Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Bahn-Sanierung

Brandleitetunnel in Thüringen öffnet wieder

Nach einer mehrmonatigen Sperrung nimmt die Bahn den Brandleitetunnel zwischen Gehlberg und Oberhof wieder in Betrieb. Regionalzüge fahren ab Montag erneut regulär.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Regionalzug fährt in einen Tunnel in einer bewaldeten Mittelgebirgslandschaft.
Symbolbild: Ein Regionalzug fährt in einen Tunnel in einer bewaldeten Mittelgebirgslandschaft. KI-generiert

Ab Montag können Regionalzüge in Südthüringen wieder durch den Brandleitetunnel fahren. Die Deutsche Bahn gibt die Verbindung zwischen Gehlberg und Oberhof nach einer mehrmonatigen Sanierung frei. Für Fahrgäste bedeutet das die Rückkehr auf die direkte Strecke nach Erfurt, in den Thüringer Wald und weiter nach Franken. Der MDR berichtet, dass die Arbeiten neben der Tunneltechnik auch Abschnitte vor und hinter dem Bauwerk umfassten.

Technik im Tunnel erneuert

Im Mittelpunkt der Sanierung stand die technische Ausstattung des rund drei Kilometer langen Tunnels. Die Bahn hat die Beleuchtung ausgetauscht und die Notrufeinrichtungen erneuert. Außerdem wurde die Kommunikationstechnik überarbeitet. Damit funktioniert nun auch der digitale Behördenfunk im Tunnel.

Die Modernisierung ist für den Bahnverkehr in der Region wichtig, weil Tunnel besondere Anforderungen an Sicherheit und Kommunikation stellen. Notruftechnik, Licht und Funkverbindungen müssen zuverlässig arbeiten, wenn Züge durch einen langen und tief liegenden Abschnitt fahren. Der Brandleitetunnel verläuft unter dem Rennsteig und liegt bis zu 240 Meter tief im Gebirge.

Arbeiten an der Strecke

Die Sanierung beschränkte sich nicht auf das Innere des Tunnels. Auch entlang der angrenzenden Strecke wurde gearbeitet. Umsturzgefährdete Bäume wurden entfernt. In schwer erreichbaren Bereichen kam dafür nach Angaben des MDR teilweise ein Hubschrauber zum Einsatz, um Holz aus dem Gelände zu transportieren.

Zusätzlich ließ die Bahn Schienen und Weichen bearbeiten. Auch Bahnschwellen wurden ersetzt. In der Nähe des Bahnhofs Oberhof entstand zudem eine neue Fußgängerbrücke. Damit verbindet die Maßnahme klassische Instandhaltung an der Infrastruktur mit technischen Verbesserungen im Tunnel selbst.

Für den regionalen Verkehr ist die Freigabe ein Schritt zurück zum Normalbetrieb. Während der Sperrung mussten Fahrgäste Einschränkungen auf der Verbindung in Kauf nehmen. Mit der Wiederöffnung entfällt diese baustellenbedingte Unterbrechung auf dem Abschnitt zwischen Gehlberg und Oberhof.

Bedeutung für Südthüringen

Der Brandleitetunnel gehört zu den markanten Bahn-Bauwerken in Thüringen. Er wurde 1884 eröffnet und galt früher als längster Eisenbahntunnel in Deutschland. Inzwischen haben Tunnel auf neueren ICE-Strecken diesen Rang übernommen. Für den Regionalverkehr bleibt das Bauwerk dennoch bedeutsam, weil es eine wichtige Verbindung durch den Thüringer Wald ermöglicht.

Die letzte Sanierung lag rund zwei Jahrzehnte zurück. Die aktuelle Erneuerung ordnet sich in den größeren Bedarf ein, ältere Bahnanlagen funktionsfähig zu halten und technisch anzupassen. Gerade bei Tunneln sind solche Eingriffe aufwendig, weil Arbeiten im laufenden Betrieb nur begrenzt möglich sind und Sperrungen oft unvermeidbar werden.

Die Wiederinbetriebnahme zeigt zugleich den Zielkonflikt, der viele Bahnprojekte prägt: Strecken müssen regelmäßig modernisiert werden, doch jede längere Sperrung belastet Reisende und regionale Verbindungen. Nach Abschluss der Arbeiten kann der Abschnitt nun wieder planmäßig genutzt werden.

Deutsche BahnBrandleitetunnelThüringenBahnsanierungRegionalverkehr

Weitere Links zum Thema