Sport · Tennis in Shanghai
Zverev verliert Halbfinale in Shanghai
Alexander Zverev steht beim Masters-1000-Turnier in Shanghai nicht im Endspiel. Der 29-Jährige verlor am Samstag sein Halbfinale gegen den Spanier Alejandro Davidovich Fokina mit 7:5, 4:6, 3:6. Trotz des Rückschlags bleibt Zverevs bevorstehender Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste bestehen; wie bekannt wurde, ist nur noch offen, wann er offiziell als Nummer eins geführt wird.
Starker Beginn reicht nicht
Zverev startete nicht ohne Probleme in die Partie, fand aber im ersten Satz zunehmend bessere Antworten. In den längeren Ballwechseln blieb das Duell eng, beide Spieler hatten Phasen mit stabilen Grundschlägen. Der Deutsche konnte sich vor allem auf seinen Aufschlag stützen, wenn es in seinen Servicegames kritisch wurde.
Davidovich Fokina nutzte jedoch viele kleine Ungenauigkeiten seines Gegners konsequent. Zverev hielt dagegen und entschied den ersten Durchgang spät mit 7:5 für sich. Zu diesem Zeitpunkt schien der Favorit auf Kurs zu sein, doch der weitere Verlauf kippte.
Davidovich Fokina dreht das Match
Im zweiten Satz erhöhte der Weltranglisten-26. aus Spanien den Druck. Er variierte sein Spiel stärker, brachte Zverev häufiger aus der Position und sicherte sich ein entscheidendes Break. Mit 6:4 glich Davidovich Fokina nach Sätzen aus.
Im Entscheidungssatz geriet Zverev früh in Rückstand. Ein Doppelfehler kostete ihn das Aufschlagspiel zum 0:2, anschließend zog Davidovich Fokina auf 3:0 davon. Zwar gewann Zverev danach wieder eigene Servicegames und verkürzte zwischenzeitlich, die Partie drehte er aber nicht mehr.
Medienberichten zufolge wackelte Davidovich Fokina beim eigenen Aufschlag kaum. Auch statistisch hatte der Spanier Vorteile: Er kam auf 36 direkte Gewinnschläge, Zverev auf 28. Insgesamt gewann Davidovich Fokina 54 Prozent der ausgespielten Punkte.
Am Ende nutzte der Spanier im letzten Spiel seine nächste Gelegenheit und beendete das Halbfinale mit 6:3 im dritten Satz. Für Davidovich Fokina bedeutet der Erfolg den Einzug ins Finale von Shanghai. Dort trifft er auf Mir Jodar oder Daniil Medvedev.
Nummer eins bleibt absehbar
Für Zverev war die Niederlage sportlich eine verpasste Chance im Saisonendspurt. Ein Finaleinzug bei einem Masters-1000-Turnier hätte ihm zusätzlichen Rückenwind gegeben. Der Hamburger bleibt jedoch vor einem historischen Schritt seiner Karriere.
Weil Jannik Sinner seine Saison vorzeitig beendet hat und Carlos Alcaraz in Shanghai bereits ausgeschieden ist, steht fest, dass Zverev erstmals die Weltrangliste anführen wird. Der genaue Zeitpunkt der offiziellen Ablösung ist noch nicht genannt.
Damit endet für Zverev das Turnier in Shanghai mit gemischter Bilanz. Einerseits verpasst er nach einer Führung in Sätzen das Endspiel gegen einen Außenseiter. Andererseits rückt sein größter Ranglistenerfolg unabhängig von dieser Niederlage näher.