Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Energiepreise am Golf

Golfkonflikt verschärft Druck auf Spritpreise

Blockade der Straße von Hormus und Angriffe der Huthis verunsichern Energiemärkte. In den USA wächst vor den Kongresswahlen der Druck wegen hoher Treibstoffpreise.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Energieanlagen und Tankstelle stehen für die angespannte Lage auf den Ölmärkten.
Symbolbild: Energieanlagen und Tankstelle stehen für die angespannte Lage auf den Ölmärkten. KI-generiert

Die Spannungen am Persischen Golf werden immer stärker zu einem Problem für Energiepreise und Verkehr. Seit Iran die Straße von Hormus nach US-israelischen Luftangriffen blockiert, sind Energie und Treibstoff weltweit deutlich teurer geworden. Zugleich droht die vom Iran unterstützte Huthi-Miliz im Jemen mit Angriffen auf saudi-arabische Ölanlagen. In den USA steht Präsident Donald Trump deshalb innenpolitisch unter Druck, wie die FAZ berichtet.

Trump setzt vorerst auf Gespräche

Trump schließt einen US-Angriff auf Iran vor den Kongresswahlen aus. Er verweist auf Gespräche mit Teheran, ohne Einzelheiten zu nennen. Eine politische Lösung hatte er bereits zuvor mehrfach in Aussicht gestellt, bislang jedoch ohne sichtbares Ergebnis.

Für die Republikaner ist die Lage heikel. Die hohen Energie- und Treibstoffpreise treffen Verbraucherinnen und Verbraucher direkt. Nach Umfragen könnten die Republikaner bei den Kongresswahlen ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren; auch der Senat gilt als gefährdet. Die Preisentwicklung wird damit zu einem innenpolitischen Risikofaktor für die Regierung in Washington.

Parallel verschärfen die USA ihren Kurs gegen Teheran. Washington setzte 17 iranische Schiffe auf eine Sanktionsliste. Sie sollen nach US-Darstellung zu einer Flotte gehören, mit der Iran internationale Beschränkungen im Ölgeschäft umgehen will.

Huthis drohen Saudi-Arabien

Die Lage in der Region wird zusätzlich durch den erneut eskalierten Jemen-Konflikt belastet. Die Huthis drohen nach einem Bericht des Spiegel damit, Ölanlagen in Saudi-Arabien anzugreifen. Bereits früher hatte die Miliz Attacken auf Einrichtungen des staatlichen Ölsektors in dem Königreich für sich reklamiert.

Saudi-Arabien unterstützt im Jemen die international anerkannte Regierung gegen die Huthis. Der Bürgerkrieg war im Sommer im Zusammenhang mit dem Irankrieg wieder aufgeflammt. Zuletzt kündigten Regierungstruppen eine Offensive an, um Gebiete unter Kontrolle der Miliz zurückzuerobern. Die Huthis hatten zuvor strategisch wichtige Geländegewinne erzielt.

Die Miliz nimmt auch saudi-arabische Flughäfen ins Visier. Nach Angaben aus Saudi-Arabien wurden Raketen auf Riad und Chamis Muschait abgefangen. In Riad gab es mehrere Explosionen. Trümmerteile beschädigten nach saudischer Darstellung unter anderem einen Kindergarten, einen Klinikkomplex und Bereiche am Flughafen. Bereits am Dienstag und Mittwoch waren die Flughäfen in Riad und Abha angegriffen worden. Dabei wurden nach Angaben der saudischen Luftfahrtbehörde drei Menschen getötet; n-tv berichtet zudem von 36 Verletzten.

Flugverkehr reagiert auf Angriffe

Die Angriffe wirken sich unmittelbar auf den Luftverkehr aus. Die Lufthansa-Gruppe streicht ihre Verbindungen nach Riad vorübergehend. Die Flüge sollen bis einschließlich 16. Oktober ausgesetzt bleiben. Die USA riefen ihre Bürgerinnen und Bürger in Riad zu besonderer Vorsicht auf. Für US-Staatsbedienstete in Saudi-Arabien gelten strengere Regeln für die Nutzung des internationalen Flughafens der Hauptstadt.

Saudi-Arabien reagierte militärisch. Die von Riad geführte Koalition erklärte, sie habe 82 militärische Ziele der Huthis getroffen. Genannt wurden unter anderem Anlagen für ballistische Raketen, Kommandoeinrichtungen und Kommunikationssysteme. Aus dem Jemen meldete der Huthi-nahe Sender Al-Masirah wiederum Luftangriffe auf den Flughafen der Hafenstadt Hudaida und weitere Gebiete.

Risiken für Märkte und Verbraucher

Die Kombination aus blockierter Hormus-Route, neuen Sanktionen, Angriffen auf Flughäfen und Drohungen gegen Ölinfrastruktur erhöht die Unsicherheit auf den Energiemärkten. Die Straße von Hormus ist eine zentrale Route für den weltweiten Öltransport. Wenn dort Lieferungen behindert werden und zugleich Anlagen in Saudi-Arabien bedroht sind, steigt das Risiko weiterer Preisbewegungen.

Für Regierungen wächst damit der politische Handlungsdruck. In den USA steht die Regierung bereits wegen teurer Energie unter Beobachtung. Zugleich ist Saudi-Arabien durch den Jemen-Konflikt tiefer in die regionale Eskalation hineingezogen. Der Konflikt betrifft damit nicht nur die Sicherheit am Golf, sondern auch Preise an Zapfsäulen und Kosten für Unternehmen weltweit.