Sport · Formel 1
Verstappen siegt in Singapur, Antonelli vor Matchball
Max Verstappen hat den Großen Preis von Singapur gewonnen und damit eine Lücke in seiner Formel-1-Bilanz geschlossen. Der Red-Bull-Pilot setzte sich am Sonntag beim Nachtrennen auf dem Marina Bay Street Circuit vor Charles Leclerc im Ferrari und Mercedes-Fahrer Kimi Antonelli durch. Für Verstappen war es der erste Erfolg in Singapur, zugleich gewann er bei seinem 250. Grand Prix. Antonelli baute mit Platz drei seine Position im Titelkampf aus und kann beim nächsten Rennen in Austin rechnerisch Weltmeister werden.
Verstappen hält Leclerc früh hinter sich
Verstappen startete von der Poleposition, musste seine Führung aber direkt zu Beginn verteidigen. Leclerc kam im Ferrari stark weg und setzte den Niederländer in der ersten Kurve unter Druck. Verstappen blieb außen vorn und kontrollierte danach das Tempo. Laut Sportschau sagte er nach dem Rennen: “Das hat lange gedauert”, und zeigte sich nach dem Premierensieg auf dem Kurs erleichtert.
Der viermalige Weltmeister baute seinen Vorsprung im ersten Stint aus. Leclerc verlor auf gebrauchten Reifen Zeit, während Verstappen auf weicheren Pneus davonfuhr. Als viele Fahrer um die 25. Runde an die Box kamen, blieb der Red Bull zunächst draußen. Nach seinem Stopp behauptete Verstappen die Spitze und fuhr kurz darauf eine schnelle Rennrunde.
Zwischenzeitlich meldete Red Bull Probleme im Funkverkehr. Der Spiegel berichtete, Verstappens Antworten seien im TV-Signal kaum verständlich gewesen oder ganz ausgeblieben. Sportlich änderte das wenig. Erst im Schlussdrittel schrumpfte der Abstand, weil Verstappens Auto nicht mehr völlig problemlos lief. Ein zusätzlicher Stopp blieb aus. Im Ziel lag er weiterhin klar vor Leclerc.
Ferrari verliert Podium für Hamilton
Hinter dem Sieger prägte die Strategie von Ferrari das Rennen. Lewis Hamilton war als Dritter gestartet und kam früh zum Reifenwechsel. Leclerc blieb länger auf der Strecke und verlor weiter Zeit auf Verstappen. Nach seinem Stopp kehrte er knapp vor Hamilton zurück, wodurch der Brite aufgehalten wurde.
Später nutzte Leclerc eine virtuelle Safety-Car-Phase für einen weiteren Stopp. Hamilton blieb auf älteren Reifen draußen und konnte das Tempo nicht halten. Zunächst ging Leclerc vorbei, danach geriet Hamilton unter Druck von Lando Norris. In einer engen Szene in Kurve eins musste Hamilton ausweichen. Antonelli nutzte die Gelegenheit und zog an beiden vorbei.
Hamilton verlor anschließend auch noch weitere Positionen und wurde Sechster. Der Spiegel zitierte nach dem Rennen einen Funkspruch, in dem Hamilton die Verantwortung für die Reifenentscheidung übernahm. Nico Hülkenberg beendete den Grand Prix als Achter und holte Punkte für Audi. George Russell, der nach einem Unfall im Qualifying nur von Platz 19 gestartet war, kam als Neunter ins Ziel.
Antonelli rückt dem Titel näher
Für die Weltmeisterschaft ist Antonellis dritter Platz die wichtigste Entwicklung. Der 20 Jahre alte Mercedes-Pilot führt die Fahrerwertung nun mit 102 Punkten Vorsprung auf Teamkollege Russell an. Damit hat er beim Großen Preis der USA am 25. Oktober in Austin seinen ersten rechnerischen Titelball.
Die genauen Szenarien hängen vom Ergebnis in Texas ab. Entscheidend ist, dass Antonelli dort gewinnen und seine Verfolger deutlich hinter sich lassen muss. Verstappen verbesserte sich durch den Sieg zwar in der Gesamtwertung, liegt mit 221 Punkten aber weiter 119 Zähler hinter Antonelli. Seine starke Spätform dürfte für den Titelkampf zu spät kommen.
Der Erfolg in Singapur verstärkt dennoch den Eindruck, dass Red Bull im Saisonendspurt wieder konkurrenzfähiger ist. In einer vom Tagesspiegel veröffentlichten dpa-Übersicht wurde der Auftritt international als Rückkehr alter Stärke beschrieben. Für Verstappen war es der zweite Grand-Prix-Sieg nacheinander und ein perfektes Signal auf einer Strecke, die ihm zuvor nie den großen Erfolg gebracht hatte.