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Wirtschaft · Ölmarkt

Hormus-Streit hält Druck auf die Ölpreise hoch

Iran will die Straße von Hormus erst nach Zugeständnissen der USA öffnen. Die Blockaden treiben die Ölpreise und verschärfen die Debatte über Energieversorgung.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Öltanker in einer Meerenge stehen für die angespannte Lage auf wichtigen Energiehandelsrouten.
Symbolbild: Öltanker in einer Meerenge stehen für die angespannte Lage auf wichtigen Energiehandelsrouten. KI-generiert

Der Streit um die Straße von Hormus belastet weiter den internationalen Ölmarkt. Iran knüpft eine vollständige Öffnung der wichtigen Meerenge an Bedingungen, die mit den USA vereinbart worden sein sollen. Zugleich bleiben die Folgen für Handel und Energiepreise spürbar: Wegen der Blockaden sind die weltweiten Ölpreise deutlich gestiegen. Die Entwicklung erhöht den Druck auf Regierungen, auf hohe Energie- und Kraftstoffkosten zu reagieren.

Teheran verlangt Zugeständnisse

Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf erklärte am Sonntag nach Angaben staatlicher Medien, sein Land werde die Straße von Hormus erst wieder freigeben, wenn sieben Voraussetzungen erfüllt seien. Der Tagesspiegel berichtete, diese Bedingungen bezögen sich auf eine Vereinbarung, die im Juni getroffen worden sei. Grundlage sei ein sogenanntes Islamabad-Memorandum.

Iran hatte während der UN-Vollversammlung angeboten, die Meerenge binnen sieben Tagen wieder für den üblichen Schiffsverkehr zu öffnen, falls die Voraussetzungen erfüllt würden. Die USA antworteten Anfang vergangener Woche über katarische Vermittler. Ghalibaf sagte, die Haltung Teherans sei „klar und unmissverständlich“. Die Meerenge werde nicht geöffnet, bevor die Bedingungen erfüllt seien.

Welche Punkte genau gemeint sind, bleibt im politischen Streit umstritten. Frühere Forderungen Teherans zielten Medienberichten zufolge unter anderem auf ein Ende der US-Seeblockade, freie Ölexporte, die Freigabe eingefrorener iranischer Gelder, ein Ende von Sanktionen und Entschädigungen für Kriegsschäden. Außerdem ging es um Kämpfe in der Region sowie um neue Regeln für die Kontrolle der Meerenge. Dass Washington solche Forderungen vorab vollständig akzeptiert, gilt als unwahrscheinlich.

Diplomatie und Drohungen

Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghai, sagte am Sonntag, Teheran habe seine grundsätzliche Einschätzung der US-Antwort über Vermittler mitgeteilt. Weitere Punkte müssten aber noch an Washington übermittelt werden. Die amerikanischen Vorschläge entsprächen demnach weitgehend den bisherigen Positionen der USA, vor allem in der Atomfrage.

Außenminister Abbas Araghtschi erklärte vor ausländischen Diplomaten in Teheran, Iran hoffe auf einen diplomatischen Weg. Zugleich warnte er die USA vor einem erneuten militärischen Vorgehen. Sollte Washington wieder militärische Optionen wählen, sei Iran besser vorbereitet als zuvor, sagte Araghtschi sinngemäß. Reuters hatte zuvor unter Berufung auf Insider berichtet, Teheran plane bei neuen größeren Angriffen der USA eine stärkere Reaktion.

Die Spannungen betreffen nicht nur die regionale Sicherheit. Die Straße von Hormus ist ein zentraler Seeweg für den Transport von Öl und Gas. Seit Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar blockiert Teheran die Route weitgehend und greift dort regelmäßig Schiffe an. Die USA reagierten mit einer Seeblockade iranischer Häfen.

Tanker trotz Eskorten gefährdet

Trotz der angespannten Lage fließen Teile der Ölexporte wieder in größeren Mengen. Der Tagesspiegel verweist auf Daten des Anbieters Kpler, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Danach haben die Rohölexporte arabischer Länder am Persischen Golf zuletzt wieder Größenordnungen wie vor Kriegsbeginn erreicht. Große Produzenten nutzen demnach Pipelines und alternative Häfen. Außerdem konnten die USA Tanker durch die Straße von Hormus begleiten.

Bei Rohöl lagen die Ausfuhren durch die Meerenge im Wochendurchschnitt zuletzt sogar leicht über Vergleichswerten aus der Zeit vor den Angriffen. Anders sieht es bei verarbeiteten Produkten aus: Raffinierte Erzeugnisse wie Benzin erreichten bis zum Berichtsende am Montag nur rund 19 Prozent des Vorkriegsniveaus.

Die Sicherheitslage bleibt dennoch instabil. Am Wochenende meldete die britische Schifffahrtssicherheitsbehörde UKMTO einen neuen Angriff auf ein Schiff. Der Kapitän habe von einem Treffer durch ein unbekanntes Projektil berichtet. Nach der Meldung wurde der Maschinenraum beschädigt, Verletzte wurden nicht gemeldet.

Bedeutung für Preise und Versorgung

Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman. Über sie läuft ein erheblicher Teil des weltweiten Handels mit Öl und Gas. Deshalb wirken Störungen auf dieser Route schnell auf die internationalen Märkte. Der Konflikt fällt in eine Zeit, in der hohe Energiepreise politisch stark beachtet werden.

Für Regierungen stellt sich damit die Frage, wie stark sie auf internationale Preisschocks reagieren können. Während Iran Bedingungen für die Öffnung der Meerenge stellt und die USA auf militärische Sicherung von Tankern setzen, bleibt der Ölmarkt anfällig für neue Ausschläge. Entscheidend dürfte sein, ob die Verhandlungen über die Meerenge Fortschritte bringen oder weitere Zwischenfälle die Transporte erneut bremsen.