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Stündlich aktualisiert

Sport · ATP-Turnier Peking

Zverev verliert in Peking gegen Djokovic

Alexander Zverev scheitert im Viertelfinale von Peking an Novak Djokovic. Der Angriff auf Platz eins der Weltrangliste verschiebt sich damit.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein beleuchteter Tennisplatz steht für das Viertelfinale von Peking.
Symbolbild: Ein beleuchteter Tennisplatz steht für das Viertelfinale von Peking. KI-generiert

Alexander Zverev hat beim ATP-500-Turnier in Peking den Einzug ins Halbfinale verpasst und einen wichtigen Schritt Richtung Weltranglistenspitze ausgelassen. Der deutsche Tennisprofi verlor ein enges Viertelfinale gegen Novak Djokovic mit 6:4, 4:6, 4:6. Damit kann Zverev Jannik Sinner während der Asien-Turniere nicht mehr von Platz eins verdrängen. Wegen Sinners anhaltender Knieprobleme bleibt die Ausgangslage im Saisonendspurt dennoch offen.

Djokovic dreht das Match

Zverev begann stark und entschied den ersten Satz nach knapp einer Stunde für sich. Sein Aufschlag funktionierte lange zuverlässig, zudem nutzte er im richtigen Moment seine Chance zum Satzgewinn. Danach fand Djokovic immer besser in die Partie. Der Serbe steigerte vor allem die Präzision beim ersten Aufschlag und machte im zweiten Durchgang kaum leichte Fehler.

Beim Stand von 4:4 im zweiten Satz hatte Zverev eine Möglichkeit zum Break. Er ließ sie ungenutzt und verlor kurz darauf selbst sein Service. Dadurch ging der Satz an Djokovic. Im entscheidenden Durchgang blieb das Niveau hoch, doch Zverev geriet gegen Ende stärker unter Druck. Nach 2:34 Stunden war die Partie beendet. Spiegel, FAZ und ZDF berichten vom zweiten verwandelten Matchball, n-tv nennt den dritten.

Für Zverev war es im 15. Duell mit Djokovic die zehnte Niederlage. Zugleich endete eine Serie von neun Siegen auf der Tour. Vor dem Turnier in Peking hatte er unter anderem die US Open gewonnen und anschließend auch im Davis Cup sowie beim Laver Cup weitere Erfolge gefeiert.

Djokovic bleibt in Peking makellos

Djokovic setzte mit dem Erfolg seine besondere Serie in Peking fort. Der 39-Jährige hat in der chinesischen Hauptstadt nun 32 Partien nacheinander gewonnen und dort noch kein Match verloren. n-tv hob hervor, dass kein Spieler ab seinem ersten Auftritt bei einem bestimmten Turnier eine längere Erfolgsserie erreicht habe.

Im Halbfinale trifft Djokovic auf Daniil Medwedew aus Russland. Nach dem Sieg lobte der Serbe seinen Gegner deutlich. Laut FAZ sagte Djokovic über Zverev: „Er ist im Moment der beste Spieler auf der Welt.“ Gegen dessen aktuelles Aufschlagspiel zu bestehen, sei sehr schwer gewesen. n-tv zitierte Djokovic zudem mit den Worten: „Ich bin immer noch da.“

Der Erfolg ist für Djokovic auch deshalb bemerkenswert, weil er zuletzt gesundheitliche Probleme hatte und seit dem vergangenen November kein Turnier mehr gewonnen hatte. Gegen Zverev zeigte er jedoch über weite Strecken seine frühere Stabilität in langen Ballwechseln und spielte in den engen Phasen abgeklärter.

Platz eins bleibt das Ziel

Zverevs Plan für die Asienreise war klar: Mit Turniersiegen in Peking und anschließend in Shanghai hätte er Sinner an der Spitze der Weltrangliste ablösen können. Durch die Niederlage gegen Djokovic ist diese Variante nicht mehr möglich. Der Abstand zu Sinner kann aber weiter kleiner werden, weil der Italiener auch für das Masters-1000-Turnier in Shanghai abgesagt hat.

ZDF verwies zudem auf die kommenden Wochen: Sinner hat bei den Turnieren in Wien, Paris und bei den ATP Finals in Turin viele Punkte aus dem Vorjahr zu verteidigen. Zverev steht dort vergleichsweise weniger unter Druck, weil bei ihm weniger Zähler wegfallen. Nach Angaben von n-tv geht es für Sinner in diesen Wettbewerben insgesamt um 3.000 Punkte.

Für Zverev bleibt damit die Chance bestehen, noch in diesem Jahr erstmals die Nummer eins der Welt zu werden. Er wäre der erste Deutsche an der Spitze der ATP-Wertung seit Boris Becker, der 1991 dort stand. Becker führte die Rangliste insgesamt zwölf Wochen lang an.

Konkurrenz mit Verletzungssorgen

Die Verschiebungen im Ranking hängen auch mit den Problemen anderer Topspieler zusammen. Carlos Alcaraz fiel in dieser Saison längere Zeit wegen einer Handgelenksverletzung aus. Sinner pausiert aktuell wegen Kniebeschwerden. Zverev hatte zu Beginn des Jahres noch einen sehr großen Rückstand auf beide Konkurrenten: Nach den Australian Open lagen laut den Berichten mehr als 9.000 Punkte zwischen ihm und Alcaraz sowie knapp 5.700 zwischen ihm und Sinner.

Die Niederlage in Peking verhindert nun den unmittelbaren Sprung an die Spitze. Der Kampf um die Nummer eins bleibt aber ein Thema der letzten Saisonwochen. Entscheidend wird sein, wie viele Punkte Zverev bei den verbleibenden Turnieren sammelt und wann Sinner auf die Tour zurückkehrt.