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Wirtschaft · Energiemärkte

Hormus-Krise rückt Ölversorgung in den Fokus

Angriffe und Drohungen rund um die Straße von Hormus verschärfen die Lage am Golf. Die Meerenge bleibt zentral für den Handel mit Öl und Gas.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Öltanker in einer strategisch wichtigen Meerenge stehen für die angespannte Lage auf den Energiemärkten.
Symbolbild: Öltanker in einer strategisch wichtigen Meerenge stehen für die angespannte Lage auf den Energiemärkten. KI-generiert

Die Spannungen am Persischen Golf treffen eine der wichtigsten Routen für Energieexporte. In der Straße von Hormus kam es zuletzt wiederholt zu Beschuss auf Schiffe, zudem meldeten die Huthi Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Für die Weltwirtschaft ist die Lage besonders heikel, weil über die Meerenge große Mengen Öl und Gas verschifft werden. Zugleich laufen Bemühungen, den Konflikt zwischen Iran und den USA über Vermittler zu entschärfen.

Beschuss in wichtiger Meerenge

In der Straße von Hormus sind erneut Tanker und andere Schiffe in den Blick geraten. Die Süddeutsche Zeitung berichtete unter Berufung auf Behördenangaben, ein Schiff sei nahe der nördlichen Spitze des Oman beschossen worden. Der Vorfall ereignete sich demnach in geringer Entfernung zur Küste, in der Nähe der omanischen Enklave Musandam.

Schon zuvor war ein weiterer Angriff auf ein Schiff in derselben Wasserstraße gemeldet worden. Zu einzelnen Vorfällen bekannte sich zunächst niemand. Die Region ist für den Handel mit Rohstoffen und Düngemitteln von großer Bedeutung. Wiederholte Angriffe und Drohungen haben den Verkehr dort stark beeinträchtigt.

Iran blockiert die Passage im Konflikt mit den USA nach den Berichten weitgehend durch Drohungen und Attacken auf Schiffe. Zugleich griff auch das US-Militär zivile iranische Schiffe an. Ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden erklärte, in der Meerenge gebe es innerhalb von 24 Stunden regelmäßig militärische Zusammenstöße; seit einiger Zeit reagiere Amerika jedoch nicht mehr.

Drohungen gegen Energieanlagen

Die Huthi-Miliz meldete Angriffe auf Ölanlagen in Saudi-Arabien. Zudem warf ein saudischer Vertreter den Huthi einen Angriff auf eine Stromverteilerstation in Medina vor. Die Miliz wies diese Darstellung zurück. Eine von den Huthi kontrollierte Nachrichtenagentur zitierte eine Militärquelle, die den Vorwurf als „grobe Erfindung“ bezeichnete.

Auch aus Iran kamen weitere Warnungen. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf sagte laut Süddeutscher Zeitung: „Wenn unsere Sicherheit nicht gewährleistet wird, wird keine Infrastruktur sicher sein.“ Solche Drohungen richten den Blick der Energiemärkte auf Förderanlagen, Häfen und Transportwege in der Golfregion.

Die USA setzen seit Mitte Juli eine Seeblockade gegen Schiffe durch, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen wollen. Dadurch ist der Ölhandel Irans nahezu zum Stillstand gekommen. Teheran verlangt in den Gesprächen mit Washington unter anderem ein Ende dieser Blockade.

Vermittlung über Katar

Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi sagte in New York, die Gespräche mit den USA über die Straße von Hormus würden fortgesetzt. Katar bemüht sich demnach um eine Lösung und soll das Thema erneut der amerikanischen Seite vorlegen. Eine Antwort der USA sollte über den katarischen Vermittler an Teheran übermittelt werden.

US-Präsident Donald Trump hatte nach Angaben aus dem Umfeld der Verhandlungen einen iranischen Vorschlag zurückgewiesen. Der Plan sah eine Öffnung der Straße von Hormus sowie eine siebentägige Feuerpause vor. Trump sagte, der Vorschlag sei nicht akzeptabel gewesen. Nach Darstellung des US-Botschafters bei den Vereinten Nationen, Mike Waltz, knüpfte Iran das Angebot an aus US-Sicht zu weitgehende Bedingungen, darunter die Aufhebung umfassender Sanktionen.

Trump stellte zugleich weitere Gespräche in Aussicht. Axios berichtete von einer möglichen neuen Runde indirekter Verhandlungen zwischen Washington und Teheran. Vertreter beider Seiten waren zuvor am Rand der UN-Generalversammlung erstmals seit Monaten wieder zusammengekommen.

Risiko für Verbraucherpreise

Für Verbraucherinnen und Verbraucher in Europa ist der Konflikt vor allem wegen möglicher Folgen für Energiepreise relevant. Die Straße von Hormus ist ein Engpass im internationalen Öl- und Gashandel. Wenn Transporte dort stocken, reagieren Märkte empfindlich, weil Ausfälle oder Verzögerungen schwer auszugleichen sind.

Die Lage zeigt, wie eng Sicherheitspolitik und Rohstoffversorgung miteinander verbunden sind. Militärische Zwischenfälle, Blockaden und Sanktionen können sich auf Handelswege auswirken, lange bevor sich an Tankstellen oder in Lieferketten konkrete Folgen zeigen. Entscheidend bleibt, ob die Verhandlungen über die Meerenge zu einer Entspannung führen oder ob weitere Angriffe die Unsicherheit am Golf vergrößern.