Sport · Tennis-Weltrangliste
Zverevs Weg zur Nummer eins steht fest
Alexander Zverev steht vor dem größten Ranglistenschritt seiner Karriere: Seit Montag ist offiziell, dass der Hamburger noch in diesem Jahr die Nummer eins der Tennis-Welt wird. Beim ATP-Masters in Shanghai hielt er zugleich sportlich Kurs und erreichte trotz Beschwerden am rechten Knöchel das Viertelfinale. Gegen Alexander Bublik aus Kasachstan gewann Zverev am Dienstag 7:6 (8:6), 4:6, 7:6 (7:1). Nun stellt sich die Frage, wie stark ihn die Blessur im weiteren Turnier belastet.
Sieg nach 2:37 Stunden
Das Match gegen Bublik war für Zverev schon unabhängig von den körperlichen Problemen eine schwierige Aufgabe. Der Kasache hatte drei der vier bisherigen Duelle gewonnen und brachte den Deutschen auch diesmal früh unter Druck. Zverev wirkte nicht frei in seinen Bewegungen, während Bublik aktiver spielte und häufig das Tempo bestimmte.
Im ersten Satz wurde die Partie besonders eng. Zverev musste vier Satzbälle abwehren, rettete sich in den Tiebreak und entschied diesen knapp für sich. Im zweiten Durchgang verlor er den Rhythmus phasenweise, Bublik nutzte seine Chance zum Satzausgleich. Im dritten Satz lag Zverev nach einem frühen Break zurück, kämpfte sich aber wieder heran. Den entscheidenden Tiebreak dominierte er deutlich. Nach 2:37 Stunden verwandelte er seinen ersten Matchball mit einem Ass.
Rechter Knöchel bereitet Sorgen
Während des Spiels war zu erkennen, dass Zverev nicht beschwerdefrei war. Bei einem Aufschlag im ersten Satz reagierte er sichtbar auf Schmerzen. Immer wieder suchte er den Kontakt zu seinem Vater Alexander Zverev senior, der ihn betreute. Ein Abbruch kam für ihn dennoch nicht infrage.
Nach der Partie ordnete Zverev die Situation zurückhaltend ein. Er habe seinen Knöchel gespürt, sagte er laut n-tv, fügte aber an, dies sei „nicht überraschend“. Er verwies auf die hohe Belastung in dieser Saison und darauf, dass er seinen Körper inzwischen häufiger spüre. Entscheidend sei an diesem Tag vor allem der Erfolg gewesen.
Für Zverev weckt die Verletzung Erinnerungen an eine der schwersten Phasen seiner Karriere. 2022 hatte er bei den French Open gegen Rafael Nadal aufgeben müssen, nachdem er sich ebenfalls am rechten Sprunggelenk verletzt hatte. Damals war lange unklar, wann er zurückkehren kann. Diesmal spricht bislang mehr dafür, dass die Probleme weniger gravierend sind. Ob er in Shanghai weiter antritt, bleibt für das Viertelfinale aber der sportlich zentrale Punkt.
De Minaur wartet im Viertelfinale
Wenn Zverev das Turnier fortsetzt, trifft er in der Runde der letzten Acht auf Alex de Minaur. Der Australier ist in Shanghai an Position neun gesetzt. Für Zverev geht es dabei nicht nur um den nächsten Sieg bei einem Masters-Turnier, sondern auch um den Zeitpunkt seines Sprungs an die Spitze der Weltrangliste.
Die Sportschau berichtet, dass Zverev den Vorgang beschleunigen kann. Kommt er in Shanghai ins Endspiel und gewinnt anschließend auch das Turnier in Wien, würde er am 2. November erstmals als Nummer eins geführt. Andernfalls erfolgt der Wechsel an der Spitze später im Jahr.
Die Konstellation im Ranking ist für Zverev eindeutig. Der aktuelle Weltranglistenerste Jannik Sinner aus Italien spielt wegen einer Knieverletzung 2026 nicht mehr. Carlos Alcaraz aus Spanien kann Zverev in der entscheidenden Phase nicht mehr einholen. Damit ist der Aufstieg des Deutschen rechnerisch abgesichert.
Einordnung vor der Schlussphase
Für Zverev ist die Situation besonders, weil sportlicher Triumph und körperliches Risiko eng beieinanderliegen. Der Sieg gegen Bublik zeigt, dass er auch in schwierigen Momenten stabil bleiben kann. Zugleich entscheidet sein rechter Knöchel darüber, ob er die Chance in Shanghai voll nutzen kann.
Der feststehende Aufstieg an die Weltranglistenspitze verändert den Blick auf die kommenden Wochen. Zverev muss den Platz eins nicht mehr erzwingen, kann den Zeitpunkt aber durch weitere Siege vorziehen. Shanghai und Wien werden damit zu Turnieren, in denen es nicht mehr um das Ob, sondern um das Wann seines Sprungs an die Spitze geht.