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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Autobranche unter Druck

VW verliert beim Absatz stärker als BMW und Mercedes

Volkswagen hat in den ersten neun Monaten neun Prozent weniger Fahrzeuge ausgeliefert. Die Schwäche in China belastet die deutschen Hersteller besonders.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine Autofabrik steht für den wachsenden Druck auf die deutsche Autoindustrie.
Symbolbild: Eine Autofabrik steht für den wachsenden Druck auf die deutsche Autoindustrie. KI-generiert

Volkswagen steht im internationalen Absatzgeschäft weiter unter erheblichem Druck. In den ersten neun Monaten sanken die Auslieferungen des Konzerns um neun Prozent. Damit fällt das Minus größer aus als bei BMW und Mercedes. Besonders belastend ist die Entwicklung in China, wo der Automarkt seit Jahresbeginn um mehr als ein Fünftel geschrumpft ist. Das Handelsblatt ordnet die Rückgänge vor allem dem schwachen Geschäft in der Volksrepublik zu.

China belastet die deutschen Hersteller

Die Absatzprobleme treffen nicht nur Volkswagen. Auch BMW und Mercedes haben zuletzt niedrigere Auslieferungen gemeldet. BMW verkaufte im dritten Quartal 551.072 Fahrzeuge und damit 6,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Seit Jahresbeginn lieferte der Münchener Konzern rund 1,7 Millionen Autos und Motorräder aus. Das entspricht einem Rückgang von 4,9 Prozent.

Mercedes verzeichnete in den ersten neun Monaten ein Minus von sieben Prozent. Volkswagen liegt mit neun Prozent Rückgang noch darunter. Die Zahlen zeigen, wie stark die deutschen Hersteller von der Abkühlung des chinesischen Marktes getroffen werden. China war über Jahre ein zentraler Wachstumstreiber der deutschen Autoindustrie. Nun wirkt der Markt in die Gegenrichtung.

Mehrere Faktoren belasten die Nachfrage. Förderprogramme für Elektroautos laufen aus, die Konjunktur ist schwach, zugleich sind Kraftstoffpreise gestiegen. Diese Kombination trifft Käuferinnen und Käufer ebenso wie Hersteller. Für Unternehmen mit hohem China-Anteil entstehen dadurch spürbare Lücken im Absatz.

Verbrennergeschäft wird zum Risiko

Für die deutschen Autobauer kommt ein weiteres Problem hinzu. In China bieten sie weiterhin in großem Umfang Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor an. Gerade dieses Segment ist dort stark zurückgegangen. Der Markt entwickelt sich damit in einem Bereich besonders ungünstig, in dem deutsche Marken traditionell stark sind.

Volkswagen steht dadurch vor einer doppelten Herausforderung. Der Konzern muss den Rückgang in einem wichtigen Markt verkraften und zugleich seine Position in einem zunehmend umkämpften Umfeld behaupten. Chinesische Anbieter sind bei Elektroautos stark, während internationale Hersteller mit der Umstellung ihrer Modellpaletten unter hohem Zeitdruck stehen.

Auch BMW spürt diese Entwicklung deutlich. Das China-Geschäft des Münchener Herstellers schrumpfte im Sommer besonders stark. Dennoch fällt die Gesamtbilanz nach neun Monaten weniger schwach aus als bei Volkswagen und Mercedes. Zwei andere Weltregionen geben BMW nach Angaben des Handelsblatts Hoffnung, auch wenn der chinesische Markt die Gesamtzahlen weiter belastet.

VW mit dem größten Minus

Der Vergleich der drei großen deutschen Hersteller zeigt die Schärfe der Lage bei Volkswagen. Während BMW nach neun Monaten 4,9 Prozent weniger auslieferte und Mercedes sieben Prozent einbüßte, liegt Volkswagen bei minus neun Prozent. Der Konzern ist damit im betrachteten Zeitraum am stärksten betroffen.

Für Volkswagen verschärft der Absatzrückgang ein ohnehin schwieriges wirtschaftliches Umfeld. Niedrigere Verkaufszahlen bedeuten weniger Spielraum in einer Phase, in der die Branche hohe Investitionen stemmen muss. Dazu zählen neue Elektroplattformen, Software, Batterietechnik und die Anpassung bestehender Modellreihen an veränderte Marktbedingungen.

Konkrete Folgen für einzelne Standorte oder Zulieferer lassen sich aus den gemeldeten Absatzzahlen nicht ableiten. Klar ist aber: Wenn ein Kernmarkt wie China stark schwächelt, wächst der Druck auf Kosten, Produktplanung und Vertriebsstrategie. Das gilt besonders für Hersteller, deren Angebot in China stark vom klassischen Antrieb geprägt ist.

Ein Kernmarkt verliert Zugkraft

Die Entwicklung in China ist für die deutsche Autoindustrie von grundlegender Bedeutung. Der Markt ist groß, wettbewerbsintensiv und technologisch wichtig. Wenn dort die Nachfrage sinkt und sich zugleich die Vorlieben schneller in Richtung Elektrofahrzeuge verschieben, geraten etablierte Geschäftsmodelle unter Belastung.

Volkswagen trifft diese Entwicklung nun besonders sichtbar. Das Minus von neun Prozent bei den Auslieferungen zeigt, dass der Konzern im laufenden Jahr stärker verliert als die wichtigsten deutschen Wettbewerber. Ob sich der Trend stabilisiert, hängt wesentlich davon ab, wie sich Chinas Automarkt nach dem Rückgang von mehr als 20 Prozent weiterentwickelt.