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Sport · Tennis-Weltrangliste

Zverev wird erstmals Nummer eins der Tenniswelt

Alexander Zverev steht als künftiger Weltranglistenerster fest. In Shanghai erreicht der Hamburger trotz Knöchelproblemen das Viertelfinale.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Tennisplatz unter Flutlicht steht für Alexander Zverevs Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste.
Symbolbild: Ein Tennisplatz unter Flutlicht steht für Alexander Zverevs Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste. KI-generiert

Alexander Zverev hat den nächsten großen Meilenstein seiner Karriere sicher: Der Hamburger wird noch in diesem Jahr erstmals die Spitze der ATP-Weltrangliste übernehmen. Seit Montag ist der Sprung nach ganz oben rechnerisch bestätigt. Beim Masters in Shanghai unterstrich Zverev seine Position mit einem hart erkämpften Dreisatzsieg gegen Alexander Bublik und zog trotz Problemen am rechten Knöchel ins Viertelfinale ein.

Zäher Sieg in Shanghai

Zverev setzte sich gegen den Kasachen Bublik mit 7:6 (8:6), 4:6, 7:6 (7:1) durch. Die Partie dauerte 2:37 Stunden und verlangte dem Deutschen sichtbar viel ab. Schon vor dem Match war der 29-Jährige angeschlagen. Während des ersten Satzes reagierte er bei einem Aufschlag schmerzhaft, wirkte in seinen Bewegungen eingeschränkt und geriet mehrfach unter Druck.

Besonders kritisch wurde es im Auftaktdurchgang, als Bublik vier Satzbälle erhielt. Zverev überstand diese Phase und entschied den Tiebreak knapp für sich. Danach verschlechterte sich sein körperlicher Eindruck weiter. Er suchte wiederholt den Austausch mit seinem Vater Alexander Zverev senior, blieb aber im Match.

Bublik gewann den zweiten Satz und schaffte im dritten Durchgang früh ein Break. Zverev fand dennoch zurück, rettete sich in den entscheidenden Tiebreak und dominierte diesen klar. Den ersten Matchball verwandelte er mit einem Ass. Die FAZ berichtete nach der Partie, Zverev habe erklärt: „Ich habe heute meinen Knöchel wieder gespürt.“ Zugleich habe er betont, der Sieg sei an diesem Tag das Entscheidende gewesen.

Der Weg zur Nummer eins

Der Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste ist für Zverev nicht mehr aufzuhalten. Der bisherige Spitzenreiter Jannik Sinner aus Italien hat seine Saison wegen einer Knieverletzung beendet. Carlos Alcaraz aus Spanien liegt im Ranking zu weit zurück, um Zverev noch abzufangen.

In Shanghai kann Zverev den Zeitpunkt seiner Krönung noch nach vorne verlegen. Erreicht er dort das Finale und gewinnt anschließend das Turnier in Wien, wird er am 2. November als Nummer eins geführt. Unabhängig davon steht fest, dass er in diesem Jahr erstmals ganz oben stehen wird.

Für das deutsche Tennis ist der Schritt historisch bedeutsam. Der Spiegel nahm Zverevs bevorstehenden Sprung an die Spitze zum Anlass, ihn im größeren Zusammenhang der erfolgreichsten deutschen Tennisspielerinnen und Tennisspieler einzuordnen. Zverev selbst sprach nach dem Sieg über Bublik von besonderen Stunden und sagte laut FAZ, mit der Nummer eins komme eine „besondere Verantwortung“ auf ihn zu.

Viertelfinale gegen de Minaur

Sportlich geht es für Zverev in Shanghai nun gegen Alex de Minaur weiter. Der Australier ist an Nummer neun gesetzt. Für Zverev wird dabei entscheidend sein, wie stark ihn der rechte Knöchel weiter einschränkt.

Die Stelle hat in seiner Karriere eine besondere Vorgeschichte. 2022 musste Zverev bei den French Open gegen Rafael Nadal wegen einer schweren Verletzung am rechten Sprunggelenk aufgeben. Damals war unklar, wie schnell und in welcher Form er zurückkehren würde. In Shanghai deutete nichts auf eine vergleichbare Dramatik hin, doch die Belastung bleibt ein Thema im Saisonendspurt.

Trotz des gesicherten Weltranglistenplatzes warten noch weitere Ziele. Beim ATP-Finale in Turin kann Zverev zum dritten Mal triumphieren. Mit dem deutschen Davis-Cup-Team hat er zudem in Bologna die Chance, eine lange Wartezeit zu beenden: Deutschland wartet seit 33 Jahren auf den nächsten Titel in diesem Wettbewerb.