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Wirtschaft · Autobranche

Volkswagen bereitet weiteren Rückruf vor

Volkswagen arbeitet an einer neuen Rückrufaktion für Elektroautos. Betroffen sind Modelle mit möglicherweise fehlerhaften Batteriezellen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Elektroauto in einer Werkstatt steht für technische Prüfungen und Rückrufaktionen.
Symbolbild: Ein Elektroauto in einer Werkstatt steht für technische Prüfungen und Rückrufaktionen. KI-generiert

Volkswagen steht vor einer weiteren sicherheitsrelevanten Rückrufaktion. Diesmal geht es um Elektroautos mehrerer Baureihen, bei denen Batteriezellen in seltenen Fällen zu heiß werden können. Nach Informationen des Handelsblatts betrifft der Vorgang in Deutschland voraussichtlich eine niedrige fünfstellige Zahl an Fahrzeugen. Für den Konzern kommt der Fall kurz nach einem großen Rückruf wegen eines Problems an der Lenkung.

Mehrere Elektrobaureihen betroffen

Im Mittelpunkt der neuen Aktion stehen Hochvolt-Batterien. Bei einzelnen Zellen sollen Produktionsmängel bei Zulieferern festgestellt worden sein. Volkswagen bestätigte dem Handelsblatt demnach, dass interne Qualitätskontrollen entsprechende Abweichungen ergeben hätten. In Extremfällen könne eine Überhitzung zu einem Brand führen.

Betroffen sind dem Bericht zufolge unter anderem bestimmte Fahrzeuge der Baureihen VW ID.3, ID.4, ID.7 und ID. Buzz. Auch einige Tausend Cupra Born fallen demnach unter den Vorgang. Es geht um Fahrzeuge aus bestimmten Produktionszeiträumen zwischen 2023 und 2025.

Für Deutschland und weitere Märkte bereitet Volkswagen Maßnahmen in Abstimmung mit den zuständigen Behörden vor. Diese sollen kurzfristig aktiviert werden. Wie groß der Rückruf in Europa insgesamt ausfällt, steht noch nicht fest.

Ladebegrenzung als Sofortmaßnahme

Als unmittelbare Vorsichtsmaßnahme begrenzt Volkswagen bei betroffenen Autos den maximalen Ladestand auf 80 Prozent. In den USA und in Großbritannien laufen Rückrufe bereits. In den Vereinigten Staaten sind mehr als 22.000 ID.4 betroffen.

Volkswagen rät Kundinnen und Kunden generell zur Nutzung des sogenannten Battery Care Mode. Dieser begrenzt die Ladung im Alltag ebenfalls auf 80 Prozent und soll die Batterie schonen. Im aktuellen Fall geht es jedoch nicht nur um Haltbarkeit, sondern ausdrücklich um Sicherheit.

Für Besitzerinnen und Besitzer betroffener Fahrzeuge dürfte entscheidend sein, wann die angekündigten Maßnahmen in Deutschland starten und welche Arbeiten an den Autos notwendig werden. Dazu wurden in den Berichten keine technischen Details genannt. Klar ist bislang nur, dass Volkswagen die Aktion mit den Behörden vorbereitet und auf Batteriezellen verweist, die nicht den eigenen Qualitätsanforderungen entsprechen.

Vorheriger Rückruf betraf Millionen Autos

Der neue Vorgang trifft Volkswagen kurz nach einer deutlich größeren Rückrufaktion. Ende September hatte der Konzern wegen einer korrosionsanfälligen Schraube an der Lenkung rund 4,6 Millionen Fahrzeuge verschiedener Marken zurückgerufen. Nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts sollte die betroffene Verschraubung durch ein widerstandsfähigeres Bauteil ersetzt werden.

Ein Volkswagen-Sprecher erklärte damals, unter bestimmten Umwelteinflüssen und nach längerem Betrieb mit Streusalzbelastung könne Korrosion an der Befestigung auftreten. Später wurde bekannt, dass der Konzern bereits seit Oktober 2024 von der Ursache wusste. Das ergab sich laut Handelsblatt aus einem Bericht an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA.

Damals war erstmals ein Fall einer korrodierten Befestigungsschraube am Lenkgetriebe aufgefallen. Im September 2026 bewertete Volkswagen den Defekt schließlich als möglicherweise sicherheitsrelevant und leitete den Rückruf ein.

Zusätzlicher Druck auf den Konzern

Die neue Batteriethematik ist zahlenmäßig kleiner als der Millionenrückruf an der Lenkung. Sie betrifft aber zentrale Elektrobaureihen des Konzerns. Gerade diese Modelle sind für Volkswagen wichtig, weil der Hersteller den Umbau zur Elektromobilität weiter vorantreibt.

Für den Wolfsburger Konzern bedeutet der Fall eine weitere Belastung in einer ohnehin angespannten Lage. Neben der technischen Abwicklung solcher Aktionen geht es auch um Vertrauen in Qualität und Sicherheit. Rückrufe gehören zwar zum Alltag großer Autobauer, doch die Häufung sicherheitsrelevanter Themen erhöht den Handlungsdruck auf Volkswagen.