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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Handel mit China

EU deckelt Hybridauto-Importe aus China

Die EU begrenzt Einfuhren chinesischer Plug-in-Hybride auf 350.000 Fahrzeuge jährlich. Die Regel soll ab Dezember greifen und Europas Autobauer entlasten.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Plug-in-Hybride in einem europäischen Hafen stehen für den Streit um Autoimporte aus China.
Symbolbild: Plug-in-Hybride in einem europäischen Hafen stehen für den Streit um Autoimporte aus China. KI-generiert

Die Europäische Union zieht eine Obergrenze für Plug-in-Hybride aus China ein. Künftig dürfen zunächst 350.000 solcher Fahrzeuge pro Jahr in die EU kommen, wie ein Vertreter der EU-Kommission am Montag in Brüssel erklärte. Deutschlandfunk und ZDF berichten, dass die Regelung ab Dezember greifen soll. Nach dem ersten Jahr darf die Menge jährlich um sechs Prozent steigen; nach vier Jahren endet die Vereinbarung.

Deutliche Bremse für Einfuhren

Mit der neuen Grenze reagiert Brüssel auf den starken Anstieg chinesischer Hybridexporte nach Europa. Die EU-Kommission rechnet damit, dass ohne Eingriff in diesem Jahr rund 800.000 Plug-in-Hybride aus China auf den europäischen Markt gelangen könnten. Die neue Quote würde diese Zahl deutlich senken.

Die Beschränkung betrifft Fahrzeuge, die in China produziert werden. Nach Angaben des ZDF gilt sie unabhängig davon, ob der Hersteller aus China oder Europa stammt. Damit können auch europäische Unternehmen betroffen sein, wenn sie entsprechende Modelle in China fertigen lassen. Chinesische Autobauer, die Plug-in-Hybride in anderen Ländern bauen, fallen demnach nicht unter diese konkrete Obergrenze.

Sobald das Kontingent erreicht ist, sollen die Zollbehörden keine weiteren Fahrzeuge dieser Kategorie aus China mehr zulassen. Erste konkrete Schritte zur Umsetzung werden Anfang Dezember erwartet.

Einigung nach Gesprächen in Peking

EU-Handelskommissar Maros Sefcovic hatte bereits vergangene Woche eine Verständigung mit China gemeldet, zunächst aber keine Zahlen genannt. Am Freitag traf er in Peking den chinesischen Handelsminister Wang Wentao. Die nun bekannt gewordene Obergrenze ist der zentrale Punkt der Vereinbarung.

Peking sagte außerdem Erleichterungen bei Exportlizenzen für Seltene Erden und Dauermagnete zu. Diese Rohstoffe und Komponenten sind unter anderem für Elektromotoren und Windkraftanlagen wichtig. Zudem sollen Zölle auf einige Waren aus der EU sinken. Welche Produkte betroffen sind, wurde nicht konkretisiert.

Die taz berichtet unter Berufung auf die EU-Kommission, dass sich die Umsätze mit chinesischen Hybridfahrzeugen in der EU im ersten Halbjahr 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 6,7 Milliarden Euro verdreifacht haben. Der Anteil chinesischer Plug-in-Hybride an den Neuzulassungen in der EU stieg demnach vom ersten Quartal 2024 bis zum zweiten Quartal 2026 von 1,7 Prozent auf mehr als ein Viertel.

Entlastung für europäische Autobauer

Die EU begründet ihr Vorgehen mit der Sorge, dass günstige Fahrzeuge aus China europäische Hersteller zunehmend unter Druck setzen. Bereits 2024 hatte Brüssel Sonderzölle auf reine Elektroautos aus China eingeführt. Die Kommission warf Peking damals wettbewerbsverzerrende Staatshilfen vor. Danach legten die Ausfuhren von Plug-in-Hybriden aus China stark zu.

Der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research bewertete die Einigung gegenüber der taz positiv. Es sei gut, dass beide Seiten eine Grenze festgelegt hätten, sagte er. Ohne Begrenzung wäre BYD aus seiner Sicht eine erhebliche Gefahr für die europäische Autoindustrie geworden.

Für die Hersteller in Europa verschafft die Vereinbarung Zeit. Sie stehen im Wettbewerb mit chinesischen Anbietern, die bei Kosten und Produktionskapazitäten stark auftreten. Gleichzeitig bleibt die Lage für europäische Unternehmen schwierig. Volkswagen meldete am Montag für den Sommer einen deutlichen Absatzrückgang. Von Juni bis September verkaufte der Konzern knapp 1,9 Millionen Fahrzeuge, 14,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. In China gingen die Verkäufe besonders stark zurück.

Handelskonflikt bleibt angespannt

Die Hybridquote beendet den Handelsstreit zwischen Brüssel und Peking nicht. Die EU importiert erheblich mehr Waren aus China, als sie dorthin verkauft. Nach Angaben aus Brüssel lag das europäische Handelsdefizit zuletzt bei rund einer Milliarde Euro pro Tag.

Die EU-Kommission arbeitet deshalb an weiteren Instrumenten. Unternehmen in bestimmten Bereichen sollen unabhängiger von einzelnen Lieferländern werden. Zudem wird über Regeln gesprochen, mit denen die EU im Krisenfall schärfer auf Handelsbeschränkungen reagieren könnte. Beim EU-Gipfel, der am Donnerstag in Brüssel beginnt, wollen die Staats- und Regierungschefs über den Kurs gegenüber China beraten.

Auch die Gespräche mit Peking sollen weiterlaufen. Für Januar ist ein Telefonat zwischen Sefcovic und Wang vorgesehen, ein weiteres Treffen soll nach Angaben aus Brüssel im März folgen.