Wirtschaft · Warenhauskette in Krise
Galeria stellt erneut Insolvenzantrag
Die Warenhauskette Galeria hat erneut einen Insolvenzantrag gestellt. Wie deutschlandfunk.de berichtet, ging der Antrag beim Amtsgericht Düsseldorf ein. Es ist demnach bereits das vierte Verfahren innerhalb von sechs Jahren. Der Verkauf in den 83 Häusern mit rund 12.000 Beschäftigten soll vorerst fortgesetzt werden. Auch tagesschau.de meldet, dass Galeria wieder einen Insolvenzantrag gestellt hat.
Betrieb soll zunächst weiterlaufen
Nach Angaben von deutschlandfunk.de begründet Galeria den Schritt damit, nun einen rechtlichen Rahmen für die Neuordnung des Unternehmens zu schaffen. Ziel sei es, die Lage zu strukturieren, den Geschäftsbetrieb zu stabilisieren und Bedingungen für eine tragfähige Zukunft herzustellen. Konkrete Angaben dazu, welche Standorte erhalten bleiben oder welche Einschnitte drohen, nennt die Quelle nicht.
Für die Beschäftigten bedeutet der neue Antrag vor allem Unsicherheit. Deutschlandfunk.de berichtet, der Betriebsrat wolle sich mit allen verfügbaren Mitteln für den Erhalt der Arbeitsplätze einsetzen. Die Gewerkschaft Verdi beschreibt die Lage demnach als völlig offen und kritisiert die Unternehmensführung scharf. Sie macht dem Management schwere Fehler zum Vorwurf.
Derzeit ist offen, wie schnell das Gericht über die nächsten Schritte entscheidet und welche Rolle mögliche Sanierungspläne spielen. Die Quellen nennen keine Angaben zu einem Insolvenzverwalter, zu Finanzierungszusagen oder zu Gesprächen mit Eigentümerinnen und Eigentümern. Klar ist nur, dass Galeria zunächst weiter öffnen will.
Tausende Stellen betroffen
Die Dimension der Krise ist bundesweit erheblich. Rund 12.000 Menschen arbeiten laut deutschlandfunk.de noch bei Galeria. Sie verteilen sich auf 83 Filialen. Jede Entscheidung über die Zukunft des Unternehmens kann daher viele Innenstädte und Einkaufsstandorte betreffen. Warenhäuser dieser Größe sind häufig Anziehungspunkte in zentralen Lagen. Welche Auswirkungen eine weitere Sanierung konkret hätte, geht aus den vorliegenden Berichten jedoch nicht hervor.
Auch in Berlin wird die Entwicklung genau verfolgt. Laut Tagesspiegel könnten dort vier Galeria-Häuser betroffen sein, unter anderem im Bereich von Spandau bis zum Alexanderplatz. Das Portal beschreibt mögliche Schließungen als deutlichen Einschnitt für Einkaufsgewohnheiten in der Hauptstadt. Zugleich macht der Bericht deutlich, dass Galeria in Berlin bereits nach früheren Krisen nicht mehr die frühere Präsenz hat.
Ob diese Berliner Standorte tatsächlich schließen, ist nach den Quellen nicht entschieden. Der Tagesspiegel spricht von einer drohenden Entwicklung, nicht von einer feststehenden Entscheidung. Damit bleibt auch dort die Lage für Beschäftigte, Kundinnen und Kunden sowie Vermieterinnen und Vermieter unklar.
Vierte Pleite in sechs Jahren
Galeria hat bereits mehrere Restrukturierungen hinter sich. Deutschlandfunk.de berichtet, dass in früheren Insolvenzverfahren zahlreiche Warenhäuser aufgegeben wurden. Gläubiger hätten damals auf Forderungen in Milliardenhöhe verzichtet, um dem Konzern eine Fortsetzung zu ermöglichen. Dennoch ist die Kette nun wieder beim Insolvenzgericht.
Der vorherige Antrag liegt laut deutschlandfunk.de gut zweieinhalb Jahre zurück. Damals firmierte das Unternehmen noch als Galeria Karstadt Kaufhof. Hintergrund war die Krise des früheren Mutterkonzerns Signa. In jenem Verfahren mussten nach Angaben des Senders neun von damals 92 Häusern schließen.
Damit setzt sich eine Entwicklung fort, die den deutschen Warenhaussektor seit Jahren prägt. Galeria versucht erneut, über ein gerichtliches Verfahren handlungsfähig zu bleiben. Für die Beschäftigten und Standorte gibt es derzeit aber vor allem offene Fragen: wie lange der Betrieb unverändert weiterläuft, welche Häuser eine Perspektive bekommen und wie viele Arbeitsplätze erhalten werden können.