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Wirtschaft · Autohandel mit China

EU und China wollen Hybridimporte deutlich senken

China will weniger Hybridautos in die EU liefern. Die Einigung betrifft mehrere Millionen Fahrzeuge und ist für die europäische Autobranche ein wichtiges Signal.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die EU und China ringen um Regeln für den Handel mit Hybrid- und Elektroautos.
Symbolbild: Die EU und China ringen um Regeln für den Handel mit Hybrid- und Elektroautos. KI-generiert

Die Europäische Union und China haben sich auf eine Begrenzung chinesischer Hybridauto-Exporte nach Europa verständigt. EU-Handelskommissar Maros Sefcovic erklärte nach Gesprächen in Peking, die Einfuhren könnten dadurch um mehr als die Hälfte sinken. Betroffen sind Hybrid- und Plug-in-Hybridfahrzeuge, deren Lieferungen in den kommenden vier Jahren um „einige Millionen Fahrzeuge“ geringer ausfallen sollen.

Einigung nach Gesprächen in Peking

Sefcovic verhandelte in China mit Handelsminister Wang Wentao und Vize-Ministerpräsident He Lifeng. ZDFheute berichtete, China habe die Verständigung zunächst selbst gemeldet, dabei aber keine Einzelheiten genannt. Der EU-Handelskommissar nannte die nun bekannte Größenordnung und sprach von einem ungewöhnlichen Schritt: China akzeptiere erstmals eine Mäßigung seiner Exporte, ohne dass zuvor eine weitere Eskalation im Handelskonflikt nötig gewesen sei.

Die Vereinbarung ist noch nicht endgültig beschlossen. Die Ergebnisse sollen zunächst EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vorgelegt werden. Danach befassen sich die Mitgliedstaaten mit dem Paket. Erst dort fällt die abschließende Entscheidung.

Für die europäische Autoindustrie ist die Verständigung wirtschaftlich bedeutsam. Seit die EU im Jahr 2024 zusätzliche Zölle auf Elektroautos aus China verhängt hat, verlagerten chinesische Hersteller ihren Schwerpunkt stärker auf Hybridmodelle. Besonders Plug-in-Hybride gewannen dadurch an Bedeutung. Nach Daten des Autoanalysten Matthias Schmidt erreichen chinesische Anbieter in diesem Segment inzwischen einen Marktanteil von gut einem Viertel.

Branche reagiert vorsichtig positiv

In der deutschen und europäischen Autobranche wurde die Nachricht grundsätzlich begrüßt. VDA-Präsidentin Hildegard Müller nannte die Verständigung ein erstes positives Signal. Eine genaue Bewertung sei aber erst möglich, wenn die konkreten Inhalte vorlägen. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller verwies ebenfalls auf die Bedeutung stabiler Handelsbeziehungen zwischen der EU und China.

Damit bleibt die Reaktion zurückhaltend. Die Branche ist auf offene Märkte angewiesen, steht aber zugleich unter starkem Konkurrenzdruck durch chinesische Hersteller. Diese bieten in Europa zunehmend Modelle an, die sowohl preislich als auch technisch mit etablierten Anbietern konkurrieren. Eine Reduzierung der Exportmengen könnte den Wettbewerb im Hybridsegment verändern, ohne den grundsätzlichen Konflikt über Industriepolitik, Subventionen und Marktzugang zu lösen.

Die EU hatte ihre Zölle auf chinesische Elektroautos mit Wettbewerbsverzerrungen begründet. Peking kritisierte die Maßnahmen. Seitdem belasten mehrere Streitpunkte die Handelsbeziehungen. Die nun vereinbarte Begrenzung bei Hybridfahrzeugen soll verhindern, dass sich die Spannungen weiter verschärfen.

Seltene Erden bleiben Streitpunkt

Neben den Fahrzeugexporten ging es bei den Gesprächen auch um Rohstoffe. China erklärte nach Angaben von ZDFheute, Ausfuhrlizenzen für seltene Erden und Dauermagnete in Richtung EU weiter erleichtern zu wollen. Für die Industrie in Europa sind solche Materialien zentral. Sie werden unter anderem in Batterien, Elektromotoren, Elektronik und Hightech-Anwendungen eingesetzt.

China ist bei seltenen Erden weltweit ein Schlüsselakteur. Die Rohstoffe kommen zwar geologisch nicht ausschließlich selten vor, ihre wirtschaftliche Förderung und Verarbeitung ist jedoch aufwendig. Europas Unternehmen sind deshalb in vielen Bereichen stark von chinesischen Lieferketten abhängig. Exportkontrollen hatten zuletzt Sorgen ausgelöst, dass Produktionsabläufe in Europa gestört werden könnten.

Die Gespräche zeigen, wie eng Autoindustrie, Rohstoffversorgung und Handelspolitik miteinander verbunden sind. Für europäische Hersteller zählt nicht nur der Absatzmarkt China, sondern auch der Zugang zu Vorprodukten und Batteriematerialien. Zugleich versucht die EU, ihre Abhängigkeiten zu verringern und eigene Interessen gegenüber Peking durchzusetzen.

Hintergrund der Handelskonflikte

Der Handelsstreit zwischen der EU und China hat sich in den vergangenen Jahren vor allem an der Elektromobilität entzündet. Europäische Hersteller sehen sich wachsender Konkurrenz aus China gegenüber, während chinesische Unternehmen in Europa Marktanteile gewinnen. Die EU reagierte mit Zöllen auf Elektroautos. China erhöhte anschließend die Ausfuhren anderer Fahrzeugtypen, darunter Plug-in-Hybride.

Die jetzt angekündigte Drosselung könnte kurzfristig Druck aus dem Konflikt nehmen. Sie ersetzt aber keine umfassende Lösung für die offenen Fragen im Handel zwischen beiden Wirtschaftsräumen. Entscheidend wird sein, welche Regeln die EU-Staaten am Ende akzeptieren und wie verbindlich China die zugesagten Begrenzungen umsetzt.

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