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Wirtschaft · Automarkt

Elektroautos erreichen Rekordanteil im September

In Deutschland war im September mehr als jeder dritte neue Pkw rein elektrisch. Hohe Kraftstoffkosten und Zuschüsse treiben die Nachfrage, Verbrenner verlieren deutlich.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Elektroautos an Ladesäulen stehen für den wachsenden Marktanteil batteriebetriebener Fahrzeuge.
Symbolbild: Elektroautos an Ladesäulen stehen für den wachsenden Marktanteil batteriebetriebener Fahrzeuge. KI-generiert

Reine Elektroautos haben im September in Deutschland einen neuen Höchstwert erreicht. 88.599 batterieelektrische Pkw wurden neu zugelassen, ihr Marktanteil stieg auf 34,5 Prozent. Damit war mehr als jedes dritte neue Auto ein Stromer. Zugleich verloren Benziner und Diesel deutlich an Bedeutung. Als zentrale Gründe gelten die hohen Preise an den Tankstellen und die staatliche Kaufprämie für private Käuferinnen und Käufer.

Elektroanteil steigt fast auf Hybridniveau

Wie n-tv unter Berufung auf das Kraftfahrt-Bundesamt berichtete, kamen im September insgesamt 256.774 neue Pkw auf die Straßen. Reine Elektroautos legten gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 95 Prozent zu. Im September 2025 waren 45.495 entsprechende Fahrzeuge zugelassen worden.

Der bisherige Monatsrekord beim Anteil batterieelektrischer Autos stammte nach einer Einordnung des Spiegel aus dem Dezember 2022. Damals lag der Wert bei 33,2 Prozent, kurz vor einer Kürzung der früheren Förderung. Der aktuelle Wert übertrifft diese Marke nun klar.

Den größten Anteil am Neuwagenmarkt hatten im September weiterhin Hybridfahrzeuge. Knapp 98.900 Neuzulassungen entsprachen 38,5 Prozent des Marktes. Ihr Plus fiel mit 1,7 Prozent aber wesentlich schwächer aus als bei reinen Elektroautos.

Benziner kamen nur noch auf rund 44.600 Neuzulassungen. Das waren 29,2 Prozent weniger als ein Jahr zuvor und entsprach einem Anteil von 17,4 Prozent. Diesel erreichten mit etwa 23.000 Fahrzeugen noch 9,0 Prozent des Marktes. Auch hier gab es einen Rückgang, und zwar um 20,1 Prozent.

Privatkunden beleben den Markt

Der gesamte deutsche Automarkt wuchs im September um 9,0 Prozent. Seit Jahresbeginn liegt das Plus bei 5,3 Prozent. Besonders stark zog die Nachfrage privater Haushalte an: Die privaten Zulassungen stiegen im September um 28,5 Prozent und machten inzwischen etwas mehr als zwei Fünftel der Neuzulassungen aus.

Nach Zahlen des Importeursverbands VDIK summieren sich die E-Auto-Neuzulassungen seit Jahresbeginn auf gut 600.000 Fahrzeuge. Das entspricht einem Zuwachs von 58,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. VDIK-Präsidentin Imelda Labbe sieht den wachsenden Anteil privater Käuferinnen und Käufer als besonders wichtig für die Entwicklung der Elektromobilität.

Von der starken Nachfrage profitierten im September vor allem Tesla und mehrere chinesische Hersteller. Tesla steigerte seine Zulassungen um 268,7 Prozent auf 12.552 Autos. BYD kam auf 6.040 Fahrzeuge und damit auf ein Plus von 85,6 Prozent. Auch MG und XPeng legten stark zu. Bei Volkswagen gingen die Neuzulassungen dagegen um 6,1 Prozent zurück, BMW und Ford verzeichneten ebenfalls Einbußen. Mercedes und Opel meldeten nur geringe Zuwächse.

Prämie soll niedrigere Einkommen erreichen

Die Bundesregierung unterstützt private Käuferinnen und Käufer beim Umstieg. Die seit Mai bestehende Prämie kann je nach Einkommen, Familiengröße und Fahrzeugtyp bis zu 6.000 Euro betragen. Förderfähig sind neue reine Elektroautos, bestimmte Plug-in-Hybride und Elektroautos mit Reichweitenverlängerer. Die Fahrzeuge müssen seit dem 1. Januar 2026 zugelassen sein. Firmenwagen fallen nicht unter das Programm.

Das Umweltministerium beziffert die Zahl der bislang unterstützten Antragsteller auf 100.000. Wie tagesschau berichtete, sagte Bundesumweltminister Carsten Schneider der Bild, das Programm habe die Erwartungen der Regierung deutlich übertroffen. Drei Viertel der Antragstellerinnen und Antragsteller verfügen demnach über ein zu versteuerndes Haushaltseinkommen von höchstens 60.000 Euro. Rund 90 Prozent der Bewilligungen entfielen auf reine Elektroautos, weniger als zehn Prozent auf Plug-in-Hybride.

Die Regierung will mit der Förderung vor allem Haushalten den Umstieg erleichtern, die ein Elektroauto bislang kaum in Betracht gezogen hätten. Insgesamt stehen für den Zeitraum von 2026 bis 2029 drei Milliarden Euro bereit. Damit sollen nach Regierungsangaben geschätzt bis zu 800.000 Fahrzeuge gefördert werden.

Regionale Unterschiede bei Anträgen

Eine erste Auswertung des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle zeigt regionale Unterschiede. Im Saarland wurden pro eine Million Einwohner 340 Förderanträge bewilligt. In Bayern waren es 290, in Thüringen 190. Die tagesschau verweist dabei auf die besondere Bedeutung der Förderung in einem strukturschwächeren Bundesland.

Bedenken, dass vor allem chinesische Anbieter von der Prämie profitieren, weist das Umweltministerium bislang zurück. Nach ersten Auswertungen entfallen weniger als 15 Prozent der Anträge auf Fahrzeuge aus China. Beim Autoverkauf insgesamt zeigt sich jedoch, dass ausländische Hersteller im aktuellen E-Auto-Boom stark zulegen.