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Wissen & Technik · Nobelpreis Medizin

Medizin-Nobelpreis geht an drei Licht-Forscher

Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel erhalten den Medizin-Nobelpreis 2026. Zwei der Geehrten kommen aus Deutschland.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Lichtbasierte Methoden spielen in der modernen biomedizinischen Forschung eine wichtige Rolle.
Symbolbild: Lichtbasierte Methoden spielen in der modernen biomedizinischen Forschung eine wichtige Rolle. KI-generiert

Der Medizin-Nobelpreis 2026 geht an Karl Deisseroth aus den USA sowie an Peter Hegemann und Georg Nagel aus Deutschland. Die Auszeichnung würdigt Forscher, deren Arbeiten zur Optogenetik und verwandten Feldern die moderne Biomedizin geprägt haben. Damit hat der diesjährige Nobelpreis-Reigen bereits zu Beginn einen deutlichen deutschen Bezug.

Zwei deutsche Preisträger

Hegemann und Nagel stehen neben dem US-Forscher Deisseroth auf der Liste der diesjährigen Medizin-Nobelpreisträger. ZDFheute führt die drei Wissenschaftler als die Geehrten in der Kategorie Medizin auf. Die Bekanntgabe erfolgte zum Auftakt der Nobelpreis-Woche am Montag.

Die Optogenetik verbindet Methoden aus Biologie, Medizin und Technik. Im Mittelpunkt steht die Möglichkeit, biologische Vorgänge mit Licht zu beeinflussen oder zu untersuchen. Die ausgezeichneten Arbeiten gelten deshalb als wichtige Grundlage für Forschung an Nervenzellen und anderen biologischen Systemen. Der Preis macht zugleich sichtbar, wie eng Grundlagenforschung und medizinische Anwendungsperspektiven miteinander verbunden sind.

Für Deutschland ist die Entscheidung besonders bedeutsam, weil mit Hegemann und Nagel zwei Forscher aus Deutschland zu den Geehrten zählen. Nobelpreise mit deutschem Bezug werden in Wissenschaft und Politik regelmäßig aufmerksam verfolgt, da sie internationale Sichtbarkeit für Forschungsstandorte schaffen.

Nobelwoche in Stockholm

Der Medizinpreis eröffnete am Montag die diesjährigen Bekanntgaben. Am Dienstag folgte der Nobelpreis für Physik, der laut ZDFheute an Francis Halzen aus Belgien ging. Am Mittwoch wurde der Chemie-Nobelpreis bekanntgegeben: Henri Kagan aus Frankreich und Kenso Soai aus Japan werden für Arbeiten zu nichtlinearen Effekten und Autokatalyse in der asymmetrischen organischen Synthese geehrt.

Die weiteren Entscheidungen folgen in kurzem Abstand. Der Literaturnobelpreis wird am heutigen Donnerstag verkündet, der Friedensnobelpreis am Freitag. Den Abschluss bildet am Montag, 12. Oktober, die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften.

Die Nobelpreise gehören zu den renommiertesten wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Auszeichnungen weltweit. In den naturwissenschaftlichen Kategorien stehen häufig Entdeckungen im Mittelpunkt, deren Bedeutung sich über Jahrzehnte entwickelt hat. Auch bei der Medizin geht es oft um Erkenntnisse, die zunächst aus der Grundlagenforschung stammen und später neue Wege für Diagnostik, Therapie oder experimentelle Medizin eröffnen.

Dotierung und Verleihung

Der Nobelpreis ist 2026 mit zwölf Millionen schwedischen Kronen ausgestattet. Das entspricht gut einer Million Euro. Die feierliche Verleihung findet traditionell am 10. Dezember statt, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.

Für die Bekanntgaben in Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften ist die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften in Stockholm zuständig. In diesem Jahr tritt dabei eine personelle Neuerung hervor: Ellen Moons, seit Jahresbeginn Generalsekretärin der Akademie, verkündet erstmals in der Geschichte der Stiftung die Namen der Preisträger in diesen Kategorien. Sie ist die erste Frau in diesem Amt seit Gründung der Akademie im Jahr 1739.

Forschung mit langer Wirkung

Der Medizin-Nobelpreis für Deisseroth, Hegemann und Nagel fügt sich in eine Nobelwoche ein, in der wissenschaftliche Grundlagen und mögliche Anwendungen eng beieinanderliegen. Beim Chemiepreis steht etwa die Entwicklung von Grundlagen für Arzneimittel im Vordergrund. Die Akademie würdigt dort Arbeiten, die Chemikerinnen und Chemikern halfen, gezielter an Wirkstoffen zu arbeiten.

Auch der Medizinpreis zeigt, wie aus grundlegenden Entdeckungen Werkzeuge entstehen können, die ganze Forschungsfelder verändern. Optogenetische und verwandte Verfahren haben die Art beeinflusst, wie biologische Prozesse experimentell untersucht werden. Die diesjährige Entscheidung unterstreicht damit die Bedeutung langfristiger Forschung, deren Nutzen oft erst mit Abstand vollständig sichtbar wird.

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