Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Wirtschaft · Automarkt

Autobranche startet schwach in den Oktober

Die deutsche Autoindustrie bleibt unter Druck. Ifo-Daten zeigen schlechtere Erwartungen, während Skoda neue Hybridtechnik in den Octavia bringt.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Die Autoindustrie steht zwischen schwacher Konjunktur und technischem Umbau.
Symbolbild: Die Autoindustrie steht zwischen schwacher Konjunktur und technischem Umbau. KI-generiert

Die deutsche Automobilbranche geht mit schwachen Stimmungswerten in den Oktober. Unternehmen beurteilen Exportaussichten, Beschäftigung und Auftragsbestand schlechter. Zugleich treibt der Volkswagen-Konzern seine Modelltechnik voran: Skoda bereitet den Octavia als Vollhybrid vor, Bestellungen sollen ab Oktober möglich sein. An den Finanzmärkten bleibt die Lage zum Wochenstart dagegen vergleichsweise stabil.

Ifo-Daten zeigen breite Schwäche

Das Münchner Ifo-Institut sieht die Autoindustrie weiter in einer schwierigen Lage. Wie die FAZ in ihrem Wirtschaftsticker berichtet, verschlechterten sich im September mehrere wichtige Indikatoren. Besonders die Erwartungen für Ausfuhren gaben nach, nachdem sie zuvor noch gestiegen waren. Auch bei der Beschäftigung blicken die Unternehmen skeptischer nach vorn.

Hinzu kommt eine schwächere Einschätzung der Auftragslage. Die Betriebe bewerteten ihre Bestände erneut schlechter als im Monat zuvor. Auch die Ertragslage hat nach Angaben der Unternehmen gelitten. Sie wird quartalsweise erhoben und fiel im dritten Quartal gegenüber dem Vorquartal deutlich zurück.

Damit bleibt die Branche in einem Umfeld, das von schwacher Nachfrage, Kostendruck und technologischem Umbau geprägt ist. Für die Hersteller und Zulieferer bedeutet das weniger Planungssicherheit. Gleichzeitig müssen sie weiter in neue Antriebe, Software und Produktion investieren.

Skoda bringt Vollhybrid in den Octavia

Innerhalb des Volkswagen-Konzerns kommt ein neuer Hybridantrieb schrittweise in weitere Modelle. Heise berichtet, dass Skoda den Octavia künftig als Vollhybrid anbieten will. Die Technik war im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem neuen VW T-Roc angekündigt worden.

Der Antrieb kombiniert einen Benzinmotor mit elektrischen Komponenten. Je nach Variante leistet der Verbrenner 96 oder 110 Kilowatt. Bei niedriger und mittlerer Last treibt er einen Generator an. Ein weiterer Elektromotor sitzt hinter dem Getriebe und ist grundsätzlich am Vortrieb beteiligt. Bis etwa 60 Kilometer pro Stunde kann das Auto allein elektrisch fahren. Bei höherem Tempo kann der Benziner über eine Kupplung direkt mit antreiben.

Der nutzbare elektrische Energiespeicher ist klein. Die Batterie hat 1,6 Kilowattstunden und dient vor allem als Puffer. Ihr Ladezustand soll in einem Bereich zwischen 40 und 90 Prozent gehalten werden. Verbrauchswerte nach WLTP nennt Skoda noch nicht.

Käuferinnen und Käufer müssen bei der Hybridversion Einschränkungen beim Platz akzeptieren. Die Limousine kommt auf 460 Liter Kofferraumvolumen, der Combi auf 485 Liter. Andere Octavia-Varianten mit Mildhybrid bieten deutlich mehr Stauraum. Auch der Tank fällt mit 40 Litern kleiner aus. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 180 Kilometer pro Stunde. Auslieferungen sind für Dezember geplant, Preise nennt Skoda noch nicht.

Märkte bleiben zum Wochenstart fest

Trotz der Belastungen in einzelnen Branchen zeigte sich der deutsche Aktienmarkt am Montag stabil. Das Handelsblatt meldete am Mittag einen Dax-Stand von 25.296 Punkten. Das entsprach einem Plus von 0,3 Prozent. Bereits am Freitag hatte der Leitindex höher geschlossen.

Unterstützung kam von Hoffnungen auf sinkende Zinsen in den USA. Anlass war der Arbeitsmarktbericht für September. Auch Öl- und Anleihemärkte entspannten sich etwas. Hohe Energiepreise und Renditen bleiben für Anlegerinnen und Anleger aber weiter wichtige Themen.

In der laufenden Woche stehen mehrere Konjunkturdaten an. Dazu gehören Stimmungswerte für die Wirtschaft im Euroraum, Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in Europa und den USA sowie Erzeugerpreise aus der Euro-Zone.

Umbau bleibt das zentrale Thema

Die Lage der Autoindustrie zeigt, wie stark sich konjunkturelle Schwäche und technischer Wandel überlagern. Schlechtere Exporterwartungen belasten die kurzfristigen Aussichten. Gleichzeitig müssen Hersteller ihre Modellpaletten elektrifizieren und effizientere Antriebe anbieten.

Der neue Octavia-Hybrid steht für diesen Übergang. Er ist kein reines Elektroauto, soll aber den Verbrenner stärker mit elektrischer Unterstützung verbinden. Für den Konzern ist das ein weiterer Schritt, um bestehende Baureihen an strengere Effizienzanforderungen anzupassen.

Für die Branche bleibt entscheidend, ob neue Modelle, stabile Lieferketten und eine bessere Nachfrage die schwachen Erwartungen auffangen können. Die Ifo-Zahlen zeigen zunächst, dass die Unternehmen selbst vorsichtig bleiben.