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Stündlich aktualisiert

Wissen & Technik · Sicherheitsaffäre bei OpenAI

Abhörgerät bei OpenAI entdeckt, Mitarbeiter festgenommen

In einem OpenAI-Konferenzraum in San Francisco ist ein mutmaßliches Abhörgerät gefunden worden. Ein 35 Jahre alter Mitarbeiter wurde festgenommen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein moderner Konferenzraum steht für die Sicherheitsaffäre bei einem KI-Unternehmen.
Symbolbild: Ein moderner Konferenzraum steht für die Sicherheitsaffäre bei einem KI-Unternehmen. KI-generiert

Ein Mitarbeiter von OpenAI soll ein Aufnahmegerät in einem Konferenzraum des Unternehmens in San Francisco deponiert haben. Der 35-jährige saudische Staatsbürger wurde festgenommen, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf dpa berichtet. Der Raum gilt als sensibel, weil dort häufig vertrauliche Geschäftsthemen besprochen werden. Das FBI ermittelt, das US-Justizministerium und OpenAI machten den Fall öffentlich.

Gerät steckte am Fernseher

Das mutmaßliche Abhörgerät wurde vor rund zwei Wochen entdeckt. Nach Darstellung der Ermittlungsbehörden war es etwa zwei Tage zuvor in dem Raum angebracht worden. Es befand sich in einem USB-Anschluss eines Fernsehers und war in Toilettenpapier gewickelt. Diese Platzierung deutet nach den Angaben der Ermittler darauf hin, dass das Gerät möglichst unauffällig verborgen werden sollte.

Der festgenommene Beschäftigte soll Ende September von Überwachungskameras in der Nähe des Konferenzraums erfasst worden sein. Für diesen Bereich hatte er den Angaben zufolge keine Berechtigung. Die Ermittler machten außerdem ein Bild öffentlich, auf dem der Mann später offenbar hinter den Fernseher blickt. Welche Daten das Gerät tatsächlich aufgezeichnet haben könnte, wurde in den Mitteilungen nicht beziffert.

Chatbot-Anfragen als mögliches Indiz

Eine weitere Spur führt laut US-Justizministerium zu einem Chatbot-Konto, das der Ehefrau des Mitarbeiters zugeordnet wird. Über diesen Account seien Anfragen zu technischen Vorrichtungen für Tonaufnahmen gestellt worden. In dem Verlauf fanden Ermittler demnach auch Eigenschaften, die zu dem im Konferenzraum gefundenen Gerät passen sollen.

Bei einer Verurteilung drohen dem Mann bis zu fünf Jahre Haft. Zusätzlich ist eine Geldstrafe von bis zu 250.000 Euro möglich. Der Fall liegt nun bei den Bundesbehörden. Für OpenAI ist die Affäre besonders heikel, weil das Unternehmen zu den wichtigsten Entwicklern generativer Künstlicher Intelligenz gehört und seine internen Strategien, Forschungsstände und Geschäftsentscheidungen ein hohes wirtschaftliches Gewicht haben.

Politische Dimension in den USA

Jay Clayton, der in den USA als Geheimdienstkoordinator genannt wird, ordnete den Vorgang in einen größeren sicherheitspolitischen Zusammenhang ein. Nach Angaben des Justizministeriums sagte er, der Fall zeige die Bedeutung des KI-Wettlaufs für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten. Clayton war von Präsident Donald Trump auch mit einer zentralen Aufgabe bei der Aufsicht über Künstliche Intelligenz betraut worden.

Damit wird aus einem mutmaßlichen Vorfall in einem Firmenraum ein Thema, das über interne Unternehmenssicherheit hinausreicht. OpenAI arbeitet an Technologien, die in vielen Branchen eingesetzt werden und zugleich für Staaten strategisch relevant sind. In solchen Unternehmen treffen wertvolle Forschungsdaten, Geschäftsmodelle und politische Aufmerksamkeit aufeinander.

Debatte über Schutz von KI-Laboren

Der Fall fällt in eine Phase, in der die Sicherheit großer KI-Labore in den USA ohnehin diskutiert wird. Erst kürzlich äußerte ein KI-Forscher, der inzwischen als Whistleblower auftritt, den Verdacht, chinesische Spione könnten große Labore von OpenAI und Anthropic unterwandert haben. Belege legte er dafür nicht vor.

Unabhängig von solchen weitergehenden Vorwürfen zeigt der Vorfall, wie stark physische Sicherheit und digitale Kontrolle in der KI-Branche zusammengehören. Ein Konferenzraum, ein Bildschirmanschluss und ein internes Zugangsrecht können in einem Unternehmen wie OpenAI sicherheitsrelevante Bedeutung bekommen. Für Ermittler steht nun im Mittelpunkt, ob der festgenommene Mitarbeiter tatsächlich für das gefundene Gerät verantwortlich ist und welchen Zweck es erfüllen sollte.