Zum Inhalt springen
Stündlich aktualisiert

Sport · Tennis-Weltrangliste

Zverev steht als künftige Nummer eins fest

Alexander Zverev beendet die Tennis-Saison 2026 an der Spitze. Nach Carlos Alcaraz' Niederlage in Shanghai ist der Deutsche nicht mehr einzuholen.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Tennisplatz unter Flutlicht steht für Zverevs Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste.
Symbolbild: Ein Tennisplatz unter Flutlicht steht für Zverevs Aufstieg an die Spitze der Weltrangliste. KI-generiert

Alexander Zverev erreicht den größten Ranglisten-Meilenstein seiner Laufbahn: Der deutsche Tennisprofi wird die Saison 2026 als Erster der Weltrangliste abschließen. Die Entscheidung fiel ohne eigenes Match, weil Carlos Alcaraz beim Masters in Shanghai verlor. Damit kann der Spanier Zverev nach den Berechnungen der ATP nicht mehr überholen. Zverev wird nach Boris Becker der zweite Deutsche an der Spitze des Männertennis und der erste deutsche Spieler, der ein Jahr ganz oben beendet.

Entscheidung fällt in Shanghai

Zverev hatte am Montag spielfrei, dennoch wurde der Tag für ihn sporthistorisch. Alcaraz unterlag in Shanghai dem Belgier Zizou Bergs mit 5:7 und 6:7 (4:7). Damit endete die letzte realistische Rechnung zugunsten des Spaniers. Zuvor war auch Ben Shelton aus den USA ausgeschieden, der ebenfalls noch eine rechnerische Chance auf Platz eins zum Jahreswechsel gehabt hatte.

Die Sportschau berichtete, die ATP habe Zverev anschließend offiziell als nicht mehr einzuholenden Jahresend-Ersten geführt. Der Deutsche krönt damit eine Saison, in der er zwei Grand-Slam-Titel gewann. Im Juni triumphierte er bei den French Open in Paris, im September folgte der Erfolg bei den US Open in New York.

Zverev sprach laut Sportschau von einer außergewöhnlichen Spielzeit. Das Wissen, das Jahr an der Spitze zu beenden, sei für ihn ein „wahr gewordener Traum“. Zugleich verwies er auf die lange Rückkehr nach seiner schweren Knöchelverletzung aus dem Jahr 2022, nach der seine Karriere zeitweise infrage stand.

Sinner wird abgelöst

Noch führt Jannik Sinner das ATP-Ranking an. Der Südtiroler hatte seine Saison vorzeitig beendet. Zverev wird ihn spätestens zum Jahresende verdrängen. Je nach Verlauf der kommenden Turniere kann der Wechsel an der Spitze aber früher erfolgen.

Der frühestmögliche Termin ist der 2. November nach dem ATP-Turnier in Wien. Dafür braucht Zverev in Shanghai mindestens den Einzug ins Finale und anschließend den Titel in Wien. In Shanghai steht für ihn am Dienstag das Achtelfinale gegen Alexander Bublik an.

Mit dem Sprung an die Spitze wird Zverev der 30. Spieler, der seit Einführung der ATP-Weltrangliste 1973 Platz eins erreicht. Für den deutschen Sport hat der Erfolg besondere Bedeutung: Seit Becker Anfang der 1990er-Jahre hatte kein deutscher Spieler mehr das Ranking angeführt.

Becker würdigt Zverev

Boris Becker gratulierte Zverev bereits nach dem Saisonaus von Sinner und äußerte sich nun erneut anerkennend. In seinem Podcast mit Andrea Petkovic sagte Becker laut n-tv, Zverev werde „zurecht und hochverdient“ die neue Nummer eins. Er fügte hinzu: „Nummer eins wird man nicht zufällig.“

Becker hob besonders Zverevs Entwicklung im Laufe der Saison hervor. Der frühere Wimbledon-Sieger sah bei ihm ein verändertes Auftreten und lobte, Zverev habe sich über den Einsatz auf dem Platz weiterentwickelt. Den Einwand, Zverev profitiere vor allem von Sinners Ausfall, wies Becker in dem Podcast klar zurück. Entscheidend sei, dass Zverev die Gegner besiegt habe, gegen die er antreten konnte.

Becker selbst führte die Weltrangliste 1991 an, beendete eine Saison jedoch nie als Erster. Seine besten Jahresabschlüsse waren Platz zwei in den Jahren 1986 und 1989. Genau diese Lücke im deutschen Herrentennis schließt nun Zverev.

Ein historischer Saisonabschluss

Zverevs Aufstieg ist mehr als ein rechnerischer Erfolg im ATP-System. Er verbindet zwei Grand-Slam-Titel, Konstanz über die Saison und die Rückkehr auf höchstem Niveau nach einer schweren Verletzung. Die Niederlage von Alcaraz machte den letzten Schritt offiziell, die Grundlage aber legte Zverev mit seinen Ergebnissen über das gesamte Jahr.

Für das deutsche Tennis markiert der Jahresendplatz eins einen neuen Eintrag in die Geschichte. Becker war der erste Deutsche an der Spitze, Zverev ist nun der erste, der eine Saison dort abschließt. Bis zum tatsächlichen Führungswechsel bleibt noch offen, wann genau er Sinner im laufenden Ranking überholt. Fest steht bereits: Am Ende von 2026 steht Zverev ganz oben.