Sport · Tennis in Peking
Zverev fordert Djokovic und rückt Platz eins näher
Alexander Zverev bleibt in Peking auf Kurs und bekommt nun das Duell mit Novak Djokovic. Der Hamburger gewann sein Achtelfinale gegen den Chinesen Shang Juncheng klar mit 6:0, 6:3 und benötigte dafür nur 55 Minuten. Zugleich verbessert sich seine Ausgangslage im Kampf um Platz eins der Weltrangliste, weil Jannik Sinner wegen Knieproblemen auch das Masters in Shanghai verpasst.
Klarer Sieg gegen Shang
Zverev dominierte die Partie gegen Shang von Beginn an. Im ersten Satz gab er kein Spiel ab, im zweiten Durchgang blieb er ebenfalls ungefährdet. Den Erfolg machte er mit einem Ass beim zweiten Matchball perfekt. Nach seinem Sieg sagte Zverev laut Spiegel: „Für mich lief es ziemlich glatt heute.“
Der Deutsche setzt damit seine erfolgreiche Phase fort. Nach seinem Titel bei den US Open hatte er auch mit Deutschland im Davis Cup gegen Kroatien gewonnen. Anschließend punktete er zudem im Laver Cup mit Team Europa gegen Team Welt. In Peking hatte Zverev bereits in der ersten Runde den Briten Cameron Norrie geschlagen.
Auffällig bleibt seine Serie gegen linkshändige Gegner. Laut FAZ kommt Zverev seit den French Open 2023 gegen Linkshänder auf 48 Siege bei nur einer Niederlage. Shang ist ebenfalls Linkshänder, ebenso wie Norrie. Über Shang sagte Zverev, er habe mit einer schwierigen Aufgabe gerechnet, sei am Ende aber froh gewesen, dass es nicht so gekommen sei.
Djokovic mit makelloser Peking-Bilanz
Im Viertelfinale wartet Djokovic, der in Peking bislang eine außergewöhnliche Bilanz hat. Der Serbe steht bei 31 Siegen aus 31 Matches in der chinesischen Hauptstadt. Das Turnier gewann er sechsmal, bei seinen bisherigen Starts blieb er dort ungeschlagen. Sein letzter Titel in Peking liegt allerdings bereits im Jahr 2015.
Djokovic musste in seinem Achtelfinale deutlich mehr arbeiten als Zverev. Gegen den chinesischen Qualifikanten Bu verlor er den ersten Satz, setzte sich nach knapp drei Stunden aber mit 4:6, 7:6 (2), 6:2 durch. In den vergangenen Auftritten machte Djokovic körperlich nicht immer den stabilsten Eindruck.
Zverev sieht dennoch eine große Hürde vor sich. Mit Blick auf Djokovic sagte er laut FAZ: „Ich schätze meine Chancen gut ein.“ Der nächste Gegner kenne den Platz bestens und habe dort noch nie verloren. Zverev will diese Serie nun beenden und Djokovic in dessen 32. Peking-Match die erste Niederlage zufügen.
Sinner fehlt auch in Shanghai
Parallel zum sportlichen Fortschritt in Peking rückt für Zverev das ATP-Ranking stärker in den Mittelpunkt. Am Samstag wurde bekannt, dass Sinner in Shanghai nicht antreten wird. Der Italiener pausiert weiter wegen Kniebeschwerden und fehlt damit bei einem weiteren großen Turnier.
Für Zverev eröffnet sich dadurch eine seltene Chance. Gewinnt er sowohl das Turnier in Peking als auch das Masters in Shanghai, würde er Sinner im Ranking überholen. Der Rückstand auf die Spitze war Anfang Februar noch beträchtlich: Nach den Australian Open lag Zverev mehr als 9.000 Punkte hinter Carlos Alcaraz und knapp 5.700 Zähler hinter Sinner.
Die Lage hat sich seither deutlich verschoben. Alcaraz fiel in diesem Jahr mehrere Monate wegen einer Handgelenksverletzung aus. Nun fehlt auch Sinner bei wichtigen Stationen. Zverev kann deshalb aus eigener Kraft näher an die Spitze heranrücken.
Auf Beckers Spuren
Sollte Zverev die Nummer eins werden, wäre das ein besonderer Moment für das deutsche Herrentennis. Boris Becker war bislang der einzige Deutsche an der Spitze des ATP-Rankings. Er führte die Weltrangliste insgesamt zwölf Wochen an.
In Peking ist für Zverev zunächst das Viertelfinale gegen Djokovic entscheidend. Ein Sieg würde nicht nur seine Titelchance in China erhöhen, sondern auch den Angriff auf Platz eins im ATP-Ranking stärken. Für Jan-Lennard Struff ist das Turnier dagegen beendet. n-tv berichtete von seiner Niederlage gegen Daniil Medwedew mit 4:6, 3:6.