Sport · Historischer Tennis-Erfolg
Zverev steht zum Saisonabschluss an der Weltspitze
Alexander Zverev hat den nächsten Meilenstein seiner Laufbahn erreicht: Der Hamburger Tennisprofi wird die Saison 2026 sicher als Nummer eins der Welt abschließen. Die offizielle Bestätigung folgte am Montag, nachdem Carlos Alcaraz beim Masters in Shanghai ausgeschieden war. Damit kann der Spanier Zverev im Jahresranking nicht mehr überholen. Als deutscher Tennisspieler war vor ihm nur Boris Becker Weltranglistenerster; als Nummer eins am Saisonende ist Zverev der erste Deutsche.
Entscheidung fällt ohne Zverevs Zutun
Zverev selbst musste für die rechnerische Entscheidung an diesem Montag nicht auf den Platz. In Shanghai verlor Alcaraz gegen den Belgier Zizou Bergs mit 5:7 und 6:7 (4:7). Zuvor war auch der US-Amerikaner Ben Shelton aus dem Kreis der möglichen Konkurrenten um die Jahresendspitze ausgeschieden. Die Sportschau berichtet, dass die ATP danach keine offene Rechenvariante mehr sieht, mit der Alcaraz oder Shelton Zverev noch abfangen könnten.
Für Zverev ist der Schritt an die Spitze auch deshalb bemerkenswert, weil seine Saison bereits sportlich herausragt. Er gewann 2026 sowohl die French Open in Paris als auch die US Open in New York. Laut Sportschau sprach Zverev nach der Bestätigung von einem „wahr gewordenen Traum“. Zugleich verwies er auf den langen Weg zurück nach seiner schweren Knöchelverletzung aus dem Jahr 2022, die seine Karriere zeitweise gefährdet hatte.
Sinner führt aktuell noch
In der laufenden Weltrangliste steht Jannik Sinner noch vor Zverev. Der Südtiroler hat seine Saison wegen anhaltender Knieprobleme jedoch vorzeitig beendet und kann wichtige Punkte aus dem Vorjahr nicht verteidigen. Damit ist Zverevs Übernahme der Spitzenposition spätestens zum Saisonfinale abgesichert.
Früher kann der Deutsche schon im Ranking vom 2. November nach vorn rücken. Beim Weg dorthin zählen die nächsten Turniere. In Shanghai trifft Zverev am Dienstag im Achtelfinale auf Alexander Bublik. Danach stehen für ihn weitere Einsätze im Turnierkalender. Der Deutschlandfunk nennt zwei mögliche Wege für den frühesten Sprung auf Platz eins: Zverev müsste entweder das Masters in Shanghai gewinnen und anschließend in Wien mindestens das Halbfinale erreichen, oder er müsste in Shanghai ins Endspiel kommen und danach den Titel in Wien holen.
Nach dem Turnier in Wien plant Zverev weitere Starts beim Masters in Paris und bei den ATP Finals in Turin, dem Saisonabschluss der acht besten Spieler des Jahres. Der Six Kings Slam in Saudi-Arabien, der nach Shanghai auf seinem Programm steht, spielt für die Weltrangliste keine Rolle, weil dort keine ATP-Punkte vergeben werden.
Becker bleibt Vergleichsmarke
Boris Becker hatte 1991 als bislang einziger deutscher Mann die Weltrangliste angeführt. Er stand insgesamt elf Wochen auf Platz eins, beendete eine Saison aber nicht als Spitzenreiter. Zverev übertrifft ihn in diesem Punkt nun. n-tv berichtete, Becker habe ihm bereits nach Sinners Saison-Aus auf X mit den Worten „Glückwunsch Sascha“ gratuliert.
In der Geschichte der ATP-Weltrangliste wird Zverev der 30. Spieler sein, der seit Einführung des Rankings 1973 die Nummer eins erreicht. Der Jahresabschluss an der Spitze bringt ihm zusätzlich die Auszeichnung der ATP für den besten Spieler der Saison nach Ranglistenpunkten ein.
Einordnung einer Ausnahme-Saison
Zverevs Aufstieg ist das Ergebnis einer Saison, in der er bei den größten Turnieren entscheidende Punkte sammelte und seine wichtigsten Rivalen am Ende nicht mehr nachlegen konnten. Alcaraz verlor in Shanghai die letzte rechnerische Chance, Sinner fällt durch sein Saisonende aus dem Rennen, Shelton konnte seine Außenseiterchance ebenfalls nicht wahren.
Für den deutschen Tennissport ist der Moment historisch. Seit Becker hatte kein deutscher Spieler mehr die Spitze der Männer-Weltrangliste erreicht. Zverev verbindet diesen Erfolg nun mit einer Marke, die es zuvor bei den deutschen Männern nicht gab: Er beendet ein Tennisjahr als Nummer eins.