Sport · Tennis-Weltrangliste
Zverevs Aufstieg zur Nummer eins steht fest
Alexander Zverev wird neuer Weltranglistenerster im Tennis. Der 29-Jährige hat seinen Sprung an die Spitze nach Angaben des ZDF sicher, auch wenn aktuell noch Jannik Sinner das Ranking anführt. Sportlich untermauerte Zverev die Entwicklung beim Masters-Turnier in Shanghai: Gegen den Australier Alex de Minaur gewann er im Viertelfinale 6:4, 6:4 und zog damit in die Runde der letzten Vier ein.
Sinner verliert die Ausgangslage
Der Wechsel an der Spitze hängt eng mit der Situation des bisherigen Branchenführers zusammen. Sinner beendet seine Saison vorzeitig, weil ihn Knieprobleme weiter beschäftigen. Damit kann der Italiener Punkte aus dem Vorjahr nicht mehr verteidigen. Für Zverev ist der Weg auf Platz eins dadurch nicht mehr nur eine rechnerische Möglichkeit, sondern fest eingeplant.
Der genaue Zeitpunkt des Führungswechsels hängt vom weiteren Verlauf der nächsten Turniere ab. Gewinnt Zverev in Shanghai den Titel, würde ihm beim Turnier in Wien in zwei Wochen bereits der Einzug ins Halbfinale reichen. Klar ist: In den kommenden Wochen übernimmt der Deutsche erstmals die Führung der Weltrangliste.
Für Zverev ist der Aufstieg ein besonderer Schritt in einer ohnehin starken Saison. Er gewann in diesem Jahr bereits die Grand-Slam-Turniere in Paris und New York. Nun kommt die Aussicht auf Platz eins hinzu, die im Tennis als eine der wichtigsten Marken einer Karriere gilt.
Sieg gegen de Minaur
In Shanghai zeigte Zverev gegen de Minaur eine kontrollierte Vorstellung. Die beiden vorangegangenen Duelle mit dem Australier hatte er jeweils beim Laver Cup verloren. Diesmal bestimmte der Deutsche über weite Phasen das Tempo und nutzte seine Chancen in den entscheidenden Momenten.
Schon früh gelang ihm ein Break. Auch als de Minaur Druck aufbaute, blieb Zverev stabil. Besonders sein Aufschlag half ihm in schwierigen Spielsituationen. Mehrfach servierte er mit einer Geschwindigkeit von mehr als 200 Kilometern pro Stunde. Dadurch verkürzte er Ballwechsel und verhinderte, dass sein Gegner längere Druckphasen aufbauen konnte.
Auch mit der Vorhand kam Zverev zu wichtigen Punkten. Diese Schlagseite gilt nicht immer als seine verlässlichste Waffe, in Shanghai brachte sie ihm aber wiederholt Vorteile. Im zweiten Satz wurde es beim Stand von 2:3 eng, als de Minaur mehrere Möglichkeiten zum Break hatte. Zverev wehrte diese Chancen ab und nahm dem Australier kurz darauf selbst den Aufschlag ab.
Nach weniger als eineinhalb Stunden nutzte Zverev seinen ersten Matchball. Im Halbfinale trifft er nun auf den Spanier Alejandro Davidovich Fokina. Dort spielt Zverev weiter um seinen ersten Masters-1000-Titel der laufenden Saison.
Zweiter Deutscher nach Becker
Der bevorstehende Aufstieg hat auch für das deutsche Herrentennis historische Bedeutung. Bislang war Boris Becker der einzige Deutsche, der bei den Männern die Weltrangliste anführte. Zverev wird damit der zweite deutsche Spieler an der Spitze der Bestenliste.
Beckers Zeit als Nummer eins liegt Jahrzehnte zurück. Seitdem standen deutsche Spieler zwar immer wieder in der erweiterten Weltspitze, doch an die höchste Position schaffte es keiner. Zverev erreicht diese Marke nun nach einer Saison, in der er große Titel und konstante Ergebnisse miteinander verbindet.
Der Erfolg in Shanghai ist deshalb mehr als nur ein weiterer Turniersieg auf dem Weg. Er zeigt, dass Zverev auch unter dem Druck des bevorstehenden Führungswechsels liefert. Mit dem Halbfinale bleibt zudem die Chance auf einen weiteren wichtigen Titel bestehen, bevor der Wechsel an der Spitze der Weltrangliste offiziell vollzogen wird.