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Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Industrie unter Druck

Bei Deutz droht Abbau von bis zu 400 Stellen

Der Kölner Motorenbauer Deutz steht vor Einschnitten. Besonders das Geschäft mit kleineren Motoren gilt als belastet.

Presseonline-Redaktion · · 2 Min. Lesezeit

Symbolbild: Eine Fertigungshalle steht für den wirtschaftlichen Druck im Motorenbau.
Symbolbild: Eine Fertigungshalle steht für den wirtschaftlichen Druck im Motorenbau. KI-generiert

Beim Kölner Motorenbauer Deutz könnten nach einem Bericht des Handelsblatts bis zu 400 Arbeitsplätze wegfallen. Rund 100 Stellen seien bereits gestrichen oder befänden sich im Abbau, weitere etwa 300 Jobs seien am Dienstag intern beraten worden. Betroffen ist demnach vor allem das Geschäft mit kleineren Motoren, das zum traditionellen Kern des Unternehmens zählt.

Einschnitte im Kerngeschäft

Der mögliche Personalabbau trifft einen Bereich, der für Deutz historisch wichtig ist, zuletzt aber schwächer abschnitt als andere Teile des Konzerns. Laut Handelsblatt beruft sich die Darstellung auf mit dem Vorgang vertraute Personen. Das Unternehmen äußerte sich dem Bericht zufolge auf Anfrage nicht zu den Angaben.

Deutz ist in Köln ansässig und baut Motoren für unterschiedliche industrielle Anwendungen. Das Geschäft mit kleineren Motoren gehört zum klassischen Profil des Konzerns. Genau dort steigt nun offenbar der Druck, Kosten und Erträge stärker in Einklang zu bringen. Die Zahl von bis zu 400 Stellen beschreibt dabei den Gesamtumfang, der intern im Raum steht. Ein Teil davon ist dem Bericht zufolge schon umgesetzt oder befindet sich bereits in der Umsetzung.

Neue Sparten wachsen schneller

Während das Stammgeschäft unter Druck steht, richtet Deutz den Konzern breiter aus. Das Unternehmen hat in neue Felder investiert, darunter Verteidigung und dezentrale Energieversorgung. Diese Bereiche sollen Wachstum bringen und die Abhängigkeit vom herkömmlichen Motorengeschäft verringern.

Die Zahlen aus dem ersten Halbjahr 2026 zeigen die unterschiedliche Entwicklung im Konzern. Die Sparte Engines erreichte einen Umsatz von 642 Millionen Euro. Das entsprach einem Zuwachs von 3,7 Prozent. Der gesamte Konzern legte dagegen um knapp elf Prozent zu. Damit blieb der Motorenbereich beim Wachstum deutlich hinter Deutz insgesamt zurück.

Auch bei der Profitabilität ist der Abstand groß. Die bereinigte operative Marge in der Motorsparte lag im ersten Halbjahr bei 3,8 Prozent. Der Konzern kam insgesamt auf 7,1 Prozent. Für das Management erhöht diese Lücke den Handlungsdruck, weil der traditionelle Bereich weniger zum Ergebnis beiträgt als der Konzern im Durchschnitt.

Druck auf die Industrie

Der Fall Deutz steht für die angespannte Lage in Teilen der deutschen Industrie. Unternehmen mit etablierten Produktlinien müssen gleichzeitig in neue Geschäftsfelder investieren und ihr bestehendes Geschäft profitabler machen. Das gilt besonders dort, wo klassische Technikbereiche langsamer wachsen als jüngere Sparten.

Für Deutz bedeutet die Entwicklung eine schwierige Balance. Einerseits sollen Zukäufe und neue Märkte die Zukunftsfähigkeit stärken. Andererseits bleibt das angestammte Motorengeschäft ein wichtiger Teil des Unternehmens. Wenn dort weniger Wachstum und niedrigere Margen zusammenkommen, geraten Strukturen und Beschäftigung stärker in den Fokus.

Konkrete weitere Schritte hängen nun davon ab, wie der Konzern die intern beratenen Einschnitte bewertet und umsetzt. Klar ist bereits: Die geplante Neuausrichtung geht mit erheblichem Kostendruck im klassischen Geschäft einher.