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Wissen & Technik · Forschungsförderung

Freiburg, Jena und Köln werden Exzellenzunis

Bund und Länder nehmen fünf neue Standorte in die Exzellenzstrategie auf. Universitäten und Verbünde erhalten damit zusätzliche Millionen für Forschung und Profilbildung.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein moderner Universitätscampus steht für die zusätzliche Förderung in der Exzellenzstrategie.
Symbolbild: Ein moderner Universitätscampus steht für die zusätzliche Förderung in der Exzellenzstrategie. KI-generiert

Freiburg, Jena und Köln steigen in die Spitzengruppe der deutschen Hochschulförderung auf. Wie der Deutschlandfunk am Freitag unter Berufung auf Bundesforschungsministerin Dorothee Bär berichtete, werden die drei Universitäten neu als Exzellenzuniversitäten gefördert. Hinzu kommen zwei Hochschulverbünde: die Rhein-Main-Universitäten mit Darmstadt, Mainz und Frankfurt am Main sowie das Ruhr-Innovation-Lab der TU Dortmund und der Universität Bochum. Für einzelne Universitäten sind jährlich bis zu 15 Millionen Euro vorgesehen, Verbünde können bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr erhalten.

Fünf neue Standorte im Programm

Mit der Entscheidung wächst der Kreis der geförderten Einrichtungen deutlich. Bereits zuvor gehörten neun Hochschulen und ein Verbund zur Exzellenzstrategie. Ihre Förderung war im Frühjahr für weitere sieben Jahre bestätigt worden. Dazu zählen unter anderem Aachen, Dresden, Hamburg und München. Nach Angaben des MDR waren in der vorherigen Runde die RWTH Aachen, die Universität Bonn, die TU Dresden, die Universität Hamburg, die Universität Heidelberg, das Karlsruher Institut für Technologie, die Ludwig-Maximilians-Universität München, die Technische Universität München, die Universität Tübingen und der Berliner Exzellenzverbund dabei.

Die Exzellenzstrategie ist eines der zentralen Förderinstrumente für Spitzenforschung in Deutschland. Bund und Länder stellen dafür zusammen rund 687 Millionen Euro pro Jahr bereit. Das Programm soll Hochschulen international sichtbarer machen und ihnen helfen, Forschungsprofile langfristig zu entwickeln.

Voraussetzung für eine Bewerbung als Exzellenzuniversität sind erfolgreiche Exzellenzcluster. Einzelne Universitäten benötigen mindestens zwei solcher Forschungsverbünde. Freiburg verfügt laut Spiegel derzeit über zwei fachübergreifende Cluster. Einer befasst sich mit biologischer Signalweitergabe zwischen Zellen, der andere mit Wäldern und deren Anpassung an den Klimawandel. Die Universität war schon ab 2007 im Programm, verlor den Status jedoch 2012 und schaffte 2019 keine Rückkehr.

Jena feiert den Aufstieg

In Jena löste die Entscheidung große Freude aus. Der MDR berichtete von einer gemeinsamen Übertragung in den Rosensälen, bei der Beschäftigte, Vertreter aus Politik und Stadtgesellschaft sowie Uni-Präsident Andreas Marx und Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt anwesend waren. Marx wertete den Erfolg als Anerkennung für die Entwicklung der Friedrich-Schiller-Universität seit der Wiedervereinigung. Dem MDR sagte er, es sei eine Auszeichnung für das, was in Jena in den vergangenen 30 Jahren entstanden sei.

Die Grundlage hatte Jena im Vorjahr gelegt. Die Universität war mit den Exzellenzclustern „Balance of the Microverse“ und „Imaginamics“ erfolgreich. Nach Angaben von Marx arbeiteten mehr als 200 Menschen an der Vorbereitung auf die Begutachtung mit. Er betonte, die Hochschule habe dabei als Gemeinschaft überzeugt.

Auch die Landespolitik stellte die Bedeutung für Thüringen heraus. Wissenschaftsminister Christian Tischner nannte die Entscheidung dem MDR zufolge einen besonderen Erfolg für Jena und das gesamte Bundesland. Ministerpräsident Voigt ordnete die Universität nun in der Spitzengruppe der deutschen Wissenschaft ein.

Geld für die gesamte Hochschule

Der neue Status bringt den Hochschulen nicht nur Prestige, sondern zusätzliche Mittel. In Jena dürfte die Summe nach Angaben von Marx allerdings unter der häufig genannten Obergrenze von 15 Millionen Euro liegen. Er verwies darauf, dass die Förderung gedeckelt sei und wegen der Zahl neuer Standorte aufgeteilt werde.

Für die Universität ist wichtig, dass diese Mittel anders eingesetzt werden können als die Gelder für einzelne Exzellenzcluster. Sie dienen nicht nur bestimmten Forschungsfeldern, sondern der strategischen Weiterentwicklung der gesamten Hochschule. Marx nannte dafür mehrere Ziele: Jena wolle Forschung und Wissenschaft ausbauen, internationaler werden und den Austausch mit der Gesellschaft stärken.

Die Entscheidung markiert zugleich eine neue Etappe in der Exzellenzstrategie. Neben etablierten Wissenschaftszentren rücken nun weitere Standorte stärker in den bundesweiten Fokus. Für die neu aufgenommenen Universitäten und Verbünde beginnt damit eine Förderphase, in der sie ihre Profile schärfen und ihre internationale Position verbessern sollen.