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Wirtschaft · Luftverkehr

Lufthansa steuert Kerosinmangel in Frankfurt gegen

Am Flughafen Frankfurt gibt es Probleme bei der Kerosinversorgung. Lufthansa lässt Maschinen vor dem Rückflug teils mehr Treibstoff aufnehmen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Flugzeug wird auf einem Flughafen für den Weiterflug vorbereitet.
Symbolbild: Ein Flugzeug wird auf einem Flughafen für den Weiterflug vorbereitet. KI-generiert

Am Flughafen Frankfurt ist die Versorgung mit Flugkraftstoff angespannt. Lufthansa reagiert, indem Flugzeuge auf bestimmten Strecken bereits am Ausgangsort mehr Kerosin an Bord nehmen. Der Konzern will damit den Betrieb am größten deutschen Flughafen stabil halten. Ausfälle von Flügen erwartet Lufthansa derzeit nicht, wie n-tv berichtet.

Mehr Treibstoff vor dem Start

Die Maßnahme betrifft Verbindungen nach Frankfurt. Flugzeuge tanken dort, wo sie starten, mehr Kraftstoff als für den jeweiligen Flug unmittelbar nötig wäre. Dadurch sinkt der Bedarf, nach der Landung in Frankfurt zusätzlich Kerosin aufzunehmen. In der Branche wird dieses Vorgehen als Tankering bezeichnet.

Lufthansa spricht von vorbeugenden Schritten, um den Flugplan abzusichern. Das Unternehmen will damit vermeiden, dass die angespannte Versorgungslage am Drehkreuz Frankfurt zu größeren betrieblichen Folgen führt. Passagiere sollen nach der aktuellen Einschätzung nicht mit Streichungen rechnen müssen.

Das zusätzliche Gewicht kann allerdings die Planung beeinflussen. Flugzeuge, die mehr Kraftstoff mitführen, sind schwerer. Deshalb muss bei jeder Verbindung geprüft werden, ob Passagiere und Fracht weiterhin wie vorgesehen befördert werden können. Nach Informationen der „Bild“ sollen die Vorgaben so umgesetzt werden, dass solche Einschränkungen möglichst nicht entstehen.

Pipeline und Rhein als Faktoren

Als ein Grund für die Lage gilt eine verringerte Leistungsfähigkeit der Pipeline-Anbindung. Über solche Leitungen wird der Flughafen mit Kerosin versorgt. Nach Angaben der Lufthansa gehört diese Einschränkung zu den Faktoren, die derzeit auf die Versorgung drücken.

Zusätzlich verweist die „Bild“ auf den niedrigen Wasserstand des Rheins. Tankschiffe können bei wenig Wasser nur eingeschränkt beladen fahren. Das kann Transporte verteuern, verlangsamen oder die verfügbare Menge verringern. Für einen Flughafen wie Frankfurt, der täglich zahlreiche Kurz-, Mittel- und Langstrecken abfertigt, ist eine verlässliche Treibstofflogistik zentral.

Der Flughafenbetreiber Fraport ordnet die Lage zurückhaltender ein. Dem Unternehmen zufolge läuft derzeit eine planmäßige Wartung an einer Pipeline, die auch den Flughafen beliefert. Einen Engpass durch diese Arbeit erwartet Fraport nicht. Es gebe alternative Wege für die Versorgung sowie große Speicherkapazitäten. Die „Betriebsfähigkeit des Flughafens“ sei nicht beeinträchtigt, erklärte der Betreiber.

Vorgaben für verschiedene Strecken

Betroffen sind laut „Bild“ vor allem Kurz- und Mittelstrecken. Zunehmend sollen aber auch Langstrecken einbezogen werden. Für Maschinen der Airbus-A320-Familie werde demnach eine Obergrenze von acht Tonnen zusätzlichem Kraftstoff genannt. Diese Flugzeuge werden häufig auf kürzeren europäischen Strecken eingesetzt.

Für Airlines ist Tankering ein Abwägen. Einerseits kann es Engpässe an einem Zielort entschärfen. Andererseits steigt durch das Zusatzgewicht der Verbrauch während des Fluges. Die Maßnahme wird deshalb üblicherweise gezielt eingesetzt, wenn operative Gründe schwerer wiegen als die Nachteile beim Gewicht.

Lufthansa will die Vorgaben an die weitere Entwicklung anpassen. Wie lange die Maßnahme gilt, hängt damit von der Versorgung am Standort Frankfurt ab. Der Flughafen bleibt für den Konzern ein zentrales Drehkreuz. Störungen dort können sich schnell auf Anschlussflüge und Umläufe auswirken.

Bedeutung für das Drehkreuz

Frankfurt ist der wichtigste deutsche Flughafen und ein Kernstandort der Lufthansa. Viele Reisende steigen dort um, Fracht wird in großen Mengen umgeschlagen, und zahlreiche Maschinen werden eng getaktet eingesetzt. Schon begrenzte Einschränkungen in der Treibstofflogistik können deshalb zusätzliche Planung erfordern.

Aktuell steht nicht ein Stillstand des Betriebs im Vordergrund, sondern Vorsorge. Lufthansa verteilt einen Teil der Betankung auf andere Flughäfen, während Fraport auf Wartung, Speicher und Ausweichmöglichkeiten verweist. Damit bleibt die Lage angespannt, aber beherrschbar, solange die zusätzlichen Maßnahmen ausreichen und keine weiteren Belastungen hinzukommen.