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Wirtschaft · Elektrostrategie

VW macht aus dem ID.4 den ID. Tiguan

Volkswagen überarbeitet sein Elektro-SUV grundlegend. Der bisherige ID.4 soll Anfang 2027 als ID. Tiguan zu den Händlern kommen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Elektro-SUV steht für Volkswagens geplante Neuausrichtung bei bekannten Modellnamen.
Symbolbild: Ein Elektro-SUV steht für Volkswagens geplante Neuausrichtung bei bekannten Modellnamen. KI-generiert

Volkswagen stellt sein Elektro-SUV neu auf und gibt dem bisherigen ID.4 einen vertrauten Namen aus der Verbrennerwelt. Der überarbeitete Wagen soll Anfang 2027 als ID. Tiguan starten. Damit setzt der Konzern seine Linie fort, etablierte Modellbezeichnungen stärker mit der Elektrobaureihe zu verbinden. Preise für das neue Modell nennt Volkswagen noch nicht. Als Orientierung bleibt der aktuelle ID.4, der laut Handelsblatt derzeit bei 40.580 Euro beginnt.

Bekannter Name für neues Elektro-SUV

Der ID. Tiguan ist keine völlig neue Baureihe, sondern eine umfassende Überarbeitung des seit 2021 angebotenen ID.4. Volkswagen bezeichnet den Schritt als große Aufwertung des Produkts. Äußerlich rückt das Fahrzeug näher an die Gestaltung der Tiguan-Modelle mit Verbrennungsmotor heran. Damit soll die elektrische Variante für Kundinnen und Kunden vertrauter wirken.

Auch im Innenraum ändert VW nach eigenen Angaben viel. Vorgesehen sind ein neu gestaltetes Cockpit, überarbeitete digitale Anzeigen und zusätzliche Anzeigeelemente für den Beifahrer. Außerdem nennt der Hersteller magnetische Ladeflächen für Smartphones sowie mehr Komfort- und Sicherheitsausstattung. Neu ist auch ein Fach unter der vorderen Haube. Dort soll zumindest das Ladekabel Platz finden.

Mit der Umbenennung folgt Volkswagen einem Muster, das bereits beim Polo sichtbar wurde. Der Konzern nutzt bekannte Namen, um Elektroautos stärker an seine traditionelle Modellwelt anzubinden. Heise ordnet den ID. Tiguan deshalb als Fortsetzung dieser Strategie ein. Auch weitere etablierte Namen könnten in der ID-Familie eine größere Rolle bekommen.

Drei Antriebsvarianten geplant

Technisch nutzt der ID. Tiguan den weiterentwickelten MEB-Plus-Baukasten. Geplant sind mehrere Leistungsstufen. Die Einstiegsvariante erhält eine Batterie mit 58 Kilowattstunden und einen Elektromotor mit 140 Kilowatt, also 190 PS. Dieses Modell fährt mit Heckantrieb, erreicht 160 Kilometer pro Stunde und soll vorläufig bis zu 450 Kilometer weit kommen. Die endgültige Zulassung der Verbrauchs- und Reichweitenwerte steht noch aus.

Bei der kleineren Batterie setzt VW auf LFP-Zellen. Diese gelten als robust und langlebig, besitzen aber eine geringere Energiedichte als andere Zellchemien. Die Ladeleistung gibt Volkswagen für die Basisversion mit bis zu 105 Kilowatt an. Der Ladevorgang von 10 auf 80 Prozent soll 26 Minuten dauern.

Mit der größeren Batterie von 77 Kilowattstunden bietet Volkswagen zwei Varianten an. Eine Version mit Heckantrieb leistet 210 Kilowatt oder 286 PS und soll bis zu 600 Kilometer schaffen. Die Allradvariante kommt auf 220 Kilowatt beziehungsweise 299 PS und wird mit bis zu 560 Kilometern angegeben. Beide stärkeren Modelle erreichen 180 Kilometer pro Stunde. Für den Sprint auf 100 Kilometer pro Stunde nennt Heise 6,6 Sekunden beim Hecktriebler und 6,3 Sekunden beim Allradmodell.

Mehr Nutzwert im Alltag

Volkswagen verbessert beim ID. Tiguan auch die praktischen Werte. Die Anhängelast steigt bei der Basisversion auf 1.800 Kilogramm. Modelle mit der großen Batterie sollen 2.000 Kilogramm ziehen können. Dazu kommen 90 Kilogramm Stützlast und 75 Kilogramm Dachlast.

Eine weitere Neuerung ist die Möglichkeit, externe elektrische Geräte mit Strom aus dem Fahrzeug zu versorgen. Solche Funktionen gewinnen bei Elektroautos an Bedeutung, weil sie das Auto auch abseits des Fahrens nutzbar machen. Für viele Käuferinnen und Käufer dürften zudem die Ladezeiten entscheidend bleiben. Bei der großen Batterie nennt Volkswagen eine Spitzenladeleistung von 165 Kilowatt. Für den Bereich von 10 bis 80 Prozent gibt der Hersteller 29 Minuten an.

Bedeutung für Volkswagens Modellpolitik

Der ID. Tiguan steht für einen Kurswechsel in der Ansprache der Kundschaft. Statt Elektroautos klar von den bisherigen Baureihen zu trennen, rückt VW bekannte Namen wieder in den Vordergrund. Das kann helfen, Unsicherheit beim Umstieg auf Elektroantriebe zu verringern. Der Tiguan gehört zu den vertrauten Modellbezeichnungen der Marke, und diese Bekanntheit soll nun auch der elektrischen Variante zugutekommen.

Gleichzeitig zeigt die Überarbeitung, dass Volkswagen beim ID.4 auf Kritik und Kundenwünsche reagiert. Mehr Anhängelast, ein vorderes Staufach, ein verändertes Bedienkonzept und größere Nähe zum klassischen Tiguan zielen auf Alltagstauglichkeit und Wiedererkennbarkeit. Ob der neue Name und die technischen Änderungen reichen, entscheidet sich ab dem geplanten Marktstart Anfang 2027.