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Wissen & Technik · Nobelwoche 2026

Friedensnobelpreis steht vor Bekanntgabe

In Oslo wird am Freitag der Friedensnobelpreis verkündet. Zuvor gingen Nobelpreise unter anderem an Anne Carson und zwei deutsche Medizin-Forscher.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die Nobelwoche endet traditionell mit Entscheidungen von internationaler Bedeutung.
Symbolbild: Die Nobelwoche endet traditionell mit Entscheidungen von internationaler Bedeutung. KI-generiert

Die Nobelwoche erreicht am Freitag ihren politischen Höhepunkt: Um 11 Uhr gibt die norwegische Jury in Oslo bekannt, wer den Friedensnobelpreis 2026 erhält. Zur Auswahl stehen in diesem Jahr 287 Vorschläge, darunter 208 Personen und 79 Organisationen. Seit Montag wurden bereits die Auszeichnungen für Medizin, Physik, Chemie und Literatur bekanntgegeben. Der Literaturnobelpreis geht an die kanadische Autorin Anne Carson; unter den drei Medizinpreisträgern sind mit Peter Hegemann und Georg Nagel zwei Forscher aus Deutschland.

Entscheidung in Oslo

Der Friedensnobelpreis nimmt innerhalb der Nobelwoche eine besondere Rolle ein. Während die übrigen Nobelpreise in Stockholm vergeben werden, entscheidet über diese Auszeichnung ein norwegisches Komitee. Die Bekanntgabe erfolgt traditionell in Oslo. Die Süddeutsche Zeitung berichtet von einer Vergabe mit besonderer Aufmerksamkeit, nachdem im vergangenen Jahr die venezolanische Oppositionspolitikerin María Corina Machado ausgezeichnet worden war.

Machado widmete ihre Ehrung damals Donald Trump und überließ ihm ihre Medaille. Eine formale Weitergabe des Preises ist nach den Nobel-Regeln jedoch nicht möglich. Trump soll auch in diesem Jahr wieder zu den vorgeschlagenen Kandidaten zählen. Dass er tatsächlich ausgewählt wird, gilt laut Einschätzung im Umfeld der Preisvergabe jedoch als wenig wahrscheinlich.

Die Auszeichnung ist 2026 mit zwölf Millionen schwedischen Kronen verbunden. Das ist eine Million Kronen mehr als im Vorjahr und entspricht etwas mehr als einer Million Euro. Wer den Preis erhält, entscheidet die Jury aus den eingereichten Nominierungen; die Liste der Vorschläge wird nicht vollständig veröffentlicht.

Fokus auf Zusammenarbeit

Beobachter rechnen damit, dass das Komitee nach der umstrittenen Debatte des Vorjahres eine weniger polarisierende Entscheidung anstrebt. Der Leiter des Osloer Friedensforschungsinstituts Prio, Haakon Gjerløw, sagte der Süddeutschen Zeitung, die Welt müsse daran erinnert werden, wie wichtig gemeinsame Lösungen seien. Kriege und internationale Krisen machten deutlich, was auf dem Spiel stehe, wenn Zusammenarbeit verlorengehe.

Als mögliche Kandidaten werden unter anderem Kinderrechtsorganisationen genannt. Auch lokale Hilfsnetzwerke im Sudan gelten als mögliche Anwärter. Diese sogenannten Emergency Response Rooms organisieren seit Beginn des Krieges Unterstützung für die Bevölkerung, etwa Lebensmittel, medizinische Hilfe und Unterkünfte. Eine offizielle Favoritenliste gibt es nicht.

Der Friedensnobelpreis gilt als die politisch am stärksten beachtete Auszeichnung der Nobelwoche. Seine Vergabe ist häufig mit aktuellen Konflikten, Menschenrechtsfragen und diplomatischen Signalen verbunden. Gerade deshalb werden Entscheidungen des Komitees regelmäßig über Norwegen hinaus diskutiert.

Anne Carson erhält Literaturpreis

Bereits vor der Entscheidung in Oslo stand fest, dass Anne Carson den Literaturnobelpreis 2026 erhält. Die Kanadierin gehört damit zu den zentralen Preisträgerinnen dieser Nobelwoche. Ihre Auszeichnung wurde nach den Entscheidungen in den naturwissenschaftlichen Kategorien bekanntgegeben.

In der Medizin wurden drei Forscher ausgezeichnet, darunter Peter Hegemann und Georg Nagel. Beide sind deutsche Wissenschaftler. Weitere Entscheidungen fielen in den Kategorien Physik und Chemie. Am kommenden Montag folgt noch die Auszeichnung für Wirtschaftswissenschaften, die im Gedenken an Alfred Nobel vergeben wird. Sie geht nicht auf Nobels Testament zurück und zählt deshalb formal nicht zu den ursprünglichen Nobelpreisen, wird aber seit Langem im Anschluss an die Nobelwoche verkündet.

Verleihung im Dezember

Die Preisverleihungen finden am 10. Dezember statt, dem Todestag Alfred Nobels. Seit der ersten Vergabe im Jahr 1901 wird der Friedensnobelpreis als einzige dieser Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo überreicht. Die übrigen Preise werden in der schwedischen Hauptstadt verliehen.

Alfred Nobel, schwedischer Industrieller und Erfinder des Dynamits, legte mit seinem Testament die Grundlage für die Preise. Sie zählen heute zu den wichtigsten internationalen Auszeichnungen in Wissenschaft, Literatur und Friedensarbeit. Mit der Bekanntgabe in Oslo steht am Freitag die letzte klassische Nobelentscheidung dieser Woche an, bevor am Montag der Wirtschaftspreis folgt.