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Sport · Portugals Nationalteam

Ronaldo nach Abreise vorläufig suspendiert

Portugals Fußballverband zieht Konsequenzen aus Ronaldos Abgang vom Nationalteam-Quartier. Gegen den 41-Jährigen läuft ein Disziplinarverfahren.

Presseonline-Redaktion · · 3 Min. Lesezeit

Symbolbild: Ein Fußballspieler verlässt einen Trainingsplatz.
Symbolbild: Ein Fußballspieler verlässt einen Trainingsplatz. KI-generiert

Cristiano Ronaldo ist vom portugiesischen Fußballverband FPF vorläufig suspendiert worden. Der Verband leitete am Samstag zudem ein Disziplinarverfahren gegen den 41 Jahre alten Kapitän ein, wie unter anderem ZDF und FAZ berichten. Auslöser ist Ronaldos eigenmächtige Abreise aus dem Kreis der Nationalmannschaft nach dem Konflikt mit Trainer Jorge Jesus. Über das endgültige Strafmaß ist damit noch nicht entschieden.

Streit um die Rolle im Team

Der Konflikt hatte sich während der Länderspielphase zugespitzt. Ronaldo war beim 2:1 Portugals in Norwegen in der Nations League nicht eingesetzt worden. Anschließend verließ er das Quartier der Auswahl. Vor dem folgenden Nations-League-Spiel in Dänemark hatte Jesus demnach erkennen lassen, dass Ronaldo erneut nicht zur Startelf gehören sollte.

Ronaldo warf dem Trainer später vor, eine Zusage nicht eingehalten zu haben. Zugleich entschuldigte er sich bei seinen Mitspielern schriftlich für seinen Abgang nach der Partie in Norwegen. Auch an die Anhängerinnen und Anhänger richtete er eine Entschuldigung. Zuletzt erklärte er zudem, eine gegen ihn verhängte Strafe akzeptieren zu wollen.

Seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft schloss Ronaldo nicht aus eigenem Antrieb an den Konflikt an. Nach Darstellung des ZDF machte er eine Fortsetzung seiner Laufbahn in der Selecao aber offenbar von einer Veränderung auf der Trainerposition abhängig. Damit steht nicht nur eine mögliche Sperrdauer im Raum, sondern auch die Frage, ob und unter welchen Bedingungen Ronaldo noch einmal für Portugal aufläuft.

Portugal bleibt sportlich erfolgreich

Die Mannschaft hat die sportlichen Ziele dieser Länderspielphase trotz des Wirbels erreicht. Portugal gewann alle vier Partien in der Nations League und qualifizierte sich damit vorzeitig für das Viertelfinale. Der Titelverteidiger blieb also auch ohne einen durchgehend eingesetzten Ronaldo auf Kurs.

Für Ronaldo hat die Entscheidung des Verbands dennoch erhebliches Gewicht. Er ist mit 234 Länderspielen und 146 Treffern weiterhin der Rekordspieler und Rekordtorschütze im internationalen Fußball. Seine Nationalmannschaftskarriere reicht über zwei Jahrzehnte und mehrere Trainerphasen. Der aktuelle Streit trifft deshalb einen der prägendsten Spieler des portugiesischen Fußballs.

Auch das Verhältnis zu Jorge Jesus hat eine Vorgeschichte. Der Trainer arbeitete bereits in Saudi-Arabien mit Ronaldo zusammen, als beide in der vergangenen Saison beim Al-Nassr FC tätig waren. Nun ist aus dieser Verbindung ein offener Konflikt auf Verbandsebene geworden.

Tor für Al-Nassr nach dem Zerwürfnis

Auf Vereinsebene stand Ronaldo inzwischen wieder auf dem Platz. Der Spiegel berichtete, dass er am Freitagabend beim 3:0-Sieg von Al-Nassr gegen Al Draih in der saudi-arabischen Liga den ersten Treffer erzielte. Es war sein erstes Spiel nach dem Bruch mit der Nationalmannschaft. Vor dem Anpfiff wurde er von Fans seines Klubs mit einer großen Choreografie gewürdigt.

Der Auftritt in Saudi-Arabien ändert jedoch nichts an der Lage in Portugal. Die vorläufige Suspendierung gilt bis zur weiteren Entscheidung im Disziplinarverfahren. Für den Verband geht es nun um den Umgang mit einem Spieler, der sportlich historische Bedeutung besitzt, dessen Verhalten im Teamquartier aber Konsequenzen nach sich zieht.

Entscheidung mit Signalwirkung

Der Fall berührt mehr als eine einzelne Kaderentscheidung. Portugal steht sportlich stabil da, zugleich bleibt offen, wie Trainer, Verband und Mannschaft mit einem der größten Namen des Weltfußballs weiterarbeiten können. Die nächsten Schritte der Disziplinarinstanzen werden deshalb auch darüber entscheiden, ob Ronaldos Karriere in der Nationalmannschaft nur unterbrochen ist oder in eine dauerhafte Krise geraten ist.