Wissen & Technik · Exzellenzstrategie
Fünf neue Exzellenzstandorte ab 2027
Fünf weitere Universitäten und Hochschulverbünde erhalten in der Exzellenzstrategie den Status als Exzellenzuniversität. Neu ausgewählt wurden die Universitäten Freiburg, Jena und Köln sowie zwei Verbünde: die Rhein-Main-Universitäten mit Darmstadt, Frankfurt am Main und Mainz sowie das Ruhr Innovation Lab der TU Dortmund und der Universität Bochum. Ab 2027 fließen damit zusätzliche Mittel in ihre Forschung.
Neue Runde für Spitzenforschung
Die Entscheidung gaben der Wissenschaftsrat und die Deutsche Forschungsgemeinschaft bekannt. Insgesamt werden damit acht einzelne Hochschulen durch die neue Auswahl aufgewertet, weil die beiden Verbünde mehrere Universitäten umfassen. Die Förderung läuft in der nächsten Periode bis 2033.
Einzelne Exzellenzuniversitäten können jährlich bis zu 15 Millionen Euro erhalten. Für Verbünde sind bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr vorgesehen. tagesschau.de nennt für Einzelstandorte eine Spanne von zehn bis 15 Millionen Euro, für Zusammenschlüsse 15 bis 28 Millionen Euro. Das Geld ist für Forschungsvorhaben, Infrastruktur und damit verbundene Aufgaben bestimmt.
Voraussetzung für den Status sind mehrere bereits erfolgreiche Forschungscluster. Solche Cluster bündeln besonders starke Forschungsbereiche an einer oder mehreren Hochschulen. Bewertet wurden unter anderem wissenschaftliche Leistungen, Zukunftskonzepte, internationale Zusammenarbeit und die Frage, wie Universitäten ihre Profile weiterentwickeln wollen. Die Begutachtung erfolgte durch ein internationales Fachgremium.
Wer den Status behält
Bereits im Frühjahr war ein großer Teil der bisherigen Exzellenzstandorte positiv bewertet worden. Neun Universitäten und ein Berliner Verbund behalten ihren Status bis 2033. Dazu gehören Aachen, Bonn, Dresden, Hamburg, Heidelberg, Karlsruhe und Tübingen. In München bleiben die Technische Universität München und die Ludwig-Maximilians-Universität in der Förderung. Auch die Berlin University Alliance mit Freier Universität, Humboldt-Universität und Technischer Universität Berlin wird weiter unterstützt.
Die Universität Konstanz scheidet dagegen ab 2027 aus der Exzellenzförderung aus. Hintergrund ist, dass sie die nötige Zahl an Exzellenzclustern nicht mehr vorweisen konnte. Exzellenzuniversitäten müssen sich alle sieben Jahre erneut prüfen lassen. Eine dauerhafte Förderung ist möglich, wenn die Voraussetzungen weiter erfüllt werden.
Mit den neuen Entscheidungen erreicht das Programm wieder die vorgesehene Obergrenze von 15 geförderten Universitäten und Verbünden. Baden-Württemberg ist besonders stark vertreten: Heidelberg, Karlsruhe, Tübingen und nun Freiburg gehören dort zu den geförderten Standorten.
Leer ausgegangene Bewerbungen
Nicht alle Bewerbungen waren erfolgreich. Nach Angaben der FAZ erhielten die Universität Hannover, die Medizinische Hochschule Hannover und der Verbund aus Oldenburg und Bremen keinen Exzellenzstatus. Auch die Universitäten Gießen und Marburg, Würzburg sowie Kiel kamen nicht zum Zug.
Der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Wolfgang Wick, betonte dem Bericht zufolge, entscheidend sei weder die Größe einer Hochschule noch eine regionale Verteilung gewesen. Maßgeblich sei vielmehr ein überzeugendes wissenschaftliches Konzept mit internationalem Anspruch. DFG-Präsidentin Katja Becker verwies laut FAZ zudem auf das Potenzial fachübergreifender Forschung.
Bundesforschungsministerin Dorothee Bär sieht die Exzellenzstrategie als Instrument, um deutsche Universitäten international sichtbarer zu machen. Bei der Bekanntgabe in Bonn war auch Niedersachsens Wissenschaftsminister Falko Mohrs als stellvertretender Vorsitzender der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz beteiligt, wie der Spiegel berichtete.
Prestige über die Fördersumme hinaus
Für die Exzellenzstrategie stellen Bund und Länder jährlich 687 Millionen Euro bereit. Der Spiegel nennt dabei eine Aufteilung von 75 Prozent Bundesmitteln und 25 Prozent Landesmitteln. Neben der institutionellen Förderung von Exzellenzuniversitäten umfasst das Programm auch die Förderung einzelner Cluster.
Der finanzielle Zuschlag ist für große Universitäten nur ein Teil des Effekts. Der Status gilt zugleich als internationales Gütesiegel. Er kann dabei helfen, zusätzliche Forschungsförderung einzuwerben, Kooperationen aufzubauen und Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu gewinnen.
Für Studierende wirkt sich die Förderung vor allem indirekt aus. Der Schwerpunkt liegt auf Forschung, nicht auf zusätzlicher Lehre. Die Exzellenzstrategie wurde eingeführt, um besonders leistungsfähige Forschungsstandorte im internationalen Wettbewerb zu stärken. Seit Beginn des Wettbewerbs gibt es zugleich Kritik: Bemängelt wird, dass vor allem ohnehin starke Hochschulen profitieren und der Konkurrenzdruck im Wissenschaftssystem steigt.