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Wirtschaft · Warenhauskonzern

Galeria stellt erneut Insolvenzantrag

Galeria hat in Düsseldorf Insolvenz beantragt. Verdi verlangt schnelle Informationen für rund 12.000 Beschäftigte; die 83 Filialen bleiben zunächst geöffnet.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Warenhauseingang in einer Innenstadt steht für die unsichere Lage im Einzelhandel.
Symbolbild: Ein Warenhauseingang in einer Innenstadt steht für die unsichere Lage im Einzelhandel. KI-generiert

Galeria steckt erneut in einem Insolvenzverfahren. Der Warenhauskonzern hat am Freitag beim Amtsgericht Düsseldorf einen Antrag gestellt, wie der Tagesspiegel unter Berufung auf dpa berichtet. Für die rund 12.000 Beschäftigten ist die Lage damit akut unsicher: Die Gewerkschaft Verdi fordert schnelle Auskünfte darüber, wie Löhne und Gehälter in der nächsten Zeit gesichert werden. Die 83 Filialen des Unternehmens sind zunächst weiter geöffnet.

Verdi fordert klare Informationen

Verdi dringt nach dem Insolvenzantrag auf rasche Entscheidungen und eine direkte Kommunikation mit der Belegschaft. Bundesvorstandsmitglied Silke Zimmer sagte laut Tagesspiegel, es müsse schnell geklärt werden, ob Galeria die Gehälter selbst absichert oder ob Insolvenzgeld gezahlt wird. Für die Beschäftigten gehe es um ihre wirtschaftliche Sicherheit und die ihrer Familien.

Zimmer bezeichnete die Situation als schwierig. Entscheidend sei aus Sicht der Gewerkschaft, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verlässlich erfahren, wie das Verfahren weiterläuft. Verdi verlangt, dass die Verantwortlichen gemeinsam mit Belegschaft und Betriebsräten an einer tragfähigen Lösung arbeiten. Zimmer kritisierte zugleich, Beschäftigte dürften nicht für Versäumnisse in den Unternehmensführungen einstehen müssen.

Der Gesamtbetriebsrat äußerte sich auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nicht dazu, wie die Chancen auf Insolvenzgeld für die Belegschaft eingeschätzt werden. Damit bleibt für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zunächst die Frage offen, welche Zahlungen kurzfristig abgesichert sind.

Gericht setzt vorläufigen Verwalter ein

Das Amtsgericht Düsseldorf hat inzwischen das vorläufige Insolvenzverfahren angeordnet. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Frank Kebekus eingesetzt. Seine Aufgabe ist es nun, sich einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens zu verschaffen und die nächsten Schritte im Verfahren zu begleiten.

Für die Beschäftigten ist vor allem die Frage des Insolvenzgeldes zentral. Darüber entscheidet die Bundesagentur für Arbeit. Eine Entscheidung dazu steht noch aus. Nach Angaben von Arbeitsrechtlern müsste Galeria ohne Insolvenzgeld die Gehälter selbst zahlen oder eine andere Finanzierung organisieren. Ob der Konzern dazu in der Lage wäre, ist derzeit nicht geklärt. Galeria nahm dazu auf Anfrage nicht Stellung.

Die Warenhäuser bleiben zunächst im Betrieb. Kundinnen und Kunden können die Filialen damit vorerst weiter aufsuchen. Welche Häuser dauerhaft erhalten werden und ob Standorte geschlossen werden müssen, ist noch nicht entschieden.

83 Filialen betroffen

Galeria betreibt derzeit 83 Filialen. Die erneute Insolvenz trifft damit viele Innenstädte, in denen Warenhäuser traditionell eine wichtige Rolle für den Einzelhandel spielen. Auch für die Beschäftigten an den Standorten geht es um die Perspektive ihrer Arbeitsplätze.

Der Antrag ist bereits der vierte Insolvenzantrag von Galeria innerhalb von sechs Jahren. Damit setzt sich eine Serie schwerer Krisen bei dem Unternehmen fort. Für den Warenhauskonzern beginnt nun erneut ein Verfahren, in dem geprüft wird, wie es mit dem Betrieb, den Filialen und den Arbeitsplätzen weitergehen kann.

Wiederholte Krise eines großen Händlers

Die Entwicklung hat überregionale Bedeutung, weil Galeria zu den bekanntesten Warenhausunternehmen in Deutschland zählt und an zahlreichen Standorten vertreten ist. Die Kombination aus 83 Filialen, rund 12.000 Beschäftigten und einer weiteren Insolvenz macht den Fall zu einem wichtigen Thema für den Einzelhandel.

Für Verdi steht nun die Absicherung der Beschäftigten im Vordergrund. Die Gewerkschaft verlangt schnelle Klarheit über Einkommen und Perspektiven. Das Verfahren in Düsseldorf wird zeigen, welche Optionen für Galeria bestehen und ob die Warenhäuser in ihrer jetzigen Form weitergeführt werden können.