigen.
Der Papst dankte dem medizinischen Personal der Gemelli-Klinik, in der der Eingriff vorgenommen wurde. Zugleich bezog er sich auf Menschen, die selbst mit einer Krebserkrankung leben. Er habe sich ihnen nahe gefühlt, sagte Leo. Mit Blick auf seine Rückkehr in den Alltag kündigte er an, seine Aufgaben nach der besonders sensiblen Phase schrittweise wieder aufzunehmen.
Das öffentliche Auftreten galt auch als Signal an die katholische Weltkirche. Die Gesundheit des Papstes wird weltweit aufmerksam verfolgt, nicht zuletzt wegen seiner Rolle als geistliches Oberhaupt von rund 1,4 Milliarden Katholikinnen und Katholiken.
Diagnose kurz zuvor öffentlich gemacht
Leo hatte die Erkrankung selbst erst kurz vor der Operation öffentlich gemacht. Bei einem Angelus-Gebet auf dem Petersplatz sagte er, bei ihm sei ein Knoten in der Lunge entdeckt worden, der sich in einem frühen Stadium befinde. Zu diesem Zeitpunkt war noch unklar, ob es sich um gutartiges Gewebe, eine Vorstufe oder einen bösartigen Tumor handelte.
Nach dem Eingriff bestätigte sich der Verdacht auf Krebs. Offen blieb zunächst, ob die Erkrankung auf den entfernten Bereich begrenzt war. Die nun vorliegenden Befunde nehmen dieser Frage ihre Dringlichkeit. Eine unmittelbare onkologische Anschlussbehandlung ist nach Angaben der Ärzte nicht vorgesehen.
Bedeutung für den Vatikan
Für den Vatikan ist die ärztliche Einschätzung auch organisatorisch wichtig. Der Papst führt die römisch-katholische Kirche, empfängt Delegationen, leitet Gottesdienste und trifft Entscheidungen in Personal- und Grundsatzfragen. Eine längere Therapie hätte seinen Kalender voraussichtlich stärker beeinflusst.
Wie schnell Leo seine Termine wieder vollständig wahrnimmt, bleibt eine Frage der Genesung nach dem Eingriff. Der Papst selbst sprach von einer schrittweisen Rückkehr zu seinen Aktivitäten. Die medizinische Kernbotschaft ist jedoch eindeutig: Der entfernte Lungentumor war bösartig, hat aber nach den vorliegenden Befunden nicht gestreut.