Wirtschaft · Rückruf im VW-Konzern
Skoda ruft 1,7 Millionen Fahrzeuge zurück
Skoda weitet einen großen Rückruf im Volkswagen-Konzern aus: Weltweit sind bei der tschechischen VW-Tochter rund 1,7 Millionen Fahrzeuge potenziell betroffen, in Deutschland etwa 370.000. Das geht aus Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes hervor, über die unter anderem heise berichtete. Hintergrund ist ein möglicher Defekt an der Lenkung. Betroffen sind die Modelle Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb.
Schraube an der Lenkung im Fokus
Nach der Beschreibung in der Rückrufdatenbank kann eine gebrochene Schraube im ungünstigen Fall dazu führen, dass die Lenkung ausfällt. Als Abhilfe soll die Verschraubung an der Lenkung ersetzt werden. Vorgesehen ist laut KBA der Einbau einer Schraube, die besser gegen Korrosion geschützt ist.
Damit betrifft das Problem nun auch Skoda in großem Umfang. Der Tagesspiegel meldete unter Berufung auf die dpa ebenfalls die Zahl von rund 1,7 Millionen betroffenen Fahrzeugen weltweit und etwa 370.000 in Deutschland. Die Angaben beziehen sich auf Fahrzeuge, die potenziell in den Rückruf fallen. Für Halterinnen und Halter bedeutet ein solcher Rückruf in der Regel, dass die Fahrzeuge in einer Werkstatt überprüft und nachgebessert werden.
Skoda äußerte sich zunächst nicht. Die Modellpalette, die in der KBA-Datenbank genannt wird, umfasst sowohl SUV-Modelle als auch klassische Pkw-Baureihen. Kodiaq und Karoq zählen zu den SUV von Skoda, Octavia und Superb gehören zu den wichtigsten Pkw-Reihen der Marke.
Verbindung zu anderen VW-Marken
Der Fall steht im Zusammenhang mit einem bereits bekannt gewordenen Rückruf bei weiteren Marken des Volkswagen-Konzerns. Vor wenigen Tagen war gemeldet worden, dass Volkswagen, Audi und Seat wegen eines möglichen Lenkungsproblems mehrere Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten holen. Die Beschreibung des Kraftfahrt-Bundesamtes deutet darauf hin, dass es bei Skoda um denselben technischen Bereich geht.
Ein Sprecher von Volkswagen hatte zuvor erklärt, bei internen Qualitätskontrollen sei bei bestimmten Volkswagen-Baureihen ein mögliches Problem an der Lenkung festgestellt worden. N-tv berichtete nun ebenfalls, dass der Rückruf bei Skoda Teil des größeren Vorgangs im Konzernumfeld ist.
Die Ausweitung auf Skoda macht den Rückruf noch bedeutender. Allein die nun genannte Zahl von 1,7 Millionen Fahrzeugen zeigt, dass es sich nicht um eine kleine Werkstattmaßnahme handelt. Zusammen mit den bereits betroffenen Konzernmarken betrifft das Problem eine sehr große Zahl von Autos.
Bedeutung für den Konzern
Rückrufe dieser Größenordnung sind für Autohersteller organisatorisch aufwendig. Werkstätten müssen Ersatzteile erhalten, Termine koordinieren und die betroffenen Fahrzeuge nacharbeiten. Für den VW-Konzern kommt hinzu, dass mehrere Marken mit ähnlicher Technik betroffen sind. Dadurch kann sich ein technischer Fehler über verschiedene Baureihen und Länder auswirken.
Das Kraftfahrt-Bundesamt spielt bei solchen Vorgängen eine zentrale Rolle. Es dokumentiert sicherheitsrelevante Rückrufe und beschreibt, welches Risiko besteht und welche Maßnahme vorgesehen ist. Im aktuellen Fall liegt der Schwerpunkt auf der Lenkungsverschraubung. Da ein möglicher Ausfall der Lenkung ein sicherheitsrelevantes Bauteil betrifft, hat der Rückruf hohe praktische Bedeutung für Besitzerinnen und Besitzer der genannten Skoda-Modelle.
Für Skoda ist der Vorgang auch deshalb relevant, weil die betroffenen Baureihen zu den wichtigen Modellen der Marke gehören. Mit Kodiaq, Karoq, Octavia und Superb sind Fahrzeuge aus mehreren Segmenten einbezogen. Der Rückruf zeigt zugleich, wie eng die technische Vernetzung innerhalb des Volkswagen-Konzerns ist: Ein Bauteilproblem kann nicht nur eine Marke, sondern mehrere Konzernmarken gleichzeitig betreffen.