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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Industrie unter Druck

Trumpf steigert Gewinn nach hartem Sparkurs deutlich

Der Maschinenbauer Trumpf verdient wieder deutlich mehr. Kostensenkungen und ein besserer Auftragseingang stabilisieren das Geschäft, China und Deutschland bleiben schwach.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine moderne Fertigungshalle steht für den Druck auf die deutsche Industrie und den Sparkurs im Maschinenbau.
Symbolbild: Eine moderne Fertigungshalle steht für den Druck auf die deutsche Industrie und den Sparkurs im Maschinenbau. KI-generiert

Der Maschinenbauer Trumpf hat nach einem tiefen Einschnitt bei den Kosten wieder deutlich an Ertragskraft gewonnen. Das Betriebsergebnis stieg im Geschäftsjahr bis Ende Juni von 59 Millionen auf 480 Millionen Euro. Die operative Marge erreichte 11,1 Prozent und liegt damit erstmals seit 2022 wieder zweistellig. Zugleich zeigt die Bilanz, wie angespannt die Lage in wichtigen Industriemärkten bleibt: In Deutschland und China gingen die Umsätze erneut zurück.

Sparkurs hebt Ergebnis

Trumpf hatte im Jahr 2025 auf die Schwäche im Maschinenbau mit einem strikten Sparprogramm reagiert. Die Kosten wurden um 350 Millionen Euro verringert. Dazu gehörte ein Stellenabbau in einer Größenordnung, die es bei dem Unternehmen seit rund 20 Jahren nicht gegeben hatte.

Zum Ende des Geschäftsjahres beschäftigte Trumpf weltweit 17.583 Menschen. Das waren 720 weniger als ein Jahr zuvor. Besonders stark fiel der Rückgang in Deutschland aus. Dort sank die Zahl der Beschäftigten um 7,1 Prozent auf 8.675.

Trumpf-Chefin Nicola Leibinger-Kammüller führte die bessere Ertragslage am Donnerstag auf die Kostendisziplin und eine Bereinigung des Portfolios zurück, wie das Handelsblatt berichtete. Der Auftragseingang habe sich zudem spürbar aufgehellt. Für das laufende Geschäftsjahr sieht sie deshalb erste Anzeichen einer Wende, bleibt wegen internationaler Krisen und handelspolitischer Hürden aber vorsichtig.

Der Auftragseingang legte um 6,6 Prozent auf 4,5 Milliarden Euro zu. Nach drei Jahren mit Rückgängen ist das wieder ein Plus. Auch das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres bestätigte laut Unternehmensangaben die bessere Entwicklung.

Deutschland und China bleiben Bremse

Trotz der verbesserten Ertragslage wächst Trumpf insgesamt kaum. Der Umsatz stieg nur leicht um 0,2 Prozent auf 4,34 Milliarden Euro. In Deutschland sank er um 6,4 Prozent auf 655 Millionen Euro. In China ging er um 7,4 Prozent auf 446 Millionen Euro zurück.

Die Rückgänge fallen allerdings weniger stark aus als im Jahr davor. Damals hatte Trumpf in Deutschland ein Minus von 15 Prozent verbucht, in China sogar 22 Prozent. Beide Märkte bleiben damit schwach, zeigen aber eine Stabilisierung.

Das Wachstum kam vor allem aus den USA. Dort erhöhte Trumpf den Umsatz um 16,8 Prozent auf 772 Millionen Euro. Ohne dieses starke US-Geschäft wäre der Konzernumsatz nicht gewachsen.

Für die nächsten Monate nennt das Unternehmen mehrere Felder mit Chancen. Dazu zählen Elektromobilität, Halbleiter, Leistungselektronik, vernetzte Fertigung, Dienstleistungen sowie Technologien für Rechenzentren. Auch humanoide Robotik wird als Zukunftsbereich gesehen. Von den Investitionspaketen der Bundesregierung spürt Trumpf im eigenen Geschäft bislang noch keinen nennenswerten Effekt.

Chiptechnik bleibt Stütze

Eine zentrale Rolle spielt weiter die Chiptechnologie. Trumpf liefert EUV-Laser für Lithografiemaschinen des niederländischen Ausrüsters ASML. Diese Technik ist wichtig für die Herstellung besonders leistungsfähiger Halbleiter.

Der Umsatz mit EUV-Technologie stieg um 9,2 Prozent auf 791 Millionen Euro. Damit profitiert Trumpf von der hohen Nachfrage der Chipindustrie. ASML hatte nach Angaben des Handelsblatts zuletzt starke Quartalszahlen vorgelegt und verweist auf steigende Bestellungen, unter anderem wegen des Ausbaus von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz.

Auch die Elektroniksparte legte zu. Ihr Umsatz stieg um 3,6 Prozent auf 458 Millionen Euro. Die größte Sparte Werkzeugmaschinen blieb mit 2,38 Milliarden Euro nahezu unverändert. Die Lasertechnik entwickelte sich schwächer und kam auf 1,17 Milliarden Euro nach 1,25 Milliarden Euro im Vorjahr.

Signal für den Maschinenbau

Trumpf hält trotz Sparkurs an hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung fest. Dafür wurden 492 Millionen Euro eingesetzt. Die Quote sank zwar auf 11,3 Prozent des Umsatzes, bleibt aber im Industrievergleich hoch. Ein erheblicher Teil fließt in Chiptechnologie und Elektronik. Jeder sechste Beschäftigte arbeitet in Forschung und Entwicklung.

Die Zahlen zeigen ein zweigeteiltes Bild. Der Sparkurs verbessert die Profitabilität deutlich, während wichtige Absatzmärkte noch nicht wieder tragen. Für den Maschinenbau ist das bedeutsam, weil viele Unternehmen unter schwacher Nachfrage, hohen Kosten und geopolitischen Risiken stehen. Trumpf gelingt die Ergebniswende vor allem durch Einsparungen, das US-Geschäft und die starke Stellung in der Chiptechnik.